
Schloss Aqaba
Ma‘ān
Das Schloss Aqaba, auch als Mamluk-Schloss bekannt, ist ein bedeutendes befestigtes Karawanserei in Aqaba, Jordanien. Die heutige Anlage stammt vor allem aus dem 16. Jahrhundert und spiegelt den Einfluss mamlukischer und osmanischer Architektur wider. Ursprünglich als Khan errichtet, um muslimische Pilger unterzubringen, die von Ägypten nach Mekka reisten, entwickelte sich die Burg zu einer militärischen Festung – besonders im 19. Jahrhundert unter ägyptischer Kontrolle. Historische Bedeutung erlangte die Festung im Ersten Weltkrieg, als 1917 an dieser Stelle die Schlacht von Aqaba stattfand: Die Truppen der Arabischen Revolte unter der Führung von Lawrence of Arabia eroberten das Schloss in einem waghalsigen Angriff zu Pferd und auf Kamelen aus ottomanischer Hand. Neben dem Schloss steht der Aqaba-Flaggenmast, der die Arabische Revolte symbolisiert, und das nahegelegene Gebäude, in dem früher Sharif Hussein untergebracht war und das heute das Aqaba Archaeological Museum beherbergt. Die Architektur des Schlosses umfasst gewölbte Toranlagen mit arabischen Inschriften, polygonale Türme, die im 19. Jahrhundert zu runden Formen umgestaltet wurden, sowie Reste früherer Besiedlungsphasen aus der Umayyadenzeit. Das Schloss Aqaba ist bis heute ein Zeugnis der vielschichtigen Geschichte der Region – mit religiöser, militärischer und kultureller Bedeutung in einer eindrucksvollen Küstenkulisse.
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Tipp: Besuchen Sie das Schloss Aqaba in den kühleren Monaten im Herbst und Winter, um der drückenden Sommerhitze aus dem Weg zu gehen. In der Hochsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen. Erkunden Sie außerdem das benachbarte Aqaba Archaeological Museum, um die Geschichte des Ortes noch besser zu verstehen. Ermäßigungen können für Studierende und Gruppen verfügbar sein. Planen Sie auch Zeit ein, um den nahegelegenen Aqaba-Flaggenmast zu besichtigen und die Aussicht auf die Küste rund um das Schloss zu genießen.
Interessante Fakten
- •Die Burg wurde 1917 im Verlauf der Schlacht von Aqaba von arabischen Truppen unter der Führung von Lawrence of Arabia erobert – einem Schlüsselmoment der Arabischen Revolte.
- •Der neben dem Schloss stehende Aqaba-Flaggenmast gehört zu den höchsten frei stehenden Flaggenmasten der Welt und weht die Flagge der Arabischen Revolte.
- •An den Mauern finden sich arabische Inschriften, die den Mamluken-Sultan Al-Ashraf Qansuh Al-Ghuri sowie den osmanischen Sultan Murad III preisen – ein Hinweis auf die historischen Renovierungen.
- •Die polygonalen Türme der Burg wurden nach 1828 zu runden Formen umgestaltet, um die Verteidigung zu verbessern.
- •Archäologische Belege zeigen, dass der Ort seit der Umayyadenzeit bewohnt war – mit Bewässerungsanlagen, die bereits vor der heutigen Festung entstanden.
Geschichte
Der Standort des Schlosses Aqaba hat eine bewegte Geschichte, die mit der frühen muslimischen befestigten Stadt Ayla beginnt, die bereits im frühen 12.
Jahrhundert im Niedergang war.
Die Kreuzfahrer besetzten das Gebiet nur kurz und hinterließen eine kleine Festung, doch keine nennenswerten Reste aus dem 12.
Jahrhundert haben sich erhalten.
Die Mamluken errichteten den Hauptfestungsbau Anfang des 14.
Jahrhunderts, mit bedeutenden Erweiterungen unter Sultan Al-Ashraf Qansuh Al-Ghuri im frühen 16.
Jahrhundert.
Das Osmanische Reich nahm weitere Renovierungen 1587 unter Sultan Murad III vor.
Im 19.
Jahrhundert stärkten ägyptische Truppen die Burg zu einer militärischen Station, um Pilgerwege zu schützen.
Die Festung spielte im Ersten Weltkrieg eine entscheidende Rolle – insbesondere in der Schlacht von Aqaba 1917, die einen Wendepunkt in der Arabischen Revolte gegen die Herrschaft der Osmanen markierte.
Ortsführer
Toranlage und gewölbter Durchgang1501–1516
Der Haupteingang besitzt einen gewölbten Durchgang mit geschnitzten arabischen Inschriften, die den Mamluken-Sultan Al-Ashraf Qansuh Al-Ghuri loben. Diese Toranlage steht exemplarisch für die gelungene Verbindung von militärischer und architektonischer Raffinesse im 16. Jahrhundert.
Polygonale Türme (heute rund)Post-1828
Ursprünglich waren die nach Osten ausgerichteten Türme polygonal; nach 1828 wurden sie zu runden Formen umgestaltet, um die Verteidigungsfähigkeit zu verbessern. Diese Türme geben Einblicke in die sich weiterentwickelnde Militärarchitektur während der Osmanenzeit.
Innenhof und Ruinen
Der Innenhof beherbergt Ruinen auf der Westseite: Reste früherer Bauphasen sowie Schäden durch Beschuss im Ersten Weltkrieg. Besucher können anhand dieser Überreste die geschichtliche Schichtung der Festung besonders gut nachvollziehen.