
Archäologische Stätte Dumat Al-Jandal
Al Mafraq
Dumat Al-Jandal ist eine antike archäologische Stätte im Nordwesten Saudi-Arabiens. Historisch ist sie als bedeutender Handelshub an der Weihrauchroute von großer Bedeutung. Die Anlage umfasst Ruinen aus dem 10. Jahrhundert v. Chr. sowie eine große Oase, die von einer historischen Steinmauer umgeben ist. Zu den archäologischen Funden zählt eine 35 Meter lange megalithische Steinplattform aus dem 6. Jahrtausend v. Chr., die auf eine rituelle Nutzung durch frühe pastorale Nomaden hindeutet. In akkadischen Inschriften war die Stadt als Adummatu bekannt. Sie diente als Hauptstadt eines arabischen Königreichs, das von bedeutenden Königinnen wie Zabibe und Te'elkhunu regiert wurde; Te'elkhunu war zudem eine Hohepriesterin der Fruchtbarkeitsgöttin Atarsamain. Dumat Al-Jandal war in den Epochen der Neuassyrer, der Nabatäer und der Römer eine strategisch wichtige Festung. Besonders bekannt ist das Marid Castle, das im 3. Jahrhundert n. Chr. den Belagerungsversuch von Zenobias Heer in der Zeit ihrer Revolte gegen die Römer erfolgreich abwehrte. Die Stätte zeigt eine reiche kulturelle Schichtung – darunter nabatäische Banketthallen und Befestigungen aus der römischen Zeit. Das unterstreicht die lange anhaltende Bedeutung der Anlage für Handel sowie für militärische Wege in der Region. Heute ist sie ein Zeugnis der antiken arabischen Zivilisation und ihrer Verflechtung mit den benachbarten Großreichen.
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Tipp: Besuchen Sie die Stätte in kühleren Monaten, um der extremen Wüstenhitze zu entgehen. Es wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen, damit Sie die historischen Schichten der Anlage wirklich würdigen können. Achten Sie auf Kombitickets oder Rabatte, falls diese über offizielle Tourismuszentren angeboten werden. Tragen Sie bequeme Laufschuhe und nehmen Sie Wasser mit, denn das Gelände ist groß und teilweise der Sonne ausgesetzt.
Interessante Fakten
- •Eine 35 Meter lange megalithische Steinplattform aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. wurde hier entdeckt – ein Hinweis auf rituelle Praktiken in der Vorgeschichte.
- •Dumat Al-Jandal wurde von fünf bekannten mächtigen arabischen Königinnen regiert, darunter Zabibe und Te'elkhunu; Letztere war außerdem Hohepriesterin der Atarsamain.
- •Das Marid Castle widerstand der Belagerung von Königin Zenobia von Palmyra während ihres Aufstands gegen die Römer im 3. Jahrhundert n. Chr.
- •Die Stätte war ein bedeutender Knotenpunkt der antiken Weihrauchroute, die Indien, Südarabien, Babylon und das südliche Syrien miteinander verband.
- •Opferhandlungen, darunter ein jährliches Knabenopfer an einem Altar, wurden in der nabatäischen Zeit berichtet – wie bereits Porphyry im 3. Jahrhundert n. Chr. festhielt.
Geschichte
Die Anfänge von Dumat Al-Jandal reichen mindestens bis ins 10.
Jahrhundert v.
Chr.
zurück.
In neuassyrischen Aufzeichnungen wird es als Adummatu genannt – die Hauptstadt eines arabischen Königreichs.
Unter verschiedenen Herrschern, darunter mächtigen arabischen Königinnen, erlebte die Stadt eine Blütezeit und war zugleich ein religiöses Zentrum mit Tempeln, die Ishtar geweiht waren.
Später gehörte die Stätte zum nabatäischen Königreich und wurde schließlich im Jahr 106 n.
Chr.
unter Kaiser Trajan von der Römischen Reich angegliedert.
Damit wurde sie zu einer Grenzsiedlung in der Provinz Arabia Petraea.
Auch in den byzantinischen und sasanidischen Zeiten blieb die Anlage strategisch wichtig, wobei das Marid Castle eine zentrale Rolle in der Verteidigung spielte.
Ausgrabungen in der späten zweiten Hälfte des 20.
und im frühen 21.
Jahrhundert haben bedeutende nabatäische und römische Artefakte zutage gefördert – ein Hinweis auf die lang anhaltende Besiedlung und die kulturelle Bedeutung der Stadt.
Ortsführer
Marid Castle3rd century AD
Eine beeindruckende Festung, die vor allem für ihre Widerstandskraft gegen die Belagerung von Königin Zenobia bekannt ist. Das Schloss ist ein zentrales Element der wehrhaften Architektur von Dumat Al-Jandal und bietet einen weiten Blick über die Oase sowie die umliegende Wüstenlandschaft.
Megalithische Steinplattform6th millennium BCE
Eine 35 Meter lange dreieckige Steinstruktur aus dem 6. Jahrtausend v. Chr., von der man annimmt, dass sie für rituelle Zwecke durch vorzeitliche Viehzüchter genutzt wurde.
Nabatäische TricliniumLate 1st century BCE - Early 2nd century AD
Eine offene Banketthalle aus Steinbanketten, errichtet vom späten 1. Jahrhundert v. Chr. bis in die frühe Phase des 2. Jahrhunderts n. Chr. Sie wurde für gesellige Zusammenkünfte und Feste genutzt. Archäologische Hinweise belegen Reste von Speisen und Keramik.