Qasr Al Abd

Qasr Al Abd

Al Balqā’

70/10090 min

Qasr Al Abd ist eine große hellenistische Palastruine im Wadi-Seer-Tal nahe dem Dorf Iraq al-Amir, etwa 17 Kilometer westlich von Amman in Jordanien. Erbaut wurde sie im ersten Viertel des 2. Jahrhunderts v. Chr.; zugeschrieben wird sie der Familie der Tobiad, einer bedeutenden jüdischen Dynastie der Zeit des Zweiten Tempels. Der Palast wurde von Hyrcanus von Jerusalem errichtet, einem Tobiad aus prominenter Familie und Statthalter von Ammon. Er sollte als prachtvolle Landresidenz dienen – möglicherweise auch als Mausoleum. Die zweistöckige steinerne Anlage misst ungefähr 40 mal 20 Meter und ist 13 Meter hoch. Zu sehen sind aufwendige Tierreliefs sowie hellenistische architektonische Merkmale. Ursprünglich war der Palast von einem großen Wasserbecken umgeben, das man einst fälschlich für einen Verteidigungsgraben hielt. In den historischen Berichten beschreibt Josephus die befestigte Anlage mit schmalen Höhleneingängen und ausgedehnten Gärten. Das Gebäude wurde nie fertiggestellt, da Hyrcanus 175 v. Chr. starb, und es erlitt Schäden durch das Erdbeben von 363 in Galiläa. Später wurde es in byzantinischer Zeit als Kirche genutzt, was dazu beitrug, die zweistöckige Struktur zu erhalten. Heute steht Qasr Al Abd als seltenes Beispiel hellenistischer Architektur in Jordanien und gibt spannende Einblicke in die kulturelle und politische Geschichte der Region in der späten Zeit des Zweiten Tempels.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Qasr Al Abd sind die kühleren Monate im Frühling oder im Herbst, um der Sommerhitze zu entgehen. Besucher sollten – wenn möglich – ihre Tickets im Voraus kaufen, da die Anlage bei Touristen beliebt ist. Aufgrund unebenen Geländes werden bequeme Wanderschuhe empfohlen. Geführte Touren können das Erlebnis bereichern, weil sie historischen Kontext vermitteln. Eventuell gibt es Ermäßigungen für Schüler, Senioren oder Gruppen. Da es sich um ein Outdoor-Gelände handelt, sollten Sie Wasser und Sonnenschutz mitbringen.

Interessante Fakten

  • Der Palast zeigt aufwendige Tierreliefs, darunter eine Löwin, die ein Jungtier birgt – ein Symbol für Schutz.
  • Nahe der Stätte wurden zwei aramäische Inschriften mit dem Namen „Tobiah“ gefunden, die eine Verbindung zur Familie der Tobiad herstellen.
  • Josephus beschrieb den Palast so, dass er schmale Höhleneingänge hatte, um sich gegen mögliche Belagerungen zu verteidigen.
  • Ursprünglich war der Palast von einem großen Wasserbecken umgeben, das einst für einen Graben gehalten wurde.
  • Der Name „Qasr al-Abd“ bedeutet „Burg des Dieners“ oder „Burg des Sklaven“; möglicherweise bezieht er sich auf Hyrcanus als Diener des Königs.

Geschichte

Qasr Al Abd wurde im frühen 2.

Jahrhundert v.

Chr.

von Hyrcanus erbaut, einem Angehörigen der Tobiad-Familie, der Ammon regierte.

175

Vorgesehen war der Bau als repräsentativer Palast oder als Mausoleum, doch blieb er wegen des Suizids von Hyrcanus im Jahr 175 v.

Chr.

im Zuge politischer Unruhen unvollendet.

Dabei ging es um den seleukidischen König Antiochus Epiphanes.

363

Später wurde die Stätte durch das Erdbeben von 363 in Galiläa beschädigt, aber erhalten, weil sie in eine byzantinische Kirche umgewandelt wurde.

Über Jahrhunderte entwickelten sich die Ruinen zu einer bedeutenden archäologischen Stätte, die den hellenistischen Einfluss in Jordanien widerspiegelt.

Ortsführer

1
Hauptanlage des Palastes2nd century BCE
Hyrcanus of the Tobiad family zugeschrieben

Der zweistöckige steinerne Palast mit einer Größe von etwa 40 mal 20 Metern und filigranen Tierreliefs sowie hellenistischen architektonischen Details bildet das Herzstück der Wohnanlage der Tobiad-Familie.

2
Bereich des Wasserbeckens2nd century BCE

Ein ausgegrabener großer Pool, der den Palast umgab. Er wurde ursprünglich als Verteidigungsgraben angesehen, dürfte aber eher dekorativ gewesen sein, um die Ästhetik des Palastes zu unterstreichen.

3
Anliegende Grabungs- bzw. Bestattungshöhlen4th century BCE or earlier

Felsengeschnittene Höhlen nahe dem Palast mit aramäischen Inschriften des Namens „Tobiah“ sowie Reliefdarstellungen wie eine Löwin, die ein Jungtier birgt – verbunden mit der Tobiad-Familie.

Kontakt

Telefon: (06) 460 3360