Ajloun-Burg

Ajloun-Burg

‘Ajlūn

80/10090 min

Die Ajloun-Burg, auch bekannt als Qalʻat ar-Rabad, ist eine mittelalterliche muslimische Festung, die im 12. Jahrhundert von den Ayyubiden im nordwestlichen Jordanien errichtet wurde. Durch ihre strategische Lage auf einem Hügel überblickt sie drei Wadis, die zum Jordan-Tal hinabführen, und kontrolliert so bedeutende Handels- und Militärverbindungen zwischen Damaskus, Ägypten und dem südlichen Jordanien. Zunächst ließ Izz al-Din Usama die Burg bauen, um sich gegen die Vorstöße der Kreuzfahrer zu wappnen und um aufständische beduinische Stämme unter Kontrolle zu bringen. Die Anlage verfügt über vier Ecktürme, mächtige Ringmauern mit Schießscharten sowie einen tiefen, umlaufenden Graben. Die Mamluken erweiterten die Festung im 13. Jahrhundert und ergänzten neue Türme und Tore. Spätere Restaurierungen machten schließlich Zerstörungen durch die Mongolen sowie Schäden durch Erdbeben wieder wett. Neben ihrer militärischen Funktion schützte die Burg auch lokale Eisenerzminen und diente als Verwaltungszentrum. Heute können Besucher die gut erhaltenen Mauern, Türme und ein Museum erkunden, das Funde aus verschiedenen historischen Epochen zeigt. Die Ajloun-Burg ist bis heute ein bedeutendes kultur- und geschichtliches Wahrzeichen und spiegelt die mittelalterliche islamische Architektur der Region sowie ihre strategische Bedeutung wider.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Ajloun-Burg sind Frühling und Herbst, wenn das Wetter mild ist und die Landschaft ringsum besonders grün und üppig. In der Hauptsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Die Burg bietet geführte Touren an, die noch mehr historischen Kontext vermitteln. Gelegentlich gibt es moderate Ermäßigungen für Schüler und Gruppen. Aufgrund des unebenen Geländes und zahlreicher Treppen sind bequeme Wanderschuhe empfehlenswert.

Interessante Fakten

  • Die Ajloun-Burg wurde über den Ruinen eines byzantinischen Klosters errichtet und verbindet sie so mit der christlichen Vergangenheit der Region.
  • Die Burg war eine von wenigen muslimischen Festungen, die speziell gebaut wurden, um sich gegen Kreuzfahrer-Vorstöße in Transjordanien zu verteidigen.
  • Ihr Graben war außergewöhnlich breit und tief: im Durchschnitt 16 Meter breit und 12 bis 15 Meter tief.
  • Die Burg kontrollierte drei Haupt-Wadis (Täler), die zum Jordan-Tal führten, und hatte dadurch eine große strategische Bedeutung.
  • Teile der Burg wurden 1260 von mongolischen Truppen zerstört, aber schon nach dem Sieg der Mamluken bei Ain Jalut rasch wieder aufgebaut.

Geschichte

1184

Die Ajloun-Burg wurde ursprünglich 1184 von Izz al-Din Usama, einem Offizier unter Saladin, an der Stelle eines ehemaligen byzantinischen Klosters errichtet.

Sie sollte wichtige Routen kontrollieren und Kreuzfahrer-Vorstöße abwehren.

1214

In den Jahren 1214 bis 1215 wurde die Burg durch den mamlukischen Statthalter Aibak ibn Abdullah erweitert, der einen Turm und ein Tor ergänzte.

1260

1260 beschädigten die Mongolen die Festung, doch schon bald wurde sie von Sultan Baibars wiederhergestellt.

In der Zeit der Osmanen beherbergte die Burg eine kleine Garnison und wurde von lokalen Machthabern strategisch genutzt.

1837

Große Erdbeben richteten 1837 und 1927 Schäden an, doch seitdem wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch Jordaniens Department of Antiquities durchgeführt.

Ortsführer

1
Hauptfestung und Türme12. Jahrhundert
Izz al-Din Usama

Die ursprüngliche Anlage der Burg umfasst vier Ecktürme, die durch dicke Ringmauern mit Schießscharten miteinander verbunden sind. Die Konstruktion war auf Verteidigung und Überwachung ausgelegt.

2
Mamluk-Ergänzungen1214–1215
Aibak ibn Abdullah

Anfang des 13. Jahrhunderts erweiterten die Mamluken die Burg, indem sie im Südosten eine neue Turm-Position ergänzten und ein befestigtes Tor errichteten.

3
Museums-Ausstellung

Im Inneren der Burg zeigt ein Museum Fundstücke aus verschiedenen historischen Epochen und veranschaulicht so das reiche kulturelle Erbe der Region.

Kontakt

Telefon: (02) 642 0115