
Port Royal
Kingston
Port Royal, gelegen an der Mündung des Kingston Harbour im südöstlichen Jamaika, wurde 1494 von den Spaniern gegründet. Zunächst wurde das Gebiet von den Taino bewohnt, die es Caguay nannten. In der Folge entwickelte sich die Gegend zu einem strategischen kolonialen Stützpunkt. Nachdem die Spanier sich auf Jamaika niedergelassen hatten, nutzten sie Port Royal vor allem, um Handelsrouten zu kontrollieren. Erst die englische Eroberung im Jahr 1655 verwandelte den Ort jedoch in einen lebhaften Hafen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war Port Royal die größte und wohlhabendste Stadt der Karibik – berühmt für den Reichtum, der durch Kaperfahrten und Piraterie angehäuft wurde. Bald galt Port Royal als „bösestes Stadt auf Erden“: Seine Seeleute und Piraten gönnten sich das volle Programm in Tavernen, Glücksspielhäusern und Bordellen. Die Stadt diente englischen und niederländischen Kaperfahrern als Basis, die spanische Schiffe angriffen und sich nach dem Entzug offizieller Kaperbriefe häufig der Piraterie zuwandten. Am 7. Juni 1692 zerstörten dann jedoch ein verheerendes Erdbeben und ein Tsunami große Teile der Stadt: Große Areale lagen danach unter Wasser – und Kingston stieg zur kommerziellen und politischen Drehscheibe Jamaikas auf. Heute ist Port Royal ein kleiner Fischereort mit archäologischer Bedeutung, und es gibt Pläne, ihn als Ziel für Kulturtourismus zu entwickeln, der seine einzigartige Vergangenheit als Kaperhafen in den Mittelpunkt stellt.
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Tipp: Besuchen Sie Port Royal in der Trockenzeit von Januar bis April, wenn das Wetter am angenehmsten ist. Ziehen Sie geführte Touren in Betracht, die die archäologischen Stätten und die Piratenhistorie erkunden. Es wird empfohlen, Tickets oder Touren im Voraus zu buchen – besonders bei Besuchen von Kreuzfahrtschiffen. Für Gruppen oder Pakete zum Kulturtourismus können Rabatte verfügbar sein. Seien Sie auf eine begrenzte Infrastruktur eingestellt: Planen Sie Transport und Unterkunft entsprechend.
Interessante Fakten
- •Port Royal war im 17. Jahrhundert einst die größte und reichste Stadt der Karibik.
- •Man nannte sie „bösestes Stadt auf Erden“, weil sie mit Piraten und Kaperfahrern in Verbindung gebracht wurde.
- •Das Erdbeben und der Tsunami von 1692 ließen große Teile von Port Royal unter Wasser versinken – heute ist es ein bedeutender Ort für Unterwasser-Archäologie.
- •Piraten bis aus so weit entfernten Orten wie Madagaskar nutzten Port Royal im 17. Jahrhundert als wichtigste Basis.
- •Port Royal diente zwischen der englischen Eroberung und dem Erdbeben von 1692 als inoffizielle Hauptstadt von Jamaika.
Geschichte
Port Royal wurde ursprünglich von den indigenen Taino bewohnt, die das Gebiet zum Fischen nutzten.
Die Spanier kamen 1494 und gründeten bis 1509 Siedlungen, doch die Stadt wurde erst stark ausgebaut, nachdem die Engländer sie 1655 eroberten.
Unter englischer Herrschaft wuchs Port Royal schnell zu einem Zentrum für Kaperfahrer und Piraten und blühte als wohlhabende Hafenstadt.
Das katastrophale Erdbeben und der Tsunami von 1692 zerstörten große Teile der Stadt, ließen ihre Bedeutung drastisch sinken und führten dazu, dass das nahe gelegene Kingston als Jamaikas Hauptstadt und wichtigste Stadt aufstieg.
Weitere Stürme und ein Erdbeben im Jahr 1907 trafen die Region ebenfalls erneut.
Heute ist sie weiterhin ein Ort von historischem und archäologischem Interesse.
Ortsführer
Fort Charles17th century
Eine der fünf Festungen, die Port Royal vor dem Erdbeben von 1692 schützten: Fort Charles war eine zentrale militärische Anlage, die den Hafen und seine lukrativen Handelsrouten absicherte.
Unterwasser-archäologische Stätten1692
Große Teile von Port Royal sanken nach dem Erdbeben von 1692 unter Wasser. So sind zahlreiche Artefakte und Bauwerke erhalten geblieben, die wertvolle Einblicke in das Leben und die Piraterie im 17. Jahrhundert in der Karibik geben.