Scrovegni-Kapelle

Scrovegni-Kapelle

Veneto

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Die Scrovegni-Kapelle, auch Arena-Kapelle genannt, ist eine kleine Kirche in Padua, Venetien, Italien, direkt neben dem Monastero degli Eremitani. Sie beherbergt einen berühmten Freskenzyklus, den Giotto um 1305 gemalt hat – gilt als bedeutendes Werk in der Geschichte der westlichen Kunst. Die Innenwände und die Decke der Kapelle sind mit umfangreichen Fresken bedeckt, die das Leben Christi, das Leben der Jungfrau Maria sowie allegorische Darstellungen der Laster und Tugenden zeigen und an der Eingangswand in einem prachtvollen Jüngsten Gericht gipfeln. Ursprünglich war die Kapelle Santa Maria della Carità gewidmet und wurde 1305 geweiht. Architektonisch ist das Kirchenschiff etwa 20,88 Meter lang, 8,41 Meter breit und 12,65 Meter hoch; die markante Apsis vereint einen rechteckigen und einen fünfeckigen Bereich. Die Fresken spiegeln ein theologisches Programm wider, das von augustinischen Quellen inspiriert ist, und markieren einen entscheidenden Moment in der Wandmalerei: Stil und Technik prägten sich im gesamten 14. Jahrhundert aus. Die Kapelle wurde von Enrico Scrovegni, einem wohlhabenden Bankier aus Padua, in Auftrag gegeben – als private Familienkapelle und Begräbnisstätte. Der Standort an der Stelle einer ehemaligen römischen Arena gab der Kapelle ihren zweiten Namen. Seit 2021 gehört die Kapelle zu einem UNESCO-Welterbe, das die Freskenzyklen aus dem 14. Jahrhundert in Padua würdigt.

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Tipp: Besucher werden gebeten, Tickets im Voraus zu buchen, da die Kapelle sehr beliebt ist und die täglichen Besucherzahlen begrenzt sind. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Morgenstunden, wenn das natürliche Licht die kräftigen Farben der Fresken besonders zur Geltung bringt. Audio-Guides oder geführte Touren werden empfohlen, um die theologische und künstlerische Bedeutung von Giottos Werk vollständig zu erfassen. Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende, Senioren und Gruppen. Bitte beachten: Fotografieren ist in der Kapelle in der Regel untersagt, um die Kunstwerke zu schützen.

Interessante Fakten

  • Die Fresken der Kapelle bedecken ungefähr 700 Quadratmeter, darunter etwa 180 Quadratmeter Deckenfläche, die fast vollständig in Blau gemalt ist.
  • Jeden 25. März, dem Fest der Verkündigung, fällt ein Sonnenstrahl durch das Fresko des Jüngsten Gerichts und beleuchtet die Hände von Enrico Scrovegni sowie der Jungfrau Maria.
  • Der Freskenzyklus erforderte etwa 625 „giornate“ bzw. Arbeitstage – jeder Tag entsprach der Menge an Malerei, die Giottos Team schaffen konnte, bevor der Putz getrocknet war.
  • Eine vollformatige Replik der Scrovegni-Kapelle gibt es in Japan im Otsuka Museum of Art.
  • Giottos Fresken in der Kapelle gelten als der Beginn einer Revolution in der Wandmalerei, die die Kunst für das gesamte 14. Jahrhundert beeinflusste.

Geschichte

Die Scrovegni-Kapelle wurde in den frühen 1300er-Jahren von Enrico Scrovegni in Auftrag gegeben.

Er hatte in Padua am Standort einer römischen Arena Land gekauft, um dort seinen Palast und seine private Kapelle zu errichten.

1303

Giotto, damals in seinen späten 30ern, wurde beauftragt, die Kapelle zwischen 1303 und 1305 mit Fresken auszuschmücken.

1303

Die Kapelle wurde zweimal geweiht: zunächst 1303 und schließlich endgültig 1305.

Kurz nach Abschluss entstand ein Streit mit den nahegelegenen Ordensbrüdern über die Umbauten Scrovegni­s, was zur Demolierung der geplanten Apsis und des Querschiffs führte – dort befanden sich die Grabstätten der Familie Scrovegni.

Die Fresken wurden seitdem als bedeutendes Zeugnis frührenaissancezeitlicher Kunst und theologischen Ausdrucks bewahrt.

Ortsführer

1
Fresken zum Leben der Jungfrauca. 1303-1305
Giotto und Werkstatt

Eine Reihe von Fresken, die Schlüsselmomente aus dem Leben der Jungfrau Maria zeigt und ihre Rolle im menschlichen Heil hervorhebt – mit theologischen Motiven, die von augustinischen Texten inspiriert sind.

2
Fresken zum Leben Christica. 1303-1305
Giotto und Werkstatt

Umfangreiche Zyklen, die das Leben und die Passion Jesu Christi veranschaulichen und Giottos innovative Nutzung von Emotion und Erzählweise in der religiösen Kunst zeigen.

3
Fresko des Jüngsten Gerichtsca. 1305
Giotto und Werkstatt

Ein monumentales Fresko an der Eingangswand, das das Jüngste Gericht darstellt. Im Vordergrund stehen moralische Themen, umgesetzt mit eindrucksvollen Bildern von Heil und Verdammnis.

4
Tugenden- und Lastertafelnca. 1303-1305
Giotto und Werkstatt

Monochrome Grisaille-Panels mit allegorischen Darstellungen der Laster und Tugenden – sie verstärken die moralischen Botschaften des Freskenzyklus der Kapelle.

Kontakt

Telefon: 049 201 0020