
Römisches Theater von Aosta
Valle d'Aosta
Das Römische Theater von Aosta, das in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. entstand, gilt als bemerkenswertes Beispiel für die Architektur der Hochkaiserzeit. Es liegt nahe der Porta Praetoria am Decumanus Maximus und nimmt eine rechteckige Fläche von etwa 81 Metern Breite und 64 Metern Länge ein. Die imposante Fassade ist auf der Südseite 22 Meter hoch und zeigt vertikale Strebepfeiler im Abstand von 5,5 Metern sowie vier Ebenen mit Öffnungen – darunter Eingangsbögen und drei Geschosse mit Fenstern. Das lässt darauf schließen, dass es sich um ein überdachtes Theater handelte, ähnlich dem in Pompeji. Die Zuschauerreihen (cavea) konnten zwischen 3.500 und 4.000 Besuchern Platz bieten, die Orchestra hatte einen Radius von 10 Metern. Obwohl nur noch die Fundamentreste der Bühnenwand erhalten sind, waren diese einst mit korinthischen Säulen, Statuen und einer Marmorauskleidung verziert. Die leicht rechteckige Form und die hervorragende Erhaltung verdankt das Theater vor allem mittelalterlichen Bauten, die an seiner Südseite angebracht waren. Historisch gehörte es zu einem lebhaften Vergnügungsviertel in Augusta Praetoria Salassorum – gemeinsam mit dem nahegelegenen Amphitheater. Heute finden weiterhin Konzerte und Aufführungen statt, die Besucher mit dem antiken römischen Theater der Komödien, Possen und Mimen von Plautus verbinden. Das dramatische Setting zwischen den Alpenfelsen macht den Besuch besonders eindrucksvoll und das Theater zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Aostas.
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Tipp: Das Theater ist bis zum Frühjahr 2026 geschlossen, planen Sie Ihren Besuch also entsprechend. Die beste Zeit, um Veranstaltungen und Konzerte zu erleben, ist in der Sommersaison, wenn der Ort mit kulturellen Programmen lockt. Tickets und die Teilnahme an Events können eine vorherige Buchung erfordern – prüfen Sie daher die offizielle Website für aktuelle Informationen und mögliche Ermäßigungen. Der Ort ist zugänglich und liegt nahe der Porta Praetoria, sodass sich der Besuch mit weiteren historischen Stationen in Aosta gut kombinieren lässt.
Interessante Fakten
- •Die Fassade des Theaters ist 22 Meter hoch und gehört zu den am besten erhaltenen Beispielen der römischen Theaterarchitektur in Italien.
- •Es bot Platz für zwischen 3.500 und 4.000 Zuschauer – eine große Kapazität für seine Zeit.
- •Vermutlich war das Theater mit einem Dach versehen, ein sogenanntes „theatrum tectum“, ähnlich dem Theater in Pompeji.
- •Mittelalterliche Gebäude, die an der Südseite angebracht waren, trugen dazu bei, die Bausubstanz des Theaters über zwei Jahrtausende hinweg zu bewahren.
- •Die nahegelegene Porta Praetoria, das östliche Stadttor des römischen Aosta, behält trotz allem weiterhin weitgehend ihre ursprüngliche Form – abgesehen von Marmorbedeckungen.
- •Seit 2011 beherbergt eine moderne, überdachte Struktur direkt neben dem Theater Konzerte und Veranstaltungen und setzt damit die Tradition als kultureller Treffpunkt fort.
Geschichte
Kurz nach der Gründung von Augusta Praetoria Salassorum um 25 v.
Chr.
wurde das Römische Theater von Aosta errichtet.
Gebaut wurde es im frühen 1.
Jahrhundert n.
Chr.
während der Herrschaft von Kaiser Claudius.
Es gehörte zu einem nördlichen Unterhaltungskomplex, der das Amphitheater einschloss – beide Anlagen befanden sich in der Nähe des nordöstlichen Bereichs der Stadt, nahe der Porta Praetoria.
Über Jahrhunderte hinweg blieb das Theater durch mittelalterliche Bauten erhalten, die an der Südseite angebracht waren.
Im 19.
Jahrhundert wurden die Erhaltungsbemühungen verstärkt, insbesondere als der lokale Historiker Jean-Antoine Gal eingriff, um zu verhindern, dass das Theater für Baumaterialien abgerissen wurde.
Archäologische Untersuchungen begannen in den 1830er-Jahren; größere Restaurierungen fanden zwischen 1933 und 1941 statt, weitere Konsolidierungen folgten 2008–2009.
Seit 2011 ermöglicht eine moderne Anlage direkt neben dem Theater, Veranstaltungen in Innenräumen für über 1.000 Menschen auszurichten – und setzt damit die Tradition des Ortes als Kulturstätte fort.
Ortsführer
Fassade und Cavea1. Jahrhundert n. Chr.
Die südliche Fassade steigt beeindruckend auf 22 Meter Höhe empor und zeigt vertikale Strebepfeiler sowie vier Ebenen mit Öffnungen – darunter Eingangsbögen und Fenster. Die cavea, also der Zuschauerbereich, ist in einem rechteckigen Umfassungsbauwerk angelegt und konnte bis zu 4.000 Zuschauer aufnehmen. Das gibt einen spannenden Einblick in die architektonische Ingenieurskunst der Römer.
Orchestra und Fundamente der Bühnenwand1. Jahrhundert n. Chr.
Der Bereich der Orchestra hat einen Radius von 10 Metern und diente als Aufführungsfläche vor der Bühne. Obwohl nur noch die Fundamentreste der Bühnenwand erhalten sind, zeigen historische Aufzeichnungen, dass sie einst reich mit korinthischen Säulen, Statuen und einer Marmorauskleidung dekoriert war – ein Hinweis auf die Pracht des Theaters.
Moderne Veranstaltungsstruktur2011-2013
Diese überdachte Anlage wurde zwischen 2011 und 2013 direkt neben dem antiken Theater errichtet. Sie bietet Platz für über 1.000 Menschen und wird für Konzerte, Theateraufführungen sowie saisonale Events wie Weihnachtsmärkte genutzt – eine gelungene Verbindung zwischen antivem Kulturerbe und moderner Kultur.
Kontakt
Telefon: 331 149 1462