
Basilika des heiligen Franz von Assisi
Umbria
Die Basilika des heiligen Franz von Assisi in Umbrien, Italien, ist die Mutterkirche des Römisch-Katholischen Ordens der Konventualen Franziskanerbrüder und ein zentraler Ort christlicher Wallfahrt. Mit dem Bau wurde ab 1228 begonnen. Sie ist in den Hang gebaut und besteht aus zwei Hauptkirchen – der Oberen und der Unteren Basilika – sowie einer Krypta, in der die Gebeine des heiligen Franz von Assisi aufbewahrt werden. Die Obere Basilika ist ein frühes Meisterwerk des italienischen Frühgotikstils, üppig mit Fresken bedeutender mittelalterlicher Künstler wie Giotto, Cimabue und Simone Martini ausgestattet. Sie erzählen das Leben des heiligen Franz von Assisi und markieren eine wichtige Entwicklung in der italienischen Kunst. Die Untere Basilika zeigt einen ein schiffigen Grundriss in Gestalt des ägyptischen Kreuzes, mit Rippengewölben, und beherbergt Kapellen, die mit Kunstwerken aus den 14. bis 17. Jahrhunderten geschmückt sind. Zum Basilikakomplex gehört außerdem das Sacro Convento als Klosteranlage – und es ist ein markantes Wahrzeichen für Besucher, die Assisi ansteuern. Trotz Schäden durch ein Erdbeben im Jahr 1997 wurde die Basilika sorgfältig restauriert und ist bis heute sowohl ein spiritueller als auch künstlerischer Leuchtturm. Historisch bedeutsam ist sie zudem als Ort für interreligiöse Gebets-Treffen, die von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen wurden.
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Tipp: Besuchen Sie sie früh am Morgen oder am späten Nachmittag, um Menschenmengen zu vermeiden und eine eher besinnliche Atmosphäre zu erleben. Für geführte Touren werden im Voraus reservierte Tickets empfohlen – besonders während der Hochphase der Wallfahrt. Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende, Senioren und Gruppen. Planen Sie Zeit ein, um sowohl die Obere als auch die Untere Basilika und die Krypta zu erkunden. Prüfen Sie auf der offiziellen Website die aktuellen Öffnungszeiten und Sonderveranstaltungen.
Interessante Fakten
- •Die Basilika ist seit 2000 UNESCO-Welterbestätte, und zwar wegen ihrer kulturellen und künstlerischen Bedeutung.
- •Ihre Fresken von Giotto und anderen Meistern des Mittelalters gelten als grundlegend für die Entwicklung der italienischen Renaissance-Kunst.
- •Der Hügel, auf dem die Basilika steht, hieß einst „Hill of Hell“ (Hügel der Hölle), da dort Hinrichtungen stattfanden – später wurde er in „Hill of Paradise“ (Hügel des Paradieses) umbenannt.
- •Das Erdbeben von 1997 führte zum Einsturz des Gewölbes in der Oberen Basilika und tötete tragischerweise zwei Ordensbrüder und zwei Spezialisten.
- •Papst Johannes Paul II. hielt an der Basilika interreligiöse Weltgebetstage für den Frieden ab und versammelte Vertreter aus über 120 Religionen und Konfessionen.
Geschichte
Die Basilika wurde unmittelbar nach der Heiligsprechung des Franziskus im Jahr 1228 von Papst Gregor IX.
in Auftrag gegeben, der auch den Grundstein legte.
Die Untere Basilika wurde bis 1230 fertiggestellt und diente als Begräbnisstätte des Heiligen, während die Obere Basilika 1253 vollendet wurde.
Die Kirche wurde durch Papst Innozenz IV.
geweiht und 1288 durch Papst Nikolaus IV.
zur Papstkirche erhoben.
Der Platz vor der Basilika wurde 1474 mit Arkaden ausgestattet, um Pilger aufzunehmen.
1818 wurden die Gebeine des Heiligen unter dem Boden der Unteren Basilika wiederentdeckt.
Daraufhin entstand unter Papst Pius VII.
der Bau der Krypta.
Ein verheerendes Erdbeben im Jahr 1997 führte zu einem teilweisen Einsturz und beschädigte Fresken; die Restaurierung dauerte zwei Jahre.
Die Basilika hat bedeutende interreligiöse Friedens-Gebetsversammlungen beherbergt – besonders 1986 und 2002 unter Papst Johannes Paul II.
Ortsführer
Obere Basilika1239-1253
Ein architektonisches und künstlerisches Meisterwerk der italienischen Frühgotik: Die Obere Basilika besitzt gewölbte Decken und beherbergt einige der besten Freskenzyklen mit Szenen aus dem Leben des heiligen Franz von Assisi – von Giotto, Cimabue und weiteren mittelalterlichen Malern. Das lichtdurchflutete Innere und die Fresken markieren eine Zäsur in der Geschichte der italienischen Kunst.
Untere Basilika1228-1230
Die Untere Basilika hat ein einziges Seitenschiff mit Kreuzrippengewölben und gotischen Elementen, die mit der standfesten Wucht des Romanikbaus kombiniert sind. Sie umfasst Kapellen wie die Kapelle der heiligen Katharina und die Kapelle des heiligen Antonius Abt. Dort finden sich Fresken aus dem 14. bis 17. Jahrhundert; außerdem beherbergt sie die Krypta, in der der heilige Franz von Assisi beigesetzt ist.
Krypta des heiligen Franz von Assisi1818
Unterhalb der Unteren Basilika gelegen, enthält die Krypta die Gebeine des heiligen Franz von Assisi sowie einige seiner engsten Gefährten. Sie wurde im frühen 19. Jahrhundert errichtet, damit Pilger den Heiligen noch intensiver verehren konnten.
Sacro Convento, Klosteranlage13. Jahrhundert
Die angrenzende Klosteranlage, die als Wohn- und Hauptsitz des Franziskanischen Ordens dient. Sie hat historisch die religiösen Aufgaben der Basilika unterstützt und Pilger untergebracht.
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