
Abtei von Sant'Antimo
Toscana
Die Abtei von Sant'Antimo ist eine ehemalige Benediktinerabtei bei Castelnuovo dell'Abate in der Toskana, Italien. Gegründet im karolingischen Zeitalter, ungefähr zur Zeit Karls des Großen, wurde sie zu einem bedeutenden religiösen Zentrum, das zahlreiche Kirchen und Besitzungen in der Toskana kontrollierte. Die Abtei zeigt bemerkenswerte romanische Architektur, darunter eine karolingische Kapelle mit Fresken von Giovanni d'Asciano und eine Krypta darunter. Der Umgang (Ambulanz) mit radial angeordneten Kapellen ist in Italien eine Seltenheit und orientiert sich an französischen Vorbildern. Zu den besonderen künstlerischen Höhepunkten zählt der Kapitellschmuck mit der Darstellung „Daniel in der Löwengrube“ vom Meister von Cabestany. Die Außenmauern aus Alabaster reflektieren das Licht auf eine einzigartige Weise und verleihen dem Bau dadurch ein beinahe schwebendes Aussehen. Nach Jahrhunderten des Niedergangs – zeitweise sogar als Stall genutzt – wurde die Abtei im 19. Jahrhundert restauriert und 1992 wieder als Kloster in Betrieb genommen. Heute leben hier olivetanische Benediktinermönche, und die Abtei ist bis heute ein bedeutendes spirituelles und architektonisches Wahrzeichen an der Via Francigena-Route der Pilger.
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Tipp: Besuchen Sie die Abtei im Frühling oder im frühen Herbst für angenehmes Wetter und weniger Andrang. Es empfiehlt sich, geführte Touren oder Tickets im Voraus zu buchen – besonders in den Hauptzeiten der Pilger. Für Gruppen und Pilger können Rabatte verfügbar sein. Die Abtei ist mit dem Auto von Montalcino aus erreichbar; prüfen Sie vor der Planung Ihrer Besichtigung unbedingt die Öffnungszeiten auf der offiziellen Website.
Interessante Fakten
- •Die Außenmauern der Abtei bestehen aus Alabaster, der das Licht auf einzigartige Weise reflektiert und einen leuchtenden Effekt erzeugt.
- •Der Umgang mit radial angeordneten Kapellen ist in Italien ein seltenes architektonisches Merkmal, inspiriert von französischen Entwürfen.
- •Das Kapitell mit der Darstellung „Daniel in der Löwengrube“ wird dem französischen Meister von Cabestany zugeschrieben, einem renommierten mittelalterlichen Bildhauer.
- •Die Abtei war einst mächtig genug, um 38 Kirchen und etwa 1000 landwirtschaftliche Güter in der Toskana zu kontrollieren.
- •Nach dem Niedergang wurde die Abtei im 19. Jahrhundert zeitweise als Stall genutzt, bevor sie restauriert wurde.
- •Die Abtei liegt nahe der Via Francigena, einer alten Pilgerroute nach Rom.
Geschichte
Die Ursprünge der Abtei von Sant'Antimo reichen bis ins frühe 9.
Jahrhundert zurück: Die erste urkundlich belegte Landvergabe erfolgte 813 durch Ludwig den Frommen.
Auch wenn die Tradition Karls des Großen mit der Gründung in Verbindung bringt, gibt es dafür keinen direkten historischen Nachweis.
Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde bereits vor 1118 begonnen, womit die romanische Bauphase markiert ist.
Im Mittelalter übte die Abtei große Macht über weite Gebiete und Kirchen in der Toskana aus.
In den 12.
und 13.
Jahrhunderten kam es zu Konflikten mit Siena, und im 15.
Jahrhundert setzte ein Niedergang ein.
1462 wurde die Abtei dem Bistum Montalcino-Pienza angegliedert und geriet bis ins 19.
Jahrhundert in Vergessenheit, bis Restaurierungsmaßnahmen sie wiederbelebten.
1992 kehrte sie zur monastischen Nutzung zurück – unter den Prämonstratenser-Chorherren und später unter den olivetanischen Benediktinern.
Ortsführer
Karolingische Kapelle (Cappella Carolingia)11th-12th century
Diese Kapelle ist Teil der ursprünglichen karolingischen Bausubstanz und zeigt Fresken von Giovanni d'Asciano mit Szenen aus dem Leben des heiligen Benedikt. Heute dient sie als Sakristei und liegt oberhalb der Krypta.
KryptaCarolingian period
Unter der karolingischen Kapelle gelegen, bewahrt die Krypta ein Mittelschiff (Nave) und zwei Seitenschiffe auf, die durch vier Säulen voneinander getrennt sind. Sie zeigt damit einige der frühesten Teile der Bausubstanz der Abtei.
Umgang mit radialen Kapellen12th century
Ein seltenes architektonisches Merkmal in Italien: Der Umgang ermöglicht es Pilgern, um die Apsis herumzugehen und in mehreren Kapellen zu beten, die Reliquien beherbergen. Das Konzept ist von französischen kirchlichen Entwürfen inspiriert.
Kapitell von Daniel in der Löwengrube12th century
Ein kunstvoll geschnitztes Kapitell mit der biblischen Geschichte von Daniel, der inmitten der Löwen betet. Geschaffen vom Meister von Cabestany, einem bedeutenden französischen mittelalterlichen Bildhauer.
Kontakt
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