Kathedrale von Syrakus

Kathedrale von Syrakus

Sicilia

85/10090 min

Die Kathedrale von Syrakus, offiziell bekannt als Metropolitan Cathedral of the Nativity of the Most Holy Mary, ist die bedeutendste katholische Kirche in Syrakus auf Sizilien und Sitz des Erzbistums. Sie integriert als Besonderheit den antiken dorischen Tempel der Athena, der ursprünglich im 5. Jahrhundert v. Chr. auf der Insel Ortigia erbaut wurde, direkt in ihre Bausubstanz. Der Tempel wurde im 7. Jahrhundert n. Chr. zu einer christlichen Basilika umgewandelt, wodurch die Kathedrale zu den frühesten christlichen Kirchen Europas zählt. Über Jahrhunderte hat das Bauwerk zahlreiche kulturelle Einflüsse erlebt: byzantinische Umbauten, die Umwandlung in eine Moschee während der muslimischen Herrschaft und die normannische Rekonstruktion mit mittelalterlichen architektonischen Elementen. Das verheerende Erdbeben von 1693 zerstörte die normannische Fassade, ließ jedoch die innere Struktur und die ursprünglichen griechischen Säulen unbeschädigt. Die heutige Außenansicht zeigt vor allem barocke und rokokoartige Elemente aus dem 18. Jahrhundert, während im Inneren Bauteile aus der griechischen Tempelzeit und aus dem Mittelalter erhalten geblieben sind. Die Kathedrale beherbergt zahlreiche Statuen, Reliquien und Kunstwerke, die von Künstlern aus Italien und dem Ausland beigesteuert wurden, und symbolisiert damit die religiöse und kulturelle Geschichte von Syrakus. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe, zu dem auch das historische Zentrum von Syrakus sowie die Nekropole von Pantalica zählen.

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Tipp: Besuchen Sie die Kathedrale unter der Woche, um Menschenmengen zu vermeiden und eine ruhigere, nachdenkliche Atmosphäre zu erleben. Die beste Zeit für einen Besuch ist am Morgen, wenn das natürliche Licht die architektonischen Details im Inneren besonders hervorhebt. Erwägen Sie, Tickets im Voraus zu kaufen oder an geführten Touren teilzunehmen – besonders in den Hochsaisonzeiten. Ermäßigungen können für Studierende, Senioren und Gruppen verfügbar sein. Verpassen Sie nicht das nahe gelegene historische Zentrum von Ortigia für ein rundum stimmiges kulturelles Erlebnis.

Interessante Fakten

  • Die Kathedrale integriert den gesamten antiken Dorischen Tempel der Athena innerhalb ihrer Mauern – ein seltenes Beispiel dafür, wie ein griechischer Tempel in eine christliche Kirche eingegliedert wurde.
  • Man geht davon aus, dass es sich um die erste christliche Kirche in der westlichen Welt handelt: Sie wurde im 7. Jahrhundert aus einem heidnischen Tempel umgewandelt.
  • Die Kathedrale überstand das verheerende Erdbeben von 1693, das weite Teile des östlichen Siziliens heimsuchte, und bewahrte dabei ihre antiken Säulen sowie die Grundstruktur.
  • Die barocke Fassade wurde zwischen 1728 und 1754 neu aufgebaut, verdoppelte die Außenwand und schuf einen Vorhallen-Eingang.
  • Die Kathedrale beherbergt Reliquien und Kunstwerke aus verschiedenen Epochen und spiegelt so die vielfältige kulturelle Geschichte von Syrakus wider.

Geschichte

Der Ort der Kathedrale von Syrakus gilt bereits seit vorgriechischer Zeit als heilig; zunächst siedelten hier die Sizilier (Siculi).

Im 5.

Jahrhundert v.

Chr.

wurde der Dorische Tempel der Athena hier errichtet und diente als wichtigstes religiöses Zentrum der antiken Polis Syracusa (Syrakus).

Im 7.

Jahrhundert n.

Chr.

wurde der Tempel von den Byzantinern in eine christliche Basilika umgewandelt – ein Zeichen für einen der frühesten christlichen Gottesdienstorte im westlichen Europa.

Während der muslimischen Herrschaft wurde das Gebäude in eine Moschee umgewandelt und spiegelte damit die sich wandelnde religiöse Landschaft der Stadt wider.

Die Normannen stellten die Kathedrale wieder in den Dienst des Christentums, indem sie Teile im mittelalterlichen Stil neu errichteten.

1693

Trotz des Erdbebens von 1693, das weite Teile des östlichen Siziliens zerstörte, blieben die Struktur und die antiken Säulen erhalten.

Das führte zu einer barocken Rekonstruktion der Fassade sowie zu Umbauten im Inneren im 18.

Jahrhundert.

Ortsführer

1
Dorianischer Tempel der Athena5th century BC

Der ursprüngliche dorische Tempel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. bildet das Herzstück der Kathedrale. Es handelt sich um einen peripteralen Hexastyl-Tempel mit 36 Säulen, der der Athena, der Schutzgöttin der Stadt, geweiht war. Säulen und Teile seiner Bausubstanz sind im Inneren der Kathedrale zu sehen und zeigen damit die antike griechische Architektur.

2
Barocke Fassade1728-1754

Die barocke Fassade wurde zwischen 1728 und 1754 errichtet und ersetzte nach dem Erdbeben von 1693 die zerstörte normannische Fassade. Sie besticht durch eine aufwendige Gestaltung mit gedrehten Säulen und dekorativen Motiven und schafft eine prächtige Eingangsvorhalle, die sich deutlich von den antiken griechischen Säulen im Inneren absetzt.

3
Inneres Langhaus und KapellenMedieval period to 18th century

Im Inneren wechseln sich antike griechische Elemente – etwa die Tempelsäulen – mit barocken Dekorationen ab. Mehrere Kapellen beherbergen Statuen, Reliquien und Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen, darunter die Kapelle des Kreuzifix und die Kapelle der Heiligen Lucia. Im Langhaus finden sich Renaissance-Gemälde an den freiliegenden hölzernen Dachbindern, die aus dem Jahr 1518 datieren.

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