
Tal der Tempel
Sicilia
Das Tal der Tempel, nahe Agrigento an der Südküste Siziliens gelegen, gehört zu den bedeutendsten archäologischen Stätten der Magna Graecia. Es umfasst eine Reihe monumentaler dorischer Tempel, die vor allem aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammen und in der Blütezeit der Stadt Akragas entstanden. Zum Gelände gehört der Tempel der Concordia, der größte und am besten erhaltene dorische Tempel auf Sizilien. Er ist berühmt für seine ausgewogenen Proportionen und die klassische Architektur. Ursprünglich um 440–430 v. Chr. errichtet, wurde der Tempel später im 6. Jahrhundert zu einer christlichen Basilika umgewandelt – ein Umstand, der zu seiner bemerkenswerten Erhaltung beitrug. Das Tal bietet außerdem weitere bedeutende Tempel, die Gottheiten wie Herakles, Juno, Demeter und Zeus gewidmet sind und damit die religiöse und kulturelle Vielfalt der antiken Stadt widerspiegeln. Der archäologische Park erstreckt sich über etwa 1.300 Hektar und ist damit der größte archäologische Park Europas und des Mittelmeerraums. Seit 1997 wird das Tal der Tempel von der UNESCO als Welterbestätte anerkannt und zieht Besucher aus aller Welt an, um die historische Großartigkeit und die architektonische Schönheit zu bewundern. Die Kombination aus natürlicher Landschaft und antiken Ruinen vermittelt einen einzigartigen Einblick in die klassische Antike und den Wohlstand des antiken Akragas.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Tals der Tempel sind die Monate im Frühling und im Herbst, wenn das Wetter mild ist und weniger los ist. Es empfiehlt sich, die Tickets im Voraus zu kaufen – besonders in der Hochsaison –, um lange Warteschlangen zu vermeiden. Besucher können von ermäßigten Tarifen für Studierende, Senioren und Gruppen profitieren. Geführte Touren werden angeboten und sind sehr empfehlenswert, um den historischen Kontext und die architektonischen Details der Tempel wirklich zu verstehen. Aufgrund des großen Geländes und des unebenen Untergrunds sind bequeme Wanderschuhe ratsam. Ein Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag liefert zudem schönes Fotolicht und sorgt oft für ein ruhigeres Erlebnis.
Interessante Fakten
- •Der Tempel der Concordia gilt – nach dem Parthenon – als der am besten erhaltene dorische Tempel der Welt.
- •Das Tal der Tempel umfasst etwa 1.300 Hektar und ist damit der größte archäologische Park in Europa und im Mittelmeerraum.
- •Die antike Stadt Akragas, um die herum die Tempel errichtet wurden, hatte in ihrer Blütezeit einst etwa 20.000 Einwohner.
- •Der Tempel der Concordia wurde im 6. Jahrhundert in eine christliche Basilika umgewandelt, was zu seiner außergewöhnlichen Erhaltung beitrug.
- •Das Gelände umfasst einen nicht vollendeten Tempel, der Zeus gewidmet ist – das sogenannte Olympieion –, der zu den größten dorischen Tempeln der klassischen Antike gehörte.
Geschichte
Die antike Stadt Akragas wurde 581 v.
Chr.
von griechischen Siedlern aus Gela und Rhodos gegründet.
Sie wuchs rasch und wurde zu einem wohlhabenden und einflussreichen Zentrum auf Sizilien.
Das Tal der Tempel wurde vor allem im 5.
Jahrhundert v.
Chr.
entwickelt – ein Spiegelbild des Reichtums und der religiösen Hingabe der Stadt.
Große Tempelbauten entstanden als Dank für militärische Erfolge, etwa über die Karthager.
Nach einer verheerenden Belagerung durch die Karthager im Jahr 406 v.
Chr.
ging Akragas zurück, blieb jedoch in wechselnden Herrschaftsformen bewohnt – darunter die punische und später die römische Zeit.
Der Tempel der Concordia wurde im 6.
Jahrhundert in eine christliche Basilika umgewandelt, was dazu beitrug, ihn über die Jahrhunderte hinweg zu erhalten.
Restaurierungsmaßnahmen im 18.
Jahrhundert halfen dabei, die klassischen Formen der Tempel wiederherzustellen.
1997 wurde das gesamte archäologische Areal als UNESCO-Welterbestätte eingetragen und damit sein außergewöhnlicher kultureller Wert gewürdigt.
Ortsführer
Tempel der Concordiaca. 440–430 v. Chr.
Der größte und am besten erhaltene dorische Tempel auf Sizilien, erbaut um 440–430 v. Chr. Er besitzt eine Peristasis mit sechs mal dreizehn Säulen, mit harmonischer Abstufung der Säulen; später wurde er in eine christliche Basilika umgewandelt und seine Struktur so erhalten.
Tempel des HeraklesEnde des 6. Jahrhunderts v. Chr.
Einer der ältesten Tempel im Tal, der bis in das späte 6. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Er liegt nahe an einem der Haupttore der antiken Stadt und war dem Helden Herakles geweiht.
Tempel der Juno5. Jahrhundert v. Chr.
Ein bedeutender Tempel, der auf einem massiven Fundament errichtet wurde, um dem unebenen, felsigen Untergrund Rechnung zu tragen. Er ist der Göttin Juno geweiht. Er zeigt die klassische dorische Architektur und liegt in der Nähe des Tempels der Concordia.
Tempel des Zeus Olympieionca. 480–406 v. Chr.
Ein unvollendeter kolossaler dorischer Tempel, der Zeus geweiht ist. Er begann um 480 v. Chr. und wurde nie fertiggestellt. Er war dafür gedacht, der größte dorische Tempel der klassischen Antike zu werden.
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