Römisches Amphitheater von Cagliari

Römisches Amphitheater von Cagliari

Sardegna

70/10060 min

Das Römische Amphitheater von Cagliari, im Süden Sardiniens gelegen, ist eine bemerkenswerte antike Anlage aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Etwa zur Hälfte in den Fels gehauen und zur anderen Hälfte mit lokalem weißem Kalkstein errichtet, ragte seine Fassade einst über 20 Meter hoch. Das Amphitheater war rund 93 mal 80 Meter groß; die Arena umfasste etwa 1124 Quadratmeter. Hier fanden Gladiatorenkämpfe, Kämpfe zwischen Männern und Tieren sowie öffentliche Hinrichtungen statt – mit Platz für bis zu 8.000 Zuschauer, ungefähr ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung der antiken römischen Stadt. Die Sitzordnung war gesellschaftlich strikt gegliedert: Die Elite saßen auf dem Podium, freie Bürger nach Rang, während Frauen und Sklaven feste Plätze in den oberen Rängen hatten. Ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. verfiel die Anlage nach dem Niedergang der Gladiatorenspiele. Später diente sie mehreren aufeinanderfolgenden Herrschern, darunter den Byzantinern, Pisanern und Aragonesen, als Steinbruch. Im 19. Jahrhundert wurde das Amphitheater unter Giovanni Spano wiederentdeckt und ausgegraben. Seitdem ist es als bedeutende archäologische Stätte erhalten geblieben und spiegelt das kulturelle und gesellschaftliche Leben im römischen Sardinien wider.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch sind Frühling und Herbst, wenn das Wetter mild ist. Tickets bekommt man oft vor Ort, dennoch empfiehlt es sich, vorher nach möglichen geführten Touren oder besonderen Veranstaltungen zu schauen. Aufgrund des unebenen Geländes sollten Besucher bequeme Schuhe tragen. Das Amphitheater ist eine Freiluftstätte – daher sind Sonnenschutz und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ratsam. Gelegentlich finden hier auch Kulturveranstaltungen und Konzerte statt, die ein besonderes Erlebnis bieten, bei dem Geschichte und zeitgenössische Kultur miteinander verschmelzen.

Interessante Fakten

  • Das Amphitheater konnte bis zu 8.000 bis 10.000 Zuschauer fassen – fast ein Drittel der Bevölkerung des antiken Caralis.
  • Es war teils direkt in den Fels gehauen und teils mit lokalem weißem Kalkstein gebaut.
  • Die Arena-Fläche lag bei über 1.100 Quadratmetern – damit gehört sie zu den größten römischen Amphitheatern auf Sardinien.
  • Hier fanden öffentliche Hinrichtungen vor jubelnden Zuschauermengen statt – zusammen mit Gladiatorenkämpfen und Tierkämpfen.
  • Anfang der 2000er-Jahre wurde für Konzerte eine temporäre Eisen- und Holzstruktur installiert, später aber wieder entfernt, um die archäologische Substanz der Stätte zu schützen.
  • Das Amphitheater wurde im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und ausgegraben, nachdem es jahrhundertelang unter der Erde verborgen gewesen war.

Geschichte

Im 2.

Jahrhundert n.

Chr., während der römischen Herrschaft über Sardinien und Korsika, errichtet, diente das Amphitheater als Austragungsort für Gladiatorenkämpfe, Tierkämpfe und öffentliche Hinrichtungen.

438

Mit dem Aufkommen des Christentums und dem Verbot der Gladiatorenspiele durch Kaiser Valentinian III im Jahr 438 n.

Chr.

geriet das Amphitheater außer Gebrauch.

In frühen Mittelalter und späteren Epochen wurde es von verschiedenen Herrschern, darunter den Byzantinern, Pisanern und Aragonesen, als Steinbruch ausgebeutet.

Im 19.

Jahrhundert erwarb die Gemeinde Cagliari das Gelände und startete archäologische Ausgrabungen unter der Leitung des Kanonikus Giovanni Spano.

Dabei wurden bedeutende Funde und bauliche Elemente freigelegt.

In den letzten Jahrzehnten liegt der Fokus darauf, die Stätte als archäologisches Denkmal zu erhalten – dabei wurden moderne Strukturen entfernt, die früher Sommerveranstaltungen ermöglicht hatten und so dazu beitrugen, das ursprüngliche Erscheinungsbild wiederherzustellen.

Ortsführer

1
Die Arena2nd century AD

Der zentrale Bereich, in dem Gladiatorenkämpfe und Tierkämpfe stattfanden – mit einer ungefähren Größe von 46 mal 31 Metern. In der Antike war er mit Marmortafeln bedeckt; einige davon wurden bei Ausgrabungen freigelegt.

2
Das Podium2nd century AD

Ein erhöhtes Podest über der Arena, das für bedeutende Bürger und Würdenträger reserviert war und den besten Blick auf die Ereignisse bot.

3
Cavea (Sitzbereiche)2nd century AD

Die gestuften Sitzreihen waren nach sozialem Rang angeordnet: ima, media und summa cavea für freie Bürger, während Frauen und Sklaven im obersten überdachten Rang saßen.

Kontakt

Telefon: 070 677 7900