Basilika San Gavino

Basilika San Gavino

Sardegna

75/10090 min

Die Basilika San Gavino in Porto Torres auf Sardinien ist ein herausragendes Beispiel für die proto-romanische Architektur und die größte romanische Kirche der Insel. Ursprünglich Bischofskirche, dient sie heute als Pfarrkirche. Sie ist ein bedeutender Ort der Verehrung lokaler Märtyrer – darunter auch des Heiligen Gabinus. Gegründet wurde sie im frühen 11. Jahrhundert von Gonario I, dem giudice von Torres und Arborea; der Bau wurde unter seinem Sohn Barisone I fortgeführt. Die Einweihung erfolgte 1080 durch Judike Marianus I sowie den Erzbischof Constantine von Castra. Architektonisch besitzt die Basilika einen rechteckigen Grundriss mit zwei einander gegenüberliegenden Apsiden – eine seltene Besonderheit. Die Außenfassade ist mit Blendarkaden (blinden Säulen) und Lombardbändern verziert, im Inneren erwartet Besucher ein Langhaus und zwei Seitenschiffe, getrennt durch Rundbögen. Getragen werden diese Bögen von antiken Säulen aus grauem Marmor und rosa Granit, von denen viele römische Kapitelle tragen. Der Hochaltar befindet sich in der südwestlichen Apsis, die gegenüberliegende Apsis beherbergt ein hölzernes Catafalque aus dem 17. Jahrhundert mit polychromen Statuen der Märtyrer. In der Krypta finden sich antike römische Sarkophage mit Überresten, die den Märtyrern von Torres zugeschrieben werden. Außerdem zeigt die Basilika katalanisch-gotische Elemente, die im Zuge einer Restaurierung im 15. Jahrhundert ergänzt wurden. Ihre historische und religiöse Bedeutung – kombiniert mit der architektonischen Besonderheit – macht die Basilika zu einem lohnenden Ziel für alle, die sich für das mittelalterliche Erbe Sardiniens interessieren.

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Tipp: Besucher sollten in Erwägung ziehen, die Basilika unter der Woche zu besuchen, um Menschenmengen zu vermeiden und eine ruhigere, besinnlichere Atmosphäre zu genießen. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus über die offizielle Website oder telefonisch zu prüfen – besonders an religiösen Feiertagen. Tickets können manchmal vor Ort gekauft werden, doch eine Vorbuchung über die offizielle Website ist häufig bequemer. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Senioren und Gruppen. Aufgrund der Größe der Basilika und des umliegenden archäologischen Bereichs werden bequeme Schuhe empfohlen.

Interessante Fakten

  • Die Basilika ist die größte romanische Kirche Sardiniens.
  • Sie verfügt einzigartig über zwei Apsiden an entgegengesetzten Enden des rechteckigen Grundrisses – ein seltenes architektonisches Merkmal.
  • Viele der Säulen im Inneren stammen als Spolien von antiken römischen Gebäuden und zeigen römische Kapitelle.
  • In der Krypta befinden sich antike römische Sarkophage mit den Überresten der lokalen Märtyrer Gabinus, Protus und Ianuarius.
  • Das Hauptportal ist eine katalanisch-gotische Ergänzung aus dem 15. Jahrhundert; besonders hervorzuheben sind die Engelskapitelle mit Wappen.

Geschichte

Porto Torres, historisch auch bekannt als Turris Libisonis, war vom 3.

1441

Jahrhundert bis 1441 Bischofssitz, bis der Sitz nach Sassari verlegt wurde.

Die Basilika San Gavino wurde im frühen 11.

1080

Jahrhundert von Gonario I gegründet, für deren Ausführung Pisaner Meister beauftragt wurden, und 1080 eingeweiht.

Sie wurde über einem Areal errichtet, auf dem sich zuvor frühere paleo-christliche Basiliken sowie eine Nekropole aus dem 5.

bis 7.

Jahrhundert befanden – einschließlich des Grabes des Heiligen Gabinus.

Die Restaurierung im 15.

Jahrhundert brachte katalanisch-gotische Elemente ein, und im 17.

1614

Jahrhundert wurde die Krypta renoviert, um Reliquien der in 1614 entdeckten lokalen Märtyrer aufzunehmen.

Ortsführer

1
Hauptportal15th century

Der südliche Eingang zeigt ein katalanisch-gotisches Portal aus dem 15. Jahrhundert mit einem Rundbogen, der von Säulen getragen wird; deren Kapitelle stellen Engel dar, die Wappen halten. So veranschaulicht das Portal die Verbindung von romanischen und gotischen Stilelementen.

2
Langhaus und Seitenschiffe11th century
Pisan masters

Das Innere besteht aus einem breiten Langhaus, flankiert von zwei Seitenschiffen, die durch Rundbögen getrennt sind. Diese Bögen ruhen auf zweiundzwanzig antiken Säulen aus grauem Marmor und rosa Granit, von denen viele römische Kapitelle tragen. Das Langhaus ist dreimal so breit wie die Seitenschiffe und besitzt eine hölzerne Dachbinderdecke; die Seitenschiffe hingegen sind mit Kreuzgewölben ausgestattet.

3
ZwillingsapsidenOriginal 11th century; catafalque 17th century

Die Basilika besitzt zwei Apsiden an den gegenüberliegenden, kürzeren Seiten des rechteckigen Grundrisses – eine seltene architektonische Besonderheit. In der südwestlichen Apsis befindet sich der Hochaltar, während die gegenüberliegende Apsis ein hölzernes Catafalque aus dem 17. Jahrhundert enthält, mit polychromen Statuen der Märtyrer Gabinus, Protus und Ianuarius.

4
Krypta und Anti-KryptaRenovated 17th century

In der Krypta sind antike römische Sarkophage untergebracht, die die Überreste lokaler Märtyrer enthalten, welche 1614 entdeckt wurden. Die im Stil der Renaissance gehaltene Anti-Krypta zeigt Statuen der Märtyrer und spiegelt so die religiöse Bedeutung der Basilika wider.

Kontakt

Telefon: 348 899 6823