
Zinzulusa-Höhle
Puglia
Die Zinzulusa-Höhle ist eine bekannte natürliche Küsten-Karst-Höhle an der Salento-Küste zwischen Castro und Santa Cesarea Terme im Süden Italiens. Berühmt ist sie für ihre beeindruckenden Stalaktiten und Stalagmiten, deren Form an herabhängende Lumpen erinnert – ein Merkmal, das sich auch im Namen widerspiegelt, der vom lokalen Dialektbegriff „zinzuli“ für „Lumpen“ abgeleitet ist. Die Höhle entstand hauptsächlich durch marine Erosion während des Pliozäns, ergänzt durch tektonische und alluviale Einflüsse. Die Höhle gliedert sich in drei klar unterscheidbare Bereiche: den Eingang mit der „Corridor of Wonders“ (Korridor der Wunder), der zu einem kleinen Süß- und Salzwassersee namens „Trabocchetto“ führt; die Krypta oder „The Cathedral“ (die Kathedrale), eine große Kammer mit glatten Wänden bis zu 25 Metern Höhe, die einst von Fledermäusen bewohnt war, deren Guano dicke Ablagerungen hinterließ; sowie den unteren Bereich („Bottom“), der 160 Meter weiter in das Höhleninnere reicht und das Becken „Cocito“ umfasst – mit geschichteten Gewässern unterschiedlicher Temperaturen und Salzgehalte. Die Zinzulusa ist wegen ihrer außergewöhnlichen biologischen Vielfalt bekannt, darunter endemische Arten und seltene aquatische Lebewesen wie Typhlocaris salentina und Spelaeomysis bottazzii, die im frühen 20. Jahrhundert entdeckt wurden. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist die Höhle in den ersten 150 Metern, wobei geführte Touren Einblicke in ihre geologische, paläontologische und biologische Bedeutung geben. Jährlich kommen rund 100.000 Besucher, besonders in den Sommermonaten – damit zählt die Zinzulusa zu den meistbesuchten Naturattraktionen Apuliens. Auch im italienischen Kino war die Höhle zu sehen, was ihrem natürlichen Reiz zusätzlichen kulturellen Wert verleiht. Der Erhalt wird fortlaufend betrieben, da sie zu den weltweit am stärksten gefährdeten Karstsystemen zählt.
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Tipp: Besucher sollten raten, geführte Touren im Voraus zu buchen – besonders in der arbeitsreichen Sommerzeit, wenn die Besucherzahlen ihren Höhepunkt erreichen. Die beste Zeit für einen Besuch ist der Frühling oder der frühe Herbst, um den Sommerandrang zu vermeiden und angenehmere Temperaturen zu genießen. Die zugängliche Tour umfasst etwa 150 Meter und dauert rund 30 Minuten. Für Gruppen, Studierende oder Seniorinnen und Senioren können Ermäßigungen verfügbar sein. Tragen Sie bequeme Schuhe für unebene Höhlenböden und nehmen Sie eine leichte Jacke mit, da die Temperaturen im Inneren der Höhle das ganze Jahr über kühl bleiben.
Interessante Fakten
- •Der Name „Zinzulusa“ leitet sich vom lokalen Dialektwort „zinzuli“ ab, das „Lumpen“ bedeutet – inspiriert von den lappenartigen Tropfsteinen, die von der Höhlendecke herabhängen.
- •Die Höhle weist ein einzigartiges aquatisches Ökosystem auf: sowohl Süßwasser- als auch marine Wasserschichten, die seltene und endemische Arten beherbergen.
- •Im Jahr 1923 entdeckten Wissenschaftler die seltenen Krebstiere Typhlocaris salentina und Spelaeomysis bottazzii im Wasser der Höhle.
- •Die Höhle diente als Drehort für den Film „Nostra Signora dei Turchi“ (1968) und „Si vive una volta sola“ (2019).
- •Die Guano-Ablagerungen von Fledermäusen erreichten früher eine Dicke von bis zu 5–7 Metern und wurden in den 1940er-Jahren abgebaut, um Besucherwege zu schaffen.
Geschichte
Die erste nachweisliche Erwähnung der Zinzulusa-Höhle geht auf das Jahr 1793 zurück: In einem Brief des Bischofs von Castro, Antonio Francesco del Duca, findet sich eine detaillierte Beschreibung.
Weitere Hinweise tauchten dann im Laufe des 19.
Jahrhunderts in den Arbeiten verschiedener Gelehrter und Entdecker auf.
Die wissenschaftliche Erforschung intensivierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg – unter anderem durch Filippo Bottazzi, Pasquale De Lorentiis und Gino Stasi, die zum Verständnis der Geologie, Biologie und Ethnologie der Höhle beitrugen.
Die Guano-Ablagerungen wurden in den 1940er-Jahren abgebaut, was die Anlage von internen Laufwegen für Besucher ermöglichte.
Im Laufe der Zeit erkannte man die ökologische Bedeutung der Höhle an, sodass Erhaltungsmaßnahmen folgten – darunter die Aufnahme im Jahr 1999 durch das Karst Waters Institute in die Liste der weltweit am stärksten gefährdeten Karstsysteme.
Ortsführer
Eingang und Corridor of Wonders
Der Eingangsbereich ist wegen seiner vielfältigen und reichhaltigen Stalaktiten und Stalagmiten auffällig, die an die unterschiedlichsten Gegenstände erinnern. Der Korridor führt zum „Trabocchetto“, einem kleinen See mit klarem Süßwasser, das mit Meerwasser vermischt ist.
Die Krypta (Il Duomo)Cretaceous period
Eine große Kammer mit glatten Wänden, die bis zu 25 Meter Höhe erreichen, und die aus der Kreidezeit stammt. Einst war sie die Heimat einer großen Fledermauskolonie, deren Guano-Ablagerungen mehrere Meter dick waren.
Der untere Bereich und das Cocito-BeckenCretaceous period
Der tiefste zugängliche Teil der Höhle erstreckt sich 160 Meter vom Eingang aus. Dort befindet sich das Cocito-Becken mit geschichtetem Wasser – unten warm und salzig, an der Oberfläche kühles Süßwasser.
Kontakt
Telefon: 0836 943812