
Grotte di Castellana
Puglia
Die Castellana-Höhlen liegen nahe der Stadt Castellana Grotte im Süden der italienischen Region Apulien und sind ein bekanntes Karsthöhlensystem, das sich in Kalkstein gebildet hat und bis in die Oberkreide zurückreicht. Entdeckt wurden die Höhlen 1938 von dem Speleologen Franco Anelli. Sie erstrecken sich über 3,3 Kilometer und erreichen Tiefen von bis zu 122 Metern. Der Eingang, bekannt als „La Grave“, ist ein gewaltiger senkrechter Schacht von etwa 60 Metern Tiefe und zugleich die einzige natürliche Öffnung zur Oberfläche. Im Inneren erwartet die Besucher eine außergewöhnliche Vielfalt an Stalaktiten, Stalagmiten, Vorhängen (Sintervorhängen) und kristallinen Bildungen – darunter markante Bereiche wie die Black Cavern, die White Cave und die Precipice Cavern. Die White Cave, die 1940 entdeckt wurde, ist berühmt für ihre blendend weißen Kalkspat-Formationen und wurde vom italienischen Präsidenten Luigi Einaudi als „die schönste der Welt“ gelobt. Die Höhlen halten eine konstante Temperatur von etwa 16,5 bis 18 Grad Celsius und bieten damit beste Bedingungen für die Erkundung. Geführte Touren reichen von einer kürzeren 1-Kilometer-Route mit etwa 50 Minuten bis zu einer vollständigen 3-Kilometer-Route von rund zwei Stunden – inklusive Nachttouren in den Sommermonaten. Außerdem gibt es vor Ort ein edukatives speleologisches Museum sowie abwechslungsreiche Aktivitäten, die die geologische und ökologische Bedeutung der Höhlen in den Mittelpunkt stellen. Das Zusammenspiel des natürlichen Lichts in „La Grave“ erzeugt eine magische Wirkung und steigert das Erlebnis. Die Castellana-Höhlen zählen zu den spektakulärsten und am besten erhaltenen Karstlandschaften Italiens – eine gelungene Mischung aus wissenschaftlichem Interesse und atemberaubender Natur.
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Tipp: Besucher sollten die saisonalen Tourpläne prüfen und besonders für die längere 3-Kilometer-Tour oder Besuche bei den sommerlichen Nachttouren Tickets im Voraus buchen. Die Höhlen sind das ganze Jahr über zugänglich – mit Ausnahme von Heiligabend und dem Neujahrstag. Wegen der konstant kühlen Temperatur im Inneren werden bequemes Schuhwerk und eine leichte Jacke empfohlen. Geführte Touren sind in mehreren Sprachen verfügbar und bereichern damit auch den Aufenthalt internationaler Besucher. Für Schulgruppen bieten Bildungsführungen eine spannende Möglichkeit, mehr über Karstgeologie und Höhlen-Ökosysteme zu lernen. Für Kinder, Senioren und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein; es empfiehlt sich, vor dem Besuch die offiziellen Quellen zu prüfen.
Interessante Fakten
- •„La Grave“ ist der einzige natürliche Eingang zum Höhlensystem und verfügt über eine natürliche Lichtöffnung, die im Tagesverlauf wechselnde Lichteffekte erzeugt.
- •Die White Cave wurde vom italienischen Präsidenten Luigi Einaudi als „die schönste Höhle der Welt“ beschrieben.
- •Das Höhlensystem erstreckt sich über 3,3 Kilometer mit einer maximalen Tiefe von 122 Metern.
- •Die Höhlen halten das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von etwa 16,5 bis 18 Grad Celsius.
- •Im Sommer werden nächtliche geführte Touren angeboten – für ein einzigartiges Erlebnis unter Tage.
Geschichte
Die Castellana-Höhlen entstanden über Millionen Jahre hinweg ab der Oberkreide, als die Region Apulien unter Wasser bzw.
unter einem Meeresspiegel lag.
Organische Ablagerungen sammelten sich am Meeresboden und verdichteten sich mit der Zeit zu mächtigen Kalksteinschichten.
Etwa vor 65 Millionen Jahren brachte eine tektonische Hebung den Kalkstein ans Tageslicht, der sich aufgrund seiner Festigkeit rissig spaltete.
Durch diese Spalten drang Wasser ein und löste das Gestein nach und nach auf – aus anfänglichen Rissen wurden große unterirdische Gänge und Höhlen.
„La Grave“, ein tiefer senkrechter Schacht, entstand nach dem Einsturz der Höhlendecke und ist in der Region seit Jahrhunderten bekannt.
Das vollständige Höhlensystem wurde erstmals 1938 von Franco Anelli erkundet, zwei Jahre später wurde die White Cave entdeckt.
In den folgenden Jahrzehnten gab es fortlaufende Ausgrabungen und Forschungen, die neue Passagen und Formationen zutage förderten.
Sanierungs- und Reinigungsmaßnahmen im Jahr 2006 verbesserten den Zugang für Besucher und deckten mögliche neue Hohlräume auf – ein Hinweis darauf, dass die Erkundung des Systems weitergeht.
Ortsführer
La GraveOberkreide (ca. 90-100 Millionen Jahre vor heute)
Der enorme senkrechte Eingangsschacht ist etwa 60 Meter tief und 100 Meter lang und dient als natürlicher Lichtschacht sowie als einzige natürliche Öffnung zur Oberfläche. Er bietet eindrucksvolle Lichteffekte: Wenn das Sonnenlicht nach unten fällt, werden Sinterbildungen wie die Stalagmiten-Formationen der Cyclopes angestrahlt und dramatische Schatten an den Höhlenwänden erzeugt.
White Cave (Grotta Bianca)Entdeckt 1940
Diese Kammer wurde 1940 entdeckt und ist berühmt für ihre blendend weißen Kalkspat-Formationen – sie gelten als eine der schönsten der Welt. Hier sind außergewöhnliche mineralische Sinterbildungen zu sehen, die funkeln und eine spektakuläre unterirdische Landschaft schaffen.
Speleological Museum
Ein Anbau an das Höhlenkomplex, der Bildungs-Ausstellungen zur Karstgeologie, zu den Entstehungsprozessen von Höhlen und zum einzigartigen Ökosystem der unterirdischen Umgebung bietet. Das Museum hält interaktive und anschauliche Lerneinheiten für Besucher jeden Alters bereit.
Kontakt
Telefon: 080 499 8221