Dom San Ciriaco (Ancona)

Dom San Ciriaco (Ancona)

Marche

80/10090 min

Der Dom San Ciriaco auf dem Guasco-Hügel über Ancona und der Bucht ist ein außergewöhnliches Beispiel romanisch-byzantinischer und gotischer Architektur. Die Kirche wurde an der Stelle einer antiken griechischen Akropolis und eines Tempels aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. errichtet, der Aphrodite geweiht war. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Dom von einer christlichen Basilika aus dem 6. Jahrhundert zu seinem heutigen Grundriss im Stil eines griechischen Kreuzes – typisch für byzantinische Bauweise. Die Fassade zeigt ein romanisches Portal aus dem 13. Jahrhundert, geschmückt mit symbolischen Löwen und aufwendigen Reliefs. Die Kuppel stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert und wird Margaritone d'Arezzo zugeschrieben; sie gehört zu den ältesten Kirchenkupeln Italiens. Im Inneren erwartet die Besucher ein Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes mit drei Schiffen, die durch antike römische Säulen getrennt sind, deren Kapitelle byzantinisch gestaltet sind. Eine Kuppel mit im byzantinischen Stil dargestellten betenden Engeln sowie hölzerne, gewölbte Decken aus dem 15. Jahrhundert runden das Bild ab. Der Dom beherbergt bedeutende religiöse Kunstwerke – darunter ein verehrtes Gemälde der Maria aus dem 17. Jahrhundert, das in einer monumentalen Kanzel untergebracht ist, die von Luigi Vanvitelli entworfen wurde. Trotz Schäden durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom sorgfältig restauriert und bewahrt so sein schlichtes mittelalterliches Erscheinungsbild sowie seine künstlerischen Schätze. Er bleibt ein bedeutendes religiöses und kulturelles Wahrzeichen und spiegelt Anconas geschichtete Vergangenheit sowie das architektonische Erbe wider.

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Tipp: Besucher sollten den Dom unter der Woche erkunden, um Menschenmassen zu vermeiden und die ruhige Atmosphäre zu genießen. Eine vorherige Ticketbuchung wird bei Sonderausstellungen oder religiösen Veranstaltungen empfohlen – besonders rund um die Jahrtausendfeierlichkeiten. Ermäßigungen können für Studierende und Gruppen verfügbar sein. Die Lage des Doms auf dem Hügel bietet Panoramablicke über Ancona und die Bucht; für den Aufstieg sind bequeme Schuhe empfehlenswert.

Interessante Fakten

  • Der Dom steht an der Stelle eines griechischen Tempels aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., der Aphrodite gewidmet war – ein Hinweis auf Anconas antike griechische Wurzeln.
  • Die Kuppel, die Margaritone d'Arezzo zugeschrieben wird (um 1270), zählt zu den ältesten Kirchenkupeln Italiens und besitzt eine seltene ogivale Form mit einem dodekagonalen Tambour.
  • Das romanische Portal zeigt symbolische Löwen: einer kämpft gegen einen Basilisken, der andere hält einen Widder – sie sind zu ikonischen Wahrzeichen Anconas geworden.
  • Der Grundriss des Doms ist ein griechisches Kreuz – ein architektonischer Stil, der eher bei byzantinischen Kirchen typisch ist und im westlichen Europa ungewöhnlich.
  • Luigi Vanvitelli, ein renommierter Architekt des 18. Jahrhunderts, entwarf die monumentale Kanzel, die ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert von der Maria birgt; es ist ein Mittelpunkt der beliebten Andacht.
  • Der Dom wurde bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, aber sorgfältig restauriert, um seinen mittelalterlichen Charakter zu bewahren.

Geschichte

Der Standort des Doms San Ciriaco ist seit mindestens dem 4.

Jahrhundert v.

Chr.

heilig; ursprünglich befand sich dort ein griechischer Tempel, der Aphrodite geweiht war.

Im 6.

Jahrhundert n.

Chr.

wurde auf den Resten des Tempels eine christliche Basilika errichtet.

Zwischen dem 10.

und 11.

Jahrhundert wurde die Basilika vergrößert und zur Kathedrale.

In den Jahrhunderten 12.

und 13.

folgten bedeutende Erweiterungen, darunter die Übernahme des griechischen Kreuzgrundrisses sowie der Bau der Kuppel und des Hauptportals.

Im 18.

Jahrhundert kamen künstlerische Ergänzungen hinzu – unter anderem die Kanzel von Luigi Vanvitelli.

Ende des 19.

Jahrhunderts stellte Giuseppe Sacconi den Dom wieder in seiner mittelalterlichen Strenge her.

Das Gebäude wurde in beiden Weltkriegen beschädigt, aber jedes Mal wiederhergestellt.

1926

1926 wurde der Dom zum Basilika-Status erhoben, und 1940 zum Nationaldenkmal erklärt.

Ortsführer

1
Romanisches Portal und Protiro13. Jahrhundert
Giorgio da Como (Portal)

Der Haupteingang zeigt ein romanisch-gotisches Portal aus dem 13. Jahrhundert mit einem Rundbogen, der auf vier Säulen ruht, welche auf symbolischen Löwen stehen, aus Veronese-Rotmarmor geschnitzt. Das Portal ist reich verziert mit Reliefs von Heiligen, Tieren und vegetabilen Motiven und zeigt so die handwerkliche Meisterschaft des Mittelalters.

2
Die Kuppelum 1270
Margaritone d'Arezzo

Die im 13. Jahrhundert errichtete und Margaritone d'Arezzo zugeschriebene Kuppel ist vor allem wegen ihrer ogivalen Form und des dodekagonalen Tambours bemerkenswert, der auf einem quadratischen Sockel ruht und von dekorativen Bögen gerahmt wird. Sie gehört zu den ältesten Kirchenkupeln Italiens und wurde im 16. Jahrhundert mit Kupfer eingedeckt.

3
Innenraum: Grundriss im griechischen Kreuz und byzantinische Kapitelle12.–15. Jahrhundert

Der Innenraum des Doms ist im Grundriss eines griechischen Kreuzes angelegt: Drei Schiffe werden durch wiederverwendete römische Säulen getrennt, deren Kapitelle byzantinisch gestaltet sind. Die hölzernen, schiffsförmigen Gewölbe stammen aus dem 15. Jahrhundert, und der Bereich der Vierung wird von kreuzförmigen Pfeilern getragen.

4
Monumentale Kanzel von Luigi Vanvitelli1739
Luigi Vanvitelli

Im linken Querschiff steht eine monumentale Kanzel, die Luigi Vanvitelli 1739 entwarf. In ihr befindet sich ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert von der Maria, das Gegenstand intensiver volkstümlicher Andacht und von großer religiöser Bedeutung ist.

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