
Herzogspalast von Urbino
Marche
Der Herzogspalast von Urbino ist ein herausragendes Beispiel für Renaissance-Architektur in der Region Marken (Le Marche) in Italien. Er wurde hauptsächlich Mitte des 15. Jahrhunderts für Herzog Federico III da Montefeltro errichtet und von namhaften Architekten entworfen, darunter Maso di Bartolomeo und Luciano Laurana. Der Palast verbindet militärische Befestigungsanlagen mit besonders feinen künstlerischen Elementen: Im harmonischen Innenhof finden sich klassische Säulen und Inschriften. Sein berühmtestes Interieur, das Studiolo, ist für seine filigranen Intarsien-Holzarbeiten bekannt – mit Darstellungen symbolischer Gegenstände, die die sieben Künste (Liberal Arts) verkörpern und eine illusionäre Gelehrtenatmosphäre schaffen. Außerdem beherbergt der Palast zwei Kapellen, die die humanistischen Interessen des Herzogs widerspiegeln und christliche sowie heidnisch-antike Motive miteinander verbinden. Heute befindet sich hier die Galleria Nazionale delle Marche, eine der bedeutendsten Sammlungen von Renaissancekunst der Welt – mit Werken von Raffael, Piero della Francesca und Tizian. Der Palast ist bis heute ein kultureller Mittelpunkt: Er bietet Ausstellungen und Veranstaltungen und ermöglicht Besuchern ein intensives Renaissance-Erlebnis in einer historisch bedeutsamen Kulisse.
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Tipp: Planen Sie Ihren Besuch von Dienstag bis Sonntag zwischen 8:30 und 19:15 Uhr ein, die letzte Ticketausgabe ist um 18:15 Uhr. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus online zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Ermäßigungen und Aktionen sind verfügbar, darunter reduzierte Tarife und Abonnements. Schauen Sie auf der offiziellen Website nach aktuellen Ausstellungen und Veranstaltungen, die Ihren Besuch bereichern können. Die beste Zeit für einen Besuch ist im Frühling und im Herbst, wenn das Wetter angenehm und die Besucherzahl moderat ist.
Interessante Fakten
- •Die Intarsien-Gliederung im Studiolo gilt als das beste Beispiel für italienische Einlegekunst aus Holz und erzeugt mit trompe-l'œil-Effekten Illusionen von Regalen, Büchern und Instrumenten.
- •Im Innenhof finden sich klassische korinthische Säulen und Inschriften, die von flaviischen römischen Vorbildern kopiert wurden – ein Spiegel des Renaissance-Humanismus.
- •Die beiden Kapellen im Untergeschoss zeigen eine seltene Gegenüberstellung christlicher und heidnisch-antiker Bildsprache und symbolisieren die humanistischen Überzeugungen des Herzogs.
- •Die Galleria Nazionale delle Marche im Palast beherbergt Meisterwerke von Raffael, Piero della Francesca und Tizian sowie weitere bedeutende Werke.
- •Das Design des Palasts umfasst militärische Befestigungen, die ihn im Belagerungsfall nahezu uneinnehmbar machten – die Renaissance-Kunst wird dabei mit der Verteidigung verbunden.
Geschichte
Der Bau des Herzogspalasts begann um 1454 unter Herzog Federico III da Montefeltro; zunächst waren daran der florentinische Architekt Maso di Bartolomeo und weitere Beteiligte im Spiel.
Später, etwa von 1464 bis 1472, erweiterte der dalmatinische Architekt Luciano Laurana den Palast erheblich und brachte den eleganten Innenhof sowie die Befestigungen ein.
Der Palast integrierte bereits bestehende Bauten, darunter den Palast der Jole, und wurde kontinuierlich weiterentwickelt – als Wohnsitz ebenso wie als Regierungs- und Verwaltungssitz.
Die Anlage wurde bis ins 20.
Jahrhundert hinein für administrative Zwecke genutzt.
Das Gebäude ist berühmt mit Baldassare Castiglionis „Il libro del Cortegiano“ („Der Hofmann“) verbunden: Dort werden die Gespräche beschrieben, die 1507 an diesem Ort stattfanden.
Umfassende Restaurierungen, die 1985 abgeschlossen wurden, eröffneten unterirdische Bereiche wieder für die Öffentlichkeit und bewahrten so die große Renaissance-Pracht.
Ortsführer
Studiolo15. Jahrhundert
Ein kleines, exquisit ausgestattetes Studierzimmer mit den Maßen 3,60 x 3,35 Metern. Es wartet mit filigranen Intarsien-Holztafeln auf, die illusionäre Regale und Gegenstände entstehen lassen, die die sieben Künste (Liberal Arts) symbolisieren. Zu sehen sind Darstellungen von Federico da Montefeltro sowie allegorische Figuren der Tugenden Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe (Charity). Außerdem sind Porträts klassischer und humanistischer Autoren zu sehen, darunter von Joos van Wassenhove und Pedro Berruguete.
Innenhof und Befestigungen1464-1472
Entworfen von Luciano Laurana: Der Innenhof ist harmonisch im klassischen Stil gestaltet – mit korinthischen Säulen, Bögen und römischen Inschriften. Zu den Befestigungen des Palasts gehören schräg angelegte Mauern, die dafür gedacht waren, Beschuss durch Kanonen zu widerstehen – und die so seine doppelte Rolle als Wohnsitz und als Festung widerspiegeln.
Zwei Kapellen: Kapelle der Absolution und Tempel der Musen15. Jahrhundert
Diese beiden Kapellen befinden sich unterhalb des Studiolo. Sie stehen jeweils für christliche und heidnisch-antike Themen und symbolisieren die humanistischen Ideale des Herzogs. Der Tempel der Musen könnte als Studiolo für den Sohn Federicos gedient haben – geschmückt mit Gemälden, die möglicherweise von Giovanni Santi stammen.
Galleria Nazionale delle MarcheÜber Jahrhunderte zusammengetragen
Diese nationale Galerie ist im Palast untergebracht und beherbergt eine der wichtigsten Sammlungen von Renaissancekunst weltweit. Zu sehen sind Werke von Raffael, darunter Porträts der Familie Montefeltro, sowie Arbeiten von Melozzo da Forlì, Piero della Francesca, Paolo Uccello, Timoteo Viti und Tizian.
Kontakt
Telefon: 0722 2760