
Mausoleum der Galla Placidia
Emilia-Romagna
Das Mausoleum der Galla Placidia in Ravenna, Italien, ist eine bemerkenswerte spätantike römische Anlage, die zwischen 425 und 450 n. Chr. errichtet wurde. Obwohl es oft nach der Kaiserin Galla Placidia benannt wird, wurde sie dort vermutlich nicht begraben; das Mausoleum diente ursprünglich als Kapelle oder Gebetsraum, der an die Kirche des Heiligen Kreuzes angrenzte. Architektonisch besitzt es einen kreuzförmigen Grundriss mit einer zentralen Kuppel, die auf Pendentifs ruht, sowie Tonnengewölben über den Querarmen. Außen ist es durch Ziegelmauerwerk mit blinden Arkaden und einen quadratischen Turm geprägt, der die Kuppel umschließt. Innen ist es für einige der ältesten und schönsten Mosaiken in Ravenna bekannt: Sie zeigen christliche Bildmotive, die den Sieg des ewigen Lebens über den Tod symbolisieren – besonders eindrucksvoll ist die Kuppel mit sternenreichem Himmelsbild, die bereits Künstler inspiriert hat. Im Mausoleum befinden sich drei Marmorsarkophage, die Mitgliedern der Theodosianischen Dynastie zugeschrieben werden, darunter Kaiser Honorius und Constantius III; dass Galla Placidia hier bestattet wurde, ist jedoch eine mittelalterliche Fehlannahme. Der Fußboden des Bauwerks wurde im Laufe der Jahrhunderte erhöht, um steigenden Wassermassen entgegenzuwirken. Heute ist das Mausoleum Teil des UNESCO-Welterbes und wird wegen seiner spirituellen Atmosphäre sowie der außergewöhnlichen Mosaikkunst gefeiert.
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Tipp: Besuchen Sie das Mausoleum früh am Morgen oder am späten Nachmittag, um Menschenmengen zu vermeiden und die Details der Mosaiken in Ruhe zu entdecken. Tickets können online oder vor Ort gekauft werden; häufig gibt es Ermäßigungen für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren. Kombinieren Sie Ihren Besuch mit den nahegelegenen UNESCO-Stätten in Ravenna für ein rundes kulturelles Erlebnis. Fotografieren kann im Inneren eingeschränkt sein – prüfen Sie daher die aktuellen Hinweise. Das Mausoleum ist das ganze Jahr über zugänglich, doch Frühling und Herbst bieten angenehmes Wetter, um das historische Zentrum zu erkunden.
Interessante Fakten
- •Die Mosaiken im Mausoleum zählen zu den ältesten und am besten erhaltenen Beispielen früher christlicher Kunst in der Welt.
- •In der zentralen Kuppel ist ein atemberaubendes Mosaik eines Sternenhimmels zu sehen, das den Komponisten Cole Porter zu dem Lied „Night and Day“ inspiriert hat.
- •Der Sarkophag, von dem man glaubte, er enthalte die sterblichen Überreste von Galla Placidia, wurde 1577 aus Versehen durch einen Brand zerstört.
- •Der Fußboden des Gebäudes wurde seit dem 5. Jahrhundert um etwa fünf Fuß erhöht, um Überschwemmungen durch das nahegelegene Adriatische Meer zu verhindern.
- •Trotz seines Namens wurde Galla Placidia nie im Mausoleum beigesetzt – damit wird eine lange verbreitete Fehlannahme widerlegt.
Geschichte
Das Mausoleum wurde zwischen 425 und 450 n.
Chr.
errichtet und dürfte wahrscheinlich von Kaiserin Galla Placidia in Auftrag gegeben worden sein – Tochter des Theodosius I.
und Regentin für ihren Sohn Valentinian III.
Ursprünglich war es an die Kirche des Heiligen Kreuzes in Ravenna angebunden und diente eher als Kapelle oder Gebetsraum denn als Grabstätte.
Eine mittelalterliche Überlieferung behauptete fälschlicherweise, Galla Placidia sei hier beigesetzt worden, doch sie starb und wurde in Rom begraben.
Im Laufe der Zeit wurde der Fußboden des Bauwerks erhöht, um es vor ansteigendem Wasser zu schützen – durch die steigenden Gewässer der Adria.
1996 wurde das Mausoleum als UNESCO-Welterbestätte anerkannt, und zwar im Rahmen der paleochristlichen Denkmäler von Ravenna.
Ortsführer
Zentraler Kuppelbereich und Mosaik des Sternenhimmels5. Jahrhundert
Die zentrale Kuppel ist mit einem prächtigen blauen Mosaik geschmückt, das einen sternenreichen Himmel zeigt – als Sinnbild für den Himmel und das ewige Leben. So entsteht eine faszinierende, geradezu entrückte spirituelle Atmosphäre.
Mosaik vom Guten Hirten5. Jahrhundert
Über dem Eingang gelegen, zeigt dieses Mosaik Christus als den Guten Hirten – ein typisches Symbol der frühen Christen für Fürsorge und Erlösung.
Marmorsarkophage4.-5. Jahrhundert
Im Inneren befinden sich drei Marmorsarkophage: einer, der Kaiser Honorius zugeschrieben wird, ein weiterer für Constantius III und Valentinian III sowie der größte, von dem man einst glaubte, er enthalte die sterblichen Überreste von Galla Placidia.
Kreuzförmige Architektur5. Jahrhundert
Die kreuzförmige Anlage des Gebäudes umfasst eine zentrale Kuppel auf Pendentifs und Tonnengewölbe über den vier Armen. Die Ziegelfassade ist mit blinden Arkaden verziert, außerdem sind schmale Mörtelfugen zu erkennen.
Kontakt
Telefon: 0544 541688