
Certosa di San Martino
Campania
Die Certosa di San Martino ist eine prächtige historische Anlage auf dem Hügel Vomero in Neapel, direkt neben Castel Sant'Elmo. Sie wurde 1325 von Karl von Anjou gegründet und diente zunächst als Kartäuserkloster. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich zu einem der bedeutendsten religiösen und architektonischen Wahrzeichen Neapels. Nach der Einheit Italiens wurde sie zum Nationaldenkmal erklärt und 1866 in das Nationalmuseum San Martino umgewandelt. Das Museum widmet sich der Bewahrung und Vermittlung des künstlerischen und kulturellen Erbes Neapels und der südlichen Königreiche – darunter das Königreich Neapel und das Königreich der Zwei Sizilien. Die Anlage umfasst rund einhundert Räume, darunter zwei Kirchen, vier Kapellen, drei Kreuzgänge, Hanggärten und zahlreiche weitere Bereiche. Architektonisch steht sie für den Höhepunkt des Barockstils und zeigt Werke bedeutender Künstler wie Massimo Stanzione, Jusepe de Ribera, Luca Giordano und anderer. Für Besucher bietet das Museum ein intensives Erlebnis in Neapels Geschichte, Kunst und Kultur – dank umfangreicher Sammlungen und wunderschön erhaltener Räume.
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Tipp: Besuchen Sie die Certosa di San Martino am besten im Frühling und im Herbst: Dann ist das Wetter angenehm und es gibt weniger Andrang. Es empfiehlt sich, Tickets im Voraus online zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Das Museum bietet Ermäßigungen für Studierende und Seniorinnen und Senioren. Geführte Touren sind verfügbar und können den Besuch durch zusätzlichen historischen Kontext noch bereichern. Planen Sie mindestens 90 Minuten ein, um die wichtigsten Bereiche in Ruhe zu erkunden.
Interessante Fakten
- •Die Certosa di San Martino gehört zu den größten und umfangreichsten religiösen Monumental-Komplexen in Neapel.
- •Zur barocken Ausstattung zählen Werke renommierter Künstler wie Massimo Stanzione, Jusepe de Ribera und Luca Giordano.
- •Die unterirdischen Bereiche der Kartause, die ihre ursprüngliche gotische Struktur erkennen lassen, wurden erst 2015 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
- •Zur Anlage gehören Hanggärten mit Panoramablicken über Neapel und die Bucht von Neapel.
- •Die Marmorbüsten, die den Kreuzgang schmücken, wurden von Pietro Bernini geschaffen – dem Vater des berühmten Bildhauers Gian Lorenzo Bernini.
Geschichte
Die Certosa di San Martino wurde 1325 von Karl von Anjou, Herzog von Kalabrien, als Kartäuserkloster auf dem Hügel Sant'Erasmo gegründet.
Den ersten Bau leitete das Architektenteam Tino di Camaino und Francesco di Vito, und die Anlage wurde 1368 eingeweiht.
Das Kloster erfuhr vom späten 16.
bis zur Mitte des 17.
Jahrhunderts bedeutende barocke Umbauten, vor allem unter den Architekten Giovanni Antonio Dosio, Giovan Giacomo di Conforto und Cosimo Fanzago.
Zu diesen Maßnahmen gehörten Erweiterungen der Kirche, der Kreuzgänge und der dekorativen Elemente – so entstand ein Meisterwerk der Barockkunst und -architektur.
Nach der Unterdrückung kirchlicher Besitzverhältnisse im Zuge der italienischen Einigung wurde die Anlage 1866 als Nationalmuseum umgewidmet und der Bewahrung des kulturellen Erbes Neapels gewidmet.
Ortsführer
Großer Kreuzgang (Chiostro Grande)Spätes 16. Jahrhundert
Der Hauptkreuzgang der Certosa wurde von Giovanni Antonio Dosio umgestaltet. Er besticht durch elegante Arkaden und Marmorbüsten der Prioren von Pietro Bernini. Er ist der zentrale Zugang zu vielen Bereichen der Anlage.
Kirche San Martino17. Jahrhundert
Die Kirche der Anlage zeigt barocke Architektur und reiche, im Inneren kunstvoll gestaltete Dekorationen von Cosimo Fanzago – darunter Marmorarbeiten sowie Fresken von führenden neapolitanischen Malern des 17. Jahrhunderts.
Unterirdische gotische Strukturen14. Jahrhundert
Diese Bereiche, die vor Kurzem für die Öffentlichkeit geöffnet wurden, zeigen den ursprünglichen gotischen Rahmen der Kartause. Außerdem sind Teile der älteren Belforte-Burgfundamente innerhalb des Hügels integriert.
Hanggärten
Terrassierte Gärten mit spektakulären Ausblicken über Neapel und die Bucht – ein ruhiger Rückzugsort und zugleich ein ausgezeichneter Standpunkt für Fotos.