Gerace-Dom

Gerace-Dom

Calabria

75/10090 min

Der Gerace-Dom, offiziell als Basilica Concattedrale di Santa Maria Assunta bekannt, zählt zu den bedeutendsten normannischen Bauleistungen in Kalabrien und gehört zugleich zu den größten Kirchenbauwerken der Region. Der Bau begann in der Normannenzeit; die Kirche wurde 1045 geweiht und erneut 1222 während der staufischen (Schwaben-)Epoche. Architektonisch zeigt der Dom eine befestigt wirkende romanische Außenansicht mit massiven Kalksteinmauern und drei nach Osten ausgerichteten halbzylindrischen Apsiden – ein Merkmal mit byzantinischen Einflüssen. Im Inneren erwartet Besucher eine geräumige Basilikaanlage mit markantem Querschiff und einem nahezu quadratischen Chor, der einen Grundriss im Stil des lateinischen Kreuzes bildet. Das Langhaus und die beiden Seitenschiffe werden durch zwei Reihen mit je zehn unterschiedlichen Säulen voneinander getrennt; diese stammen aus antiken Tempeln aus dem nahegelegenen Raum von Locri und zeigen eine Vielfalt an Marmor- und Granitarten. Der prächtig verzierte barocke Hochaltar wurde von den Palazzotto-Brüdern mit Unterstützung des Künstlers Amato geschaffen. Außerdem beherbergt der Dom bedeutende Grabdenkmäler, darunter den Sarkophag von Graf Giovanni Battista Caracciolo, sowie eine gotische Kapelle des Heiligen Sakraments aus dem Jahr 1431. Ein besonderes Kunstwerk ist das Relief „Unglaube des heiligen Thomas“ von der Künstlerfamilie Gagini aus dem Jahr 1535. Die Krypta, die entweder vom Querschiff aus oder direkt von der Piazza Tribuna erreichbar ist, bewahrt byzantinische Elemente und sakrale Ausstattungsstücke. 2018 wurde der Dom zum Dom in der Riege der Basilica minore erhoben und ist zudem ein nationales architektonisches Kulturerbe: Er verkörpert die Verbindung von normannischem, byzantinischem und barockem Stil und dient in Gerace als spiritueller und kultureller Orientierungspunkt.

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Tipp: Besucher sollten den Dom unter der Woche erkunden, um Menschenmengen am Wochenende zu vermeiden, und die ruhige Atmosphäre zu genießen. Es wird empfohlen, Tickets oder geführte Touren im Voraus zu kaufen – besonders in der Hochsaison. Der Dom bietet Ermäßigungen für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Die Krypta ist zugänglich, kann jedoch einen separaten Eintritt oder einen gesonderten geführten Zugang erfordern; bitte vorher nachfragen. Aufgrund des historischen steinernen Fußbodens und des hügeligen Umfelds werden bequeme Schuhe empfohlen.

Interessante Fakten

  • Der Gerace-Dom gehört zu den größten sakralen Gebäuden in Kalabrien und ist ein herausragendes Beispiel normannischer Architektur im Süden Italiens.
  • Die Säulen des Doms wurden aus antiken Tempeln von Locri wiederverwendet – das zeigt die Mischung aus klassisch-antiken und mittelalterlichen Elementen.
  • In der Krypta finden sich byzantinische Architekturmerkmale; sie ist vom Querschiff aus oder von der Piazza Tribuna erreichbar.
  • Der barocke Hochaltar wurde von den Palazzotto-Brüdern mit der Zusammenarbeit des messinesischen Künstlers Amato geschaffen.
  • Ein besonders bemerkenswertes Relief im Inneren ist „Unglaube des heiligen Thomas“, das die Gagini-Familie 1535 schuf.
  • Der Dom wurde am 8. September 2018 zur Basilica minore erhoben.

Geschichte

1045

Der Bau des Gerace-Doms begann in der Normannenzeit und wurde 1045 geweiht; eine zweite Weihe erfolgte 1222 während der staufischen (Schwaben-)Epoche.

Die Bausubstanz des Doms war von Erdbeben betroffen, sodass es zu Anpassungen kam – unter anderem zur Rekonstruktion von zwei Apsiden im 15.

Jahrhundert durch die Familie Caracciolo.

Der barocke Hochaltar sowie das hölzerne Portal aus dem 19.

Jahrhundert spiegeln spätere künstlerische Einflüsse wider.

Die Krypta bewahrt byzantinische Elemente, und das Bauwerk diente als Vorlage für normannische Kirchen in Sizilien.

2018

Der Dom wurde zum nationalen architektonischen Kulturerbe erklärt und 2018 zur Basilica minore erhoben – ein Zeichen für seine historische und kulturelle Bedeutung.

Ortsführer

1
Romanische Außenfassade11. Jahrhundert mit Veränderungen im 19. Jahrhundert

Die Außenansicht des Doms wirkt befestigt: mit massiven Kalksteinmauern und drei nach Osten ausgerichteten halbzylindrischen Apsiden. In der mittleren Apsis befindet sich ein hölzernes Portal aus dem 19. Jahrhundert mit konzentrischen Bögen und einem darüberliegenden Fenster, während die linke Apsis ein schmales Schlüssellochfenster besitzt. Zwei runde Fenster mit aufgeweiteten Rahmungen blicken auf die Apsiden, und der große neoklassizistische Glockenturm bleibt unvollendet.

2
Langhaus und Seitenschiffe11. Jahrhundert mit späteren Restaurierungen

Im Inneren zeigt der Dom eine breite Basilikaanlage mit einem deutlich vorspringenden Querschiff und einem nahezu quadratischen Chor, der einen Grundriss im Stil des lateinischen Kreuzes bildet. Das Langhaus und die beiden Seitenschiffe werden durch zwei Reihen von jeweils zehn Säulen voneinander getrennt; die Säulen bestehen aus polychromem Marmor und Granit, wobei jede Säule in Größe und Stil einzigartig ist. Sie stammen aus antiken Villen im Gebiet von Locri. Die Kapitelle sind eine Mischung aus antiken Arbeiten und restaurierten Stücken. Die Decke mit hölzernen Dachstühlen (Tragwerken) in dunkler Ausführung setzt sich deutlich von den weißen Wänden ab und verstärkt so die Wirkung im Innenraum.

3
Barocker Hochaltar18. Jahrhundert
Antonino und Giuseppe Palazzotto mit Amato

Der Hochaltar ist ein Meisterwerk der Barockkunst: Er wurde mit polychromen Marmoren errichtet, die die Palazzotto-Brüder aus Catania bezogen; unterstützt wurden sie dabei vom messinesischen Künstler Amato. Er bildet den liturgischen Mittelpunkt des Doms, ist reich verziert und setzt sich durch den barocken Reichtum deutlich von der romanischen Architektur ab.

4
Krypta und SchatzkammerByzantinische Zeit

Die Krypta, die vom linken Querschiff oder von der Piazza Tribuna aus zugänglich ist, bewahrt byzantinische Elemente der Architektur und beherbergt sakrale Ausstattungsstücke sowie Schätze des Doms. Sie vermittelt einen Einblick in die religiöse und kulturelle Geschichte von Gerace.

5
Relief „Unglaube des heiligen Thomas“1535
Gagini-Familie

Ein besonderes Relief aus dem Jahr 1535 der Gagini-Familie zeigt die biblische Szene vom Zweifel und vom Glauben des heiligen Thomas. Dieses Kunstwerk ist ein wichtiges Renaissance-Exponat innerhalb der Sammlung des Doms.

Kontakt

Telefon: 0964 356323