Wallfahrtsort Santa Maria dell’Isola

Wallfahrtsort Santa Maria dell’Isola

Calabria

75/10060 min

Der Wallfahrtsort Santa Maria dell’Isola ist eine historische Kirche, die auf einem Sandsteinfelsen namens „Isola“ in Tropea, Kalabrien, errichtet wurde. Ursprünglich zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert erbaut, diente sie als beschauliche Rückzugsstätte für byzantinische Einsiedler und Mönche. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Heiligtum von der basilianischen hin zur benediktinischen klösterlichen Kontrolle – beeinflusst wurde dies vor allem durch den normannischen Herzog Robert Guiscardo im 11. Jahrhundert, der den liturgischen Ritus von Griechisch auf Latein umstellte. Die Architektur der Kirche entwickelte sich von einer zentralen quadratischen Kammer mit einem gewölbten Umgang zu einer Basilika mit drei Seitenschiffen und Tonnengewölben – wodurch zwar eine unregelmäßige, aber einzigartige Bauform entstand. Das Heiligtum wurde durch Erdbeben 1783 und 1905 beschädigt; bei den anschließenden Restaurierungen ergänzte man unter anderem einen symmetrischen Portikus sowie einen zentralen Glockenturm mit dekorativen Zinnen. Im Inneren ist die figürliche Skulpturengruppe der Heiligen Familie aus dem 18. Jahrhundert in einer Nische im Altarbereich erhalten und spielt eine zentrale Rolle bei der jährlichen Prozession zum Fest Mariä Himmelfahrt auf dem Meer. Die dramatische Lage des Heiligtums hoch über dem Kliff mit Blick auf das Tyrrhenische Meer macht es zu einem Wahrzeichen von Tropea und zu einem faszinierenden Ziel für alle, die Geschichte, Architektur und atemberaubende Küstenblicke lieben.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Wallfahrtsorts Santa Maria dell’Isola ist die späte Frühlingszeit bis in den frühen Herbst, wenn das Wetter angenehm ist und die Meerblicke klar sind. Wer Menschenmengen vermeiden und in Ruhe nachdenken möchte, sollte am besten früh am Tag ankommen. Obwohl der Wallfahrtsort über eine Treppe erreichbar ist, die etwa um 1810 gebaut wurde, sollten Besucher mit einigen Anstiegen rechnen. Es empfiehlt sich, die lokalen Hinweise zu prüfen – besonders wegen der jährlichen Prozession zu Mariä Himmelfahrt, einem besonderen kulturellen Ereignis mit einer Seefahrt-Prozession der Statue der Heiligen Familie. Tickets sind in der Regel nicht erforderlich, aber geführte Touren können das Erlebnis bereichern. Für Gruppen und religiöse Pilger können möglicherweise Ermäßigungen verfügbar sein.

Interessante Fakten

  • Der Wallfahrtsort steht auf einem Sandsteinfelsen namens „Isola“, der früher vollständig vom Meer umgeben war – daher auch der Name.
  • Eine bronzene Tür aus der Abtei von Montecassino gehört zum Heiligtum und zeigt damit seine benediktinischen Verbindungen.
  • Die Skulpturengruppe der Heiligen Familie aus dem 18. Jahrhundert im Kircheninneren ist der Mittelpunkt einer jährlichen Seefahrt-Prozession am Fest Mariä Himmelfahrt.
  • Die Treppe zum Heiligtum wurde etwa um 1810 nach Erdbebenschäden errichtet.
  • Im Mittelalter diente der Wallfahrtsort byzantinischen Einsiedlern und Mönchen als Zufluchtsort.

Geschichte

Der Wallfahrtsort wurde zwischen dem 7.

und 8.

Jahrhundert auf einer Sandsteinfelsklippe gegründet, die einst vollständig vom Meer umgeben war – ideal also für byzantinische Einsiedler.

Zunächst stand er unter der Leitung basilianischer Mönche, wechselte dann im 11.

Jahrhundert unter normannischem Einfluss zur benediktinischen Kontrolle.

1060

Roberto il Guiscardo setzte die Umstellung des griechischen auf den lateinischen Ritus etwa um 1060 durch.

1783

Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Anlage durch zahlreiche Umbauten; besonders prägten die Restaurierungen nach den Erdbeben von 1783 und 1905 das heutige Aussehen.

Die bronzene Tür aus der Abtei Montecassino ist ein Hinweis auf die benediktinische Tradition.

Seit Jahrhunderten ist der Wallfahrtsort in Tropea ein spirituelles und kulturelles Wahrzeichen.

Ortsführer

1
Kirche des Wallfahrtsorts7. bis 8. Jahrhundert Ursprung, spätere Veränderungen

Das Hauptkirchengebäude vereint einen Mix aus byzantinischen und späteren Baustilen: Der Grundriss folgt dem einer Basilika mit drei naves und Tonnengewölben. Die unregelmäßige Struktur umfasst auch alte Tuffbereiche, aus denen eine vierte nave entsteht, in die Fragmente von Grabsteinen eingelassen sind.

2
Skulpturengruppe der Heiligen Familie18. Jahrhundert

Eine Skulptur aus dem 18. Jahrhundert mit gemischten Materialien der Heiligen Familie, die in der Nische im Altarbereich steht. Sie ist der Mittelpunkt der jährlichen Seefahrt-Prozession zu Mariä Himmelfahrt: Die Statue wird dabei auf einem festlich dekorierten Fischerboot entlang der Küste getragen.

3
Zugangstreppeca. 1810

Die Treppe wurde um 1810 errichtet, um frühere Zugangswege zu ersetzen, die durch das Erdbeben von 1783 beschädigt wurden. So können Besucher die auf dem Kliff thronende Anlage erreichen.

Kontakt

Telefon: 0963 546856