
Riace-Bronzen
Calabria
Die Riace-Bronzen sind zwei bemerkenswerte antike griechische Bronzestatuen, die bärtige Krieger darstellen und zwischen 460 und 420 v. Chr. gegossen wurden. Die 1972 in der Nähe von Riace, Kalabrien, versunken gefundenen Statuen gehören zu den selten erhaltenen großformatigen griechischen Bronzen – berühmt für ihre technische Meisterschaft und künstlerische Qualität. Sie stehen exemplarisch für den klassisch-griechischen Bildstil: Eine der Statuen zeigt einen jungen Krieger in einer stolzen und kraftvollen Haltung, die andere einen reiferen Krieger in entspannter Pose mit sanftem Blick. Die Bronzestatuen wurden im Wachsausschmelzverfahren hergestellt und befinden sich heute im Museo Nazionale della Magna Grecia in Reggio Calabria. Dort sind sie in einem Raum mit kontrolliertem Mikroklima ausgestellt, montiert auf einer seismisch gesicherten Plattform, die mit Carrara-Marmor verkleidet ist. Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei weitere Kopfskulpturen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., die das Ensemble noch bereichern. Die Entdeckung der Riace-Bronzen war in Italien ein bedeutendes Kulturereignis: Sie stehen sinnbildlich für das reiche antike Erbe Kalabriens und haben zahlreiche Nachbildungen und Gedenkaktionen inspiriert. Ihre Herkunft wird mit der Magna Graecia in Verbindung gebracht – den griechischen Kolonien im Süden Italiens – und sie sind bis heute ein ikonisches Zeugnis klassischer griechischer Kunst und Handwerkskunst.
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Tipp: Besucher sollten die Öffnungszeiten des Museo Nazionale della Magna Grecia prüfen und – wenn möglich – außerhalb der Stoßzeiten der Saison kommen, um ein noch persönlicheres Erlebnis zu haben. Tickets sind unter Umständen vergünstigt für Studierende, Senioren und Gruppen erhältlich. Eine vorherige Buchung wird empfohlen, besonders während kultureller Veranstaltungen oder bei Sonderausstellungen. Der Museumsstandort in Reggio Calabria ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto erreichbar; geführte Touren werden oft angeboten, um den historischen Kontext der Bronzestatuen besser einzuordnen.
Interessante Fakten
- •Die Riace-Bronzen gehören zu den ganz wenigen erhaltenen großformatigen antiken Bronzestatuen, die weitgehend vollständig überdauert haben – die meisten wurden in der Antike eingeschmolzen.
- •Sie wurden etwa 230 Meter vor der Küste in einer Tiefe von 6 bis 8 Metern entdeckt, teils im Sand vergraben.
- •Die Statuen wurden im Wachsausschmelzverfahren hergestellt – eine ausgeklügelte antike Methode für Bronzeskulpturen.
- •Die Entdeckung war 1981 ein großes Kulturereignis in Italien und sorgte während der öffentlichen Ausstellung in Florenz und Rom für breite Medienaufmerksamkeit.
- •Zwei zusätzliche Kopfskulpturen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., Testa del Filosofo und Testa di Basilea, werden zusammen mit den Bronzen im Museum gezeigt.
- •Am Fundort gibt es ein Mysterium rund um fehlende archäologische Funde, darunter ein möglicher dritter Bronzestatue, die nie geborgen wurde.
Geschichte
Die Riace-Bronzen wurden im August 1972 unter Wasser nahe Riace Marina entdeckt – durch Stefano Mariottini, auch wenn einige Berichte vermuten, dass möglicherweise lokale Teenager sie gefunden haben.
Sie wurden schon kurz nach der Entdeckung geborgen und einer umfangreichen Konservierung unterzogen; der Öffentlichkeit wurden sie schließlich 1981 zugänglich gemacht.
Die Statuen entstanden im 5.
Jahrhundert v.
Chr., als Kalabrien Teil der Magna Graecia war.
Wahrscheinlich stammten sie von zwei unterschiedlichen Künstlern, die etwa 30 Jahre voneinander entfernt arbeiteten.
„Statue A“ datiert auf ca.
460–450 v.
Chr., „Statue B“ auf 430–420 v.
Chr.
Im Laufe der Zeit sind die Bronzestatuen zu einem Sinnbild des klassischen Erbes Kalabriens geworden: Sie überstanden Jahrhunderte, obwohl viele andere antike Bronzefunde eingeschmolzen wurden.
Sie wurden zeitweise für Restaurierungsarbeiten umgelagert und sind seit ihrer Entdeckung sowohl Gegenstand wissenschaftlicher Debatten als auch zentraler Bestandteil der kulturellen Wertschätzung.
Ortsführer
Statue A - Der junge Krieger460-450 BC
Diese Statue zeigt einen jugendlichen Kriegerhelden oder Gott mit stolzem Gesichtsausdruck – sie verkörpert Schönheit und Kraft. Sie wird auf die Zeit zwischen 460 und 450 v. Chr. datiert und repräsentiert klassische Ideale griechischer Bildhauerei.
Statue B - Der reife Krieger430-420 BC
Diese Statue zeigt einen älteren, reiferen Krieger in entspannter Pose und mit freundlichem Blick. Sie stammt aus der Zeit von 430 bis 420 v. Chr. und steht im Kontrast zu Statue A, indem sie Erfahrung und ruhige Stärke in den Vordergrund stellt.
Ausstellungsraum
Die Bronzen sind in einem speziellen Raum mit kontrolliertem Mikroklima ausgestellt, der dafür entwickelt wurde, die empfindlichen Bronzoberflächen zu bewahren. Die Statuen stehen auf einer seismisch gesicherten Plattform, die mit Carrara-Marmor verkleidet ist. Der Raum enthält außerdem zwei weitere Kopfskulpturen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., was das Besuchererlebnis zusätzlich bereichert.
Kontakt
Telefon: 0965 613988