
Dyrhólaey
Suðurland
Dyrhólaey ist ein markanter vulkanischer Felsvorsprung an der südlichen Küste Islands in der Region Mýrdal. Er erhebt sich etwa 120 Meter über dem Meeresspiegel und ist vor allem durch einen großen natürlichen Bogen gekennzeichnet, durch den das Meer fließt – lokal Tóin genannt. Dieser Bogen hat sogar gelegentlich kleinen Flugzeugen das Durchfliegen ermöglicht. Der Vorsprung war einst der südlichste Punkt des isländischen Festlands, bis der Ausbruch des Vulkans Katla im Jahr 1918 Kötlutangi entstehen ließ, das heute diesen Titel trägt. Das Gebiet ist seit 1978 ein geschütztes Naturschutzgebiet, Heimat einer bedeutenden Papageientaucher-Kolonie und weiterer Seevögel – ein wahres Paradies für Vogelbeobachter. Nahegelegene Felsnadeln, darunter die besonders markante 56 Meter hohe Háidrangur, tragen zusätzlich zur dramatischen Küstenlandschaft bei. Der Leuchtturm von Dyrhólaey, ursprünglich 1910 als erster Leuchtturm mit Stahlrahmen in Island gebaut und 1927 auf Basis von Entwürfen von Guðjón Samúelsson wieder aufgebaut, gehört weiterhin zu den hellsten im Land. Besucher genießen einen Panoramablick über schwarze Sandstrände, Klippen und den Atlantik – und erleben in einer einzigartigen Naturlandschaft sowohl geologische Besonderheiten als auch eine reiche Tierwelt.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Dyrhólaey sind die Sommermonate, wenn die Vogelwelt – vor allem Papageientaucher – am aktivsten ist. Einige geschützte Bereiche können saisonal geschlossen werden, um die Tierwelt zu schützen. Prüfen Sie daher vor der Reise die lokalen Hinweise. Es empfiehlt sich, den Tag früh zu planen, um Menschenmengen zu vermeiden, und – falls erforderlich – Tickets oder Genehmigungen im Voraus zu besorgen. Besucher sollten die Naturschutzregeln einhalten, indem sie auf markierten Wegen bleiben, und ihre Anwesenheit in eingeschränkten Zonen melden. Der Bereich rund um den Leuchtturm ist das ganze Jahr über zugänglich, doch Wetterbedingungen können Sicherheit und Sicht beeinträchtigen.
Interessante Fakten
- •Der natürliche Bogen von Dyrhólaey ist groß genug, damit kleine Flugzeuge hindurchfliegen können.
- •Die nahegelegene Felsnadel Háidrangur wurde erstmals 1893 bestiegen – damals galt das als besonders wagemutig.
- •Der Leuchtturm in Dyrhólaey gehört zu den hellsten in Island und ist aus großen Entfernungen sichtbar.
- •Dyrhólaey war einst der südlichste Punkt des isländischen Festlands, bevor vulkanische Aktivität die Küstenlinie veränderte.
- •Der Name Dyrhólaey bedeutet auf Isländisch „Insel mit dem Türloch“ und verweist auf das bogenförmige Loch im Felsvorsprung.
Geschichte
Dyrhólaey entstand während der letzten Eiszeit durch vulkanische Aktivität unter Gletschern, ähnlich wie der Surtsey-Ausbruch.
Historisch war die Stelle bei Seeleuten als Portland oder Blow Hole bekannt, wegen ihres markanten Naturbogens.
1893 bestieg der berühmte Hjalti Jónsson den nahegelegenen Felsblock Háidrangur und installierte Ketten, um die Vogeljagd zu erleichtern.
Der Leuchtturm wurde erstmals 1910 als Islands Pionierbau mit Stahlrahmen errichtet und 1927 mit einem Betonturm, der von Guðjón Samúelsson entworfen wurde, wieder aufgebaut.
Das Gebiet wurde 1978 offiziell als Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt, um seine einzigartige Geologie und die artenreiche Vogelwelt zu bewahren.
Ortsführer
Der Naturbogen (Tóin)
Ein großer See-Bogen, den der Ozean in den Felsvorsprung geschlagen hat. So können Boote bei Ebbe hindurchfahren – und sogar kleine Flugzeuge fliegen in seltenen Fällen durch. Er ist das prägende geologische Merkmal von Dyrhólaey.
Leuchtturm Dyrhólaey1910, rebuilt 1927
Ursprünglich 1910 als Islands erster Leuchtturm mit Stahlrahmen gebaut und 1927 mit einem von Guðjón Samúelsson entworfenen Betonturm wieder aufgebaut, gehört der Leuchtturm zu den hellsten im Land und hat ein charakteristisches weißes Blinklicht – jede 10 Sekunden.
Felsnadel Háidrangur1893
Eine 56 Meter hohe Felsnadel nahe bei Dyrhólaey mit einer markanten, scharfen Spitze. Sie wurde erstmals 1893 von Hjalti Jónsson bestiegen, der Ketten anbrachte, um Jagd-Expeditionen nach Vögeln zu erleichtern.