
Ruinen von Ninive
Nīnawá
Ninive liegt am Ostufer des Tigris in dem heutigen Mosul im Irak und war Hauptstadt sowie größte Stadt des Neo-Assyrischen Reiches. Als eine der wohlhabendsten Städte der Antike trug sie rund fünfzig Jahre lang den Titel der größten Stadt der Welt, bis sie im Jahr 612 v. Chr. durch eine Allianz aus Babyloniern, Meder(n) und Skythen zerstört wurde. Die Ruinen von Ninive erstrecken sich über ungefähr 750 Hektar und werden vor allem von zwei sogenannten Tells geprägt: Tell Kuyunjiq und Tell Nabi Yunus, letzterer nach dem Propheten Jona benannt, der in biblischen und qur’anischen Überlieferungen mit der Stadt in Verbindung gebracht wird. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden zahlreiche assyrische Skulpturen und Fundstücke zutage gefördert, die heute in Museen auf der ganzen Welt zu sehen sind. Trotz seines Niedergangs nach dem Ende des Assyrischen Reiches behielt Ninive auch in der Spätantike seine religiöse Bedeutung: Es war Sitz eines Bischofs der Kirche des Ostens. Das Gelände ist teilweise von den modernen Vororten von Mosul überlagert, bleibt aber ein bedeutendes archäologisches und kulturelles Wahrzeichen, das die Pracht der mesopotamischen Hochkultur widerspiegelt.
Planen Sie Ihre Reise nach Irak mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Am besten planen Besucher den Besuch in kühleren Monaten ein, um die im Norden des Iraks häufige extreme Hitze zu vermeiden. Da die Fundstätte sehr weitläufig und historisch komplex ist, empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen. Viele der Artefakte werden in Museen weltweit gezeigt, daher kann eine Kombination aus Besuch und lokalen Museumstouren in Mosul das Verständnis deutlich vertiefen. Für mehrere Kulturerbestätten in der Region können ermäßigte oder Kombitickets verfügbar sein. Da das Gelände teilweise von einer städtischen Bebauung überlagert ist und Sicherheitsaspekte eine Rolle spielen, sollten Besucher vor Ort lokale Reisehinweise sowie Zugangsberechtigungen prüfen.
Interessante Fakten
- •Ninive war rund 50 Jahre lang die größte Stadt der Welt, bevor es 612 v. Chr. unterging.
- •Die Fundstätte umfasst zwei zentrale Hügel: Tell Kuyunjiq und Tell Nabi Yunus, wobei letzterer mit dem Propheten Jona in Verbindung gebracht wird.
- •Die Ruinen von Ninive bedecken ungefähr 750 Hektar und sind von einer 12 Kilometer langen Befestigungsmauer umgeben.
- •Artefakte aus Ninive wurden ausgegraben und in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt.
- •Die Stadt war ein bedeutendes Zentrum für die frühe Kupferschmelz-Technologie außerhalb Anatoliens.
Geschichte
Ninive wurde vermutlich bereits ab 6000 v.
Chr.
in der späten Jungsteinzeit gegründet.
Aus einem landwirtschaftlichen Dorf entwickelte sich im Laufe der Kupferzeit und der frühen Bronzezeit ein bedeutendes urbanes Zentrum.
Es wurde zur Hauptstadt des Neo-Assyrischen Reiches und erreichte seinen Höhepunkt als größte Stadt der Welt, bevor es 612 v.
Chr.
zerstört wurde.
Nach der Plünderung durch eine Allianz aus Babyloniern, Meder(n) und Skythen erlangte Ninive nie wieder politische Bedeutung, blieb jedoch bis in die Spätantike hinein religiös wichtig.
Im Mittelalter nahm die Stadt weiter ab und wurde spätestens im 14.
Jahrhundert weitgehend verlassen, nachdem sich assyrische Christen zerstreut hatten.
Ortsführer
Tell Kuyunjiq-ZitadelleNeo-Assyrische Zeit (ca. 9. bis 7. Jahrhundert v. Chr.)
Der Haupt-Hügel von Ninive: Hier finden sich die Reste der Verwaltungs- und Kultbauten der antiken Stadt – darunter Paläste und Tempel.
Tell Nabi YunusAntike, mit späteren islamischen Schreinzusätzen
Eine Hügelstätte südlich des Khosr-Flusses. Hier befindet sich eine dem Propheten Jona (Nabi Yunus) gewidmete Stätte, die sowohl in der Bibel als auch im Koran verehrt wird.