
Schrein von Al-Abbas
Karbalā’
Der Schrein von Al-Abbas ist das Mausoleum von Abbas ibn Ali in Karbala, Irak, nahe dem Imam-Husayn-Schrein. Abbas ibn Ali war der Sohn von Ali ibn Abi Talib und der Halbbruder von Imam Hasan und Imam Husayn. Er fungierte als Fahnenträger von Husayn und als Leiter der Karawanen während der Schlacht von Karbala – deshalb zählt der Schrein zu den heiligsten Stätten des schiitischen Islam. Der Schrein ist mit einer markanten, tränenförmigen Kuppel ausgestattet, die innen mit kunstvoller Spiegelarbeit verziert ist, sowie mit vergoldeten Gold-Minaretten. Das Grab selbst ist mit reinem Gold bedeckt und von einem silbernen Gitterwerk umgeben; auf den Böden liegen iranische Teppiche. Über Jahrhunderte wurde der Schrein von verschiedenen Herrschern weiter ausgestaltet, darunter Safawiden- und Osmanen-Sultane. Seit 2012 haben umfangreiche Renovierungen die Kapazität erweitert: Unter anderem wurden Mauern zu mehrstöckigen Gebäuden umgebaut, in denen sich Museen und Gebetshallen befinden, die Kuppel und Minarette wurden neu vergoldet und der Innenhof mit einem Dach überdeckt, um Millionen Pilger pro Jahr besser unterbringen zu können. Der Euphrat hat sich im Laufe der Zeit nachweislich so verlagert, dass er nun um das Grab von Abbas herumfließt. Der Schrein bleibt ein bedeutendes spirituelles und kulturelles Zentrum und zieht Gläubige aus aller Welt an – besonders im Monat Muharram.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Schreins von Al-Abbas ist während des Muharram, wenn sich Millionen Pilger für die Gedenkfeiern versammeln. Aufgrund der großen Menschenmengen sollten Besucher den Kauf von Tickets oder die Organisation des Zugangs im Voraus in Betracht ziehen. Der Schrein bietet nach den jüngsten Renovierungen bessere Einrichtungen, darunter überdachte Innenhöfe und erweiterte Gebetshallen. Ermäßigungen oder besondere Unterkünfte können für Gruppen oder religiöse Delegationen verfügbar sein. Bescheidene Kleidung und ein respektvolles Verhalten sind beim Besuch dieser heiligen Stätte unerlässlich.
Interessante Fakten
- •Der Euphrat hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert und fließt heute um das Grab von Abbas ibn Ali herum, sodass es von einem Ring umschlossen wird.
- •Die Kuppel des Schreins hat eine tränenförmige Form und ist innen mit kunstvoller Spiegelarbeit versehen – ein Kennzeichen des persischen Architektur-Einflusses.
- •Im Jahr 2016 wurde die erste Zarih (ornate Gitter-/Schutzgitter) vollständig von irakischen Handwerkern gebaut und am Schrein fertiggestellt sowie installiert.
- •Der Schrein zieht jährlich Millionen Pilger an – besonders im Monat Muharram – und zählt damit zu den heiligsten Stätten des schiitischen Islam.
Geschichte
Der Schrein von Al-Abbas hat eine reiche Geschichte, die bis in die Zeit nach der Schlacht von Karbala im 7.
Jahrhundert zurückreicht, als Abbas ibn Ali den Märtyrertod erlitt.
Im Jahr 1622 ließ Abbas Shah Safavi bedeutende Dekorationen anfertigen, darunter die Ausgestaltung der Kuppel und die Organisation des umgebenden Bereichs.
In der Osmanenzeit trugen Sultane wie Suleiman der Prächtige, Murad III und Murad IV zur Rekonstruktion des Schreins bei.
Der moderne architektonische Stil spiegelt größtenteils Einflüsse der persischen und zentralasiatischen Architektur wider.
Seit 2012 begannen große Renovierungsarbeiten, um den Schrein zu erweitern und zu stabilisieren – unter anderem durch den Bau mehrstöckiger Gebäude und eines Kellers für Pilger.
Damit wurden bauliche Herausforderungen adressiert, die durch den nahegelegenen Euphrat entstanden waren.
Ortsführer
Die Kuppel und die MinaretteModern renovations since 2007
Die zentrale, tränenförmige Kuppel ist reich verziert und mit feiner Spiegelarbeit ausgestattet, die auch von innen gut zu sehen ist. Zwei hohe Minarette flankieren die Kuppel; beide wurden während der Renovierung 2007 mit Gold vergoldet und stehen damit sinnbildlich für spirituelle Großartigkeit.
Das Grab von Abbas ibn AliHistorical with ongoing renovations
Das Grab ist mit reinem Gold bedeckt und von einem silbernen Gitterwerk umgeben. So entsteht ein heiliger Mittelpunkt für Pilger. Iranische Teppiche bedecken die Böden rund um das Grab und tragen zur Ehrfurcht und Schönheit des Schreins bei.
Die Erweiterung mit mehreren Etagen und die MuseenSince 2012
Jüngste Renovierungen haben die umliegenden Mauern des Schreins in einen mehrstöckigen Komplex verwandelt – mit Museen, Büros und zusätzlichen Gebetshallen. Das verbessert das Besuchserlebnis und schafft Platz für die wachsende Zahl an Pilgern.
Der Keller (Sardab)2014–ongoing
Der seit 2014 im Bau befindliche Keller liegt unter dem Hauptinnenhof und ermöglicht Pilgern den nächstmöglichen Zugang zum Grab von Abbas. Außerdem stärkt er die Fundamente des Schreins gegen Wassereinbrüche, die durch den nahegelegenen Euphrat entstehen.