
Marschlandschaften des Südlichen Irak
Dhī Qār
Die Hammar-Sümpfe, Teil der mesopotamischen Sumpflandschaften im Südosten des Irak, zählen zu den größten Feuchtgebietssystemen in Westasien. Historisch erstreckten sie sich während der saisonalen Überschwemmungen bis auf 4.500 Quadratkilometer. Die Sümpfe werden vor allem vom Euphrat und seinen Nebenflüssen gespeist; zusätzlich kommt Wasser aus dem Tigris, das überläuft. Charakteristisch ist ein flacher, leicht salzhaltiger See namens Lake Hammar, der vielfältiges Leben in und an Gewässern beherbergt – darunter Arten wie Hornkraut, Schilfrohr (Gemeines Schilf) und das Südliche Rohrglanzgras (Southern cattail). Das Gebiet ist auch kulturell bedeutsam: Es gilt als Heimat der Sumpfaraber (Marsh Arabs), die seit Jahrhunderten im Einklang mit dieser einzigartigen Umwelt leben. In den 1990er-Jahren erlitten die Sümpfe durch groß angelegte Entwässerungsmaßnahmen und den Bau von Dämmen weitreichende Zerstörungen, wodurch sich ihre Fläche drastisch verringerte. Seit 2003 haben Wiederherstellungsbemühungen für die Feuchtgebiete zu einer erheblichen Wiedervernässung und zum erneuten Aufwachsen der Vegetation geführt. So konnten sich zahlreiche Vogelarten wie die Silberreiher (little egret) und der Purpurreiher (purple heron) zurückmelden – ebenso Säugetiere wie die Dschungelkatze und der Eurasische Otter. Trotz der Erholung bestehen weiterhin Herausforderungen, unter anderem durch Umweltverschmutzung und Wasserentnahmen, die die langfristige Tragfähigkeit dieses wichtigen Ökosystems gefährden.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Hammar-Sümpfe ist nach den saisonalen Überschwemmungen, wenn die Feuchtgebiete am vollsten sind und die Tierwelt besonders aktiv. Besucher sollten in Erwägung ziehen, geführte Touren mit lokalen Sumpf(araber)-Gemeinschaften zu organisieren, um kulturelle Einblicke zu gewinnen und sensibel vorzugehen. Es empfiehlt sich, die aktuellen lokalen Bedingungen zu prüfen und alle eventuell notwendigen Genehmigungen oder Erlaubnisse einzuholen, da der Zugang durch Umwelt- und politische Faktoren beeinflusst werden kann. Wenn Sie Ihren Besuch im Voraus buchen, erleichtert das die Organisation und unterstützt zudem lokale Naturschutzbemühungen.
Interessante Fakten
- •Die Hammar-Sümpfe waren einst das größte Feuchtgebiets-Komplexgebiet in Westasien und bedeckten während der Überschwemmungen bis zu 4.500 Quadratkilometer.
- •Hier lebt eine einzigartige ethnische Gruppe, bekannt als die Sumpfaraber (Marsh Arabs), die eine traditionelle Lebensweise pflegt, die eng mit den Feuchtgebieten verbunden ist.
- •In den 1990er-Jahren wurden die Sümpfe größtenteils entwässert, doch seit 2003 erholen sie sich wieder – unter anderem dank Wiedervernässungsmaßnahmen.
- •Lake Hammar, der größte Gewässerbereich in den Sümpfen, ist flach und leicht salzhaltig und bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten.
- •Vogelarten wie der Silberreiher (little egret), der Purpurreiher (purple heron) und der Wiesen-/Rohrweihe-Kind (western marsh harrier) sind hier häufig zu finden.
- •Säugetiere wie die Dschungelkatze, der Eurasische Otter (European otter) und die Streifenhyäne (striped hyena) bewohnen die Sümpfe – ein Hinweis auf die hohe Biodiversität.
Geschichte
Die Hammar-Sümpfe bedeckten historisch bis zu 4.500 Quadratkilometer und waren damit das größte Feuchtgebietsareal in Westasien.
In den 1990er-Jahren richteten großflächige Entwässerungs- und Dammprojekte schwere Schäden an: Die Sümpfe wurden in West- und Ostabschnitte getrennt und ihre Fläche auf weniger als 15 % der ursprünglichen Größe reduziert.
Nach der Invasion der USA in den Irak im Jahr 2003 bauten lokale Sumpfaraber (Marsh Arabs) Dämme und Entwässerungsanlagen ab, wodurch eine natürliche Wiedervernässung und die ökologische Erholung begannen.
Seitdem haben sich Vegetation und Tierwelt deutlich erholt – dennoch drohen weiterhin Gefahren durch Umweltverschmutzung und Herausforderungen im Wassermanagement.