
Große Moschee von Kufa
An Najaf
Die Große Moschee von Kufa im Gouvernement Nadschaf in Irak ist eine bedeutende schiitische Moschee und ein Heiligtum, das ursprünglich im Jahr 670 n. Chr. fertiggestellt wurde. Historisch besonders wichtig ist sie, weil hier Ali ibn Abi Talib, der vierte Kalif der Rashidun, beheimatet war – außerdem beherbergt sie die Gräber (Schreine) seines Gefährten Muslim ibn Aqeel, von Hani ibn Urwa sowie des revolutionären Al-Mukhtar. Die Moschee hat einen viereckigen Grundriss und umfasst etwa 11.000 Quadratmeter. Hohe Mauern werden durch halbkreisförmige Bastionen verstärkt, dazu kommen mehrere Minarette. Die architektonische Gestaltung zeigt Einflüsse vorislamischer persischer Paläste und byzantinischer Kirchen – erkennbar an der Decke und an den baulichen Elementen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Moschee mehrfach neu errichtet und restauriert, darunter ein großer Wiederaufbau im 7. Jahrhundert unter Statthalter Ziyad ibn Abihi sowie bedeutende Renovierungen in der safawidischen Zeit, in der die ikonische goldene Kuppel und aufwendiges Zierfliesenwerk eingeführt wurden. Der Innenhof ist mit weißem Marmor aus Makrana (Indien) geschmückt, im Inneren ist alles reich verziert – mit Gold, Silber und Koranversen. Heute ist die Moschee weiterhin ein bedeutender religiöser Ort und ein bemerkenswertes Beispiel früher islamischer Architektur, das sowohl Pilger als auch Besucher anzieht.
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Tipp: Besucher sollten erwägen, die Moschee außerhalb der großen religiösen Feiertage zu besuchen, um größere Menschenmengen zu vermeiden. Es wird empfohlen, geführte Touren einzuplanen, um die historische und architektonische Bedeutung der Moschee in vollem Umfang zu würdigen. Für bestimmte Bereiche können Tickets erforderlich sein, und möglicherweise gibt es Ermäßigungen für Gruppen oder Pilger. Ein Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag bietet eine angenehme Atmosphäre und besseres Licht für Fotos.
Interessante Fakten
- •Die Moschee zählt zu den frühesten noch erhaltenen Moscheen der Welt und geht bis ins 7. Jahrhundert zurück.
- •Ali ibn Abi Talib, der vierte Kalif der Rashidun, wurde im Jahr 661 n. Chr. innerhalb der Moschee ermordet.
- •Die Moschee enthält Schreine wichtiger schiitischer Persönlichkeiten wie Muslim ibn Aqeel und Hani ibn Urwa.
- •Die goldene Kuppel und das Zierfliesenwerk wurden in der safawidischen Zeit im 17. und 18. Jahrhundert hinzugefügt.
- •Der Innenhof der Moschee ist mit weißem Marmor bedeckt, der aus Makrana (Indien) importiert wurde.
- •Die Architektur der Moschee zeigt Einflüsse vorislamischer persischer Paläste und byzantinischer Kirchen.
Geschichte
Die Große Moschee von Kufa wurde ursprünglich zusammen mit der Stadtgründung im Jahr 638 n.
Chr.
angelegt.
Sie wurde mit einem quadratischen Grundriss und mehreren Eingängen errichtet.
Ali ibn Abi Talib wurde dort im Jahr 661 n.
Chr.
ermordet – das macht die Moschee zu einem Ort von tiefer historischer und religiöser Bedeutung.
Im Jahr 670 n.
Chr.
wurde die Moschee unter der Leitung des Statthalters Ziyad ibn Abihi wiederaufgebaut und erweitert, unter anderem mit importierten Materialien und Handwerkern.
Hier wurde 749 n.
Chr.
der erste Abbasidische Kalif ausgerufen.
Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Moschee verschiedene Restaurierungen – unter anderem kamen die goldene Kuppel und Kachelverzierungen in der safawidischen Zeit im 17.
und 18.
Jahrhundert hinzu.
Zuletzt wurden im Jahr 2010 umfangreiche Renovierungsarbeiten abgeschlossen, die die Anmutung von Innen- und Außenbereich deutlich verbesserten.
Ortsführer
Haupthalle für das Gebet7. Jahrhundert mit Renovierungen bis 2010
Der zentrale Bereich der Moschee, in dem die gemeinsamen Gebete abgehalten werden, mit aufwendigen Dekorationen aus Gold und Silber sowie Koranversen, die die Innenwände schmücken.
Schreine von Muslim ibn Aqeel und Hani ibn Urwa7. Jahrhundert
Diese Schreine ehren Gefährten von Ali ibn Abi Talib und sind wichtige Pilgerstätten innerhalb des Moscheekomplexes.
Goldene Kuppel17.–18. Jahrhundert
Ein markantes Merkmal, das in der safawidischen Zeit ergänzt wurde: Die goldene Kuppel krönt die Gräber und ist von detailreichem Zierfliesenwerk umgeben – typisch für persische Einflüsse.
InnenhofRenovierung 2010
Der großzügige Innenhof ist mit weißem Marmor aus Makrana (Indien) bedeckt und schafft eine ruhige Umgebung für Besucher und Gläubige.
Außenmauern und halbkreisförmige StrebepfeilerUrsprünglicher Bau und frühe Zeitabschnitte
Die Außenmauern der Moschee werden durch halbkreisförmige Bastionen und Türme verstärkt – ein Ausdruck früher islamischer Militärarchitektur und der Bauweise persischer Paläste.