
Schrein des Imâm Ali
An Najaf
Der Imâm-Ali-Schrein in Nadschaf, Irak, ist ein bedeutender religiöser Ort für Schiiten und Sunniten. Man glaubt, dass sich hier das Grab von Ali ibn Abi Talib befindet, dem Cousin und Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Der Schrein gilt als heiliges Mausoleum und als großes Pilgerziel – jedes Jahr kommen Millionen Besucher. Seit seiner ersten Errichtung im Jahr 786 n. Chr. durch den abbasidischen Kalifen Harun al-Raschid wurde der Schrein mehrfach neu aufgebaut. Seine Architektur zeichnet sich durch eine imposante Kuppel, Innenhöfe und reich verzierte Innenräume aus – unter anderem mit Teppichen und kostbaren Metallen. Über die Jahrhunderte trugen Herrscher wie der buwayhidische Emir 'Adud al-Dawla, die Seldschuken-Sultane, safawidische Schahs und die Osmanischen Kaiser zur Erweiterung und Verschönerung bei. Nach schiitischer Tradition hält der Schrein zudem die Überreste von Adam und Noah. Trotz Schäden in Konflikten – darunter der Aufstand von 1991 – ist der Schrein weiterhin ein Symbol für spirituelle Verehrung und kulturelles Erbe im Irak. Zur weitläufigen Anlage gehören ein Krankenhaus, ein Hospiz sowie Einrichtungen für Pilger. Das unterstreicht seine Rolle als religiöses und soziales Zentrum.
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Tipp: Besucher sollten möglichst außerhalb der großen religiösen Feiertage kommen, um große Menschenmengen zu vermeiden. Es empfiehlt sich, die lokalen Sitten zu respektieren und sich dezent zu kleiden. Der Kauf von Tickets oder die Organisation von Gruppenbesuchen im Voraus wird empfohlen, um einen reibungslosen Zugang zu gewährleisten. Der Schrein bietet spirituelle und kulturelle Erlebnisse, doch Besucher sollten die Sicherheitslage in der Region im Blick behalten. Für Gruppen und Pilger können Ermäßigungen oder besondere Unterkünfte verfügbar sein. Geführte Touren können das Verständnis für Geschichte und Bedeutung des Schreins vertiefen.
Interessante Fakten
- •Schiitische Muslime glauben, dass der Schrein neben Imâm Ali auch die Überreste von Adam und Noah enthält.
- •Die grüne Kuppel wurde erstmals über dem Grab vom Kalifen Harun al-Raschid im Jahr 786 n. Chr. errichtet.
- •Der berühmte Reisende Ibn Battuta beschrieb den Schrein 1326 als reich mit Teppichen ausgelegt – aus Seide – und mit goldenen und silbernen Leuchtern geschmückt.
- •Im 18. Jahrhundert finanzierte die Ehefrau von Nader Shah den Wiederaufbau sowie das Neubelegen mit Fliesen (Retiling) der Wände und des Innenhofs des Schreins.
- •Beim Aufstand von 1991 wurde der Schrein gestürmt und durch die Republikanischen Garde-Einheiten von Saddam Hussein stark beschädigt.
Geschichte
Der Imâm-Ali-Schrein wurde erstmals im Jahr 786 n.
Chr.
vom abbasidischen Kalifen Harun al-Raschid über dem Grab von Ali ibn Abi Talib errichtet.
850 kam es zu einer Überschwemmung, doch 923 wurde er von Abu'l-Hayja wiederaufgebaut.
Im späten 10.
Jahrhundert erweiterte der buwayhidische Emir 'Adud al-Dawla den Schrein und befestigte Nadschaf.
Nachfolgende Herrscher, darunter Seldschuken-Sultane und safawidische Schahs, trugen zur weiteren Entwicklung bei; die großen Restaurierungen fanden im 14.
und 17.
Jahrhundert statt.
Die Kuppel wurde im 18.
Jahrhundert im Auftrag von Nader Shah vergoldet.
Der Schrein wurde während des Aufstands von 1991 beschädigt, ist aber seitdem wiederhergestellt worden.
Er blieb während der gesamten islamischen Geschichte ein bedeutender religiöser Ort.
Ortsführer
Die grüne Kuppel786 CE
Die markante grüne Kuppel, die ursprünglich 786 n. Chr. erbaut und mehrfach restauriert wurde, steht sinnbildlich für die spirituelle Bedeutung des Schreins.
Innenhof und Zentralsarkophag (Cenotaph)10th century and 1791
Erweitert durch den buwayhidischen Emir 'Adud al-Dawla: Der Innenhof umfasst den Zentralsarkophag über der Begräbnisstätte von Imâm Ali. Umgeben von erhöhtem Steinboden entsteht darunter ein Kellerbereich.
Bab al-Sa'a (Uhrportal)1863 (rebuilt), gilded 1888
Ein prachtvolles Eingangsportal, das im 19. Jahrhundert vom Osmanischen Kaiser Abdülaziz wiederaufgebaut und vom Qajar-Schah Naser al-Din Shah vergoldet wurde.
Krankenhaus- und Hospiz-Einrichtungen1623-1632
Während der safawidischen Restaurierung im 17. Jahrhundert ergänzt, um Pilgern ausreichend Platz zu bieten – und damit die Rolle des Schreins als gesellschaftliches und religiöses Zentrum zu unterstreichen.