Chausath Yogini Tempel, Jabalpur

Chausath Yogini Tempel, Jabalpur

Central India Region

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Der Chausath Yogini Tempel in Jabalpur ist ein uraltes hypäthrales Heiligtum aus dem 9. bis 12. Jahrhundert. Er ist der Verehrung von 64 Yoginis gewidmet – weiblichen Meistern des Yoga und tantrischen Göttinnen, die mit der heiligen weiblichen Kraft verbunden sind. Im Gegensatz zu typischen indischen Tempeln besitzt er eine kreisförmige, frei zugängliche Open-Air-Anlage mit Nischen, in denen Statuen von Yoginis stehen. Diese werden oft mit Tierköpfen dargestellt, was ihre theriomorphe Natur symbolisiert. Die Yoginis verkörpern kraftvolle tantrische Eigenschaften wie Gestaltwandlung und übernatürliche Fähigkeiten, die mit dem Bhairava-Kult und esoterischen Praktiken auf den Scheiterhügeln (Verbrennungsplätzen) in Verbindung stehen. Die einzigartige Architektur und Bildsprache des Tempels spiegeln das tantrische Yogini-Chakra-Mandala wider: ein spirituelles System aus 64 Mantra-Göttinnen, die Shiva oder Bhairava umgeben. Die Schreine liegen etwas außerhalb größerer Tempelkomplexe und befinden sich häufig auf erhöhten Plätzen. So unterstreichen sie die „schwellenhafte“ und esoterische Natur der Yogini-Verehrung. Der Tempel in Jabalpur gehört zu einem größeren Netzwerk von Yogini-Tempeln, die sich über Zentral- und Nordindien verteilen – und macht damit eine bedeutende, aber einst unbekannte Tradition innerhalb des Hindu-Tantra sichtbar.

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Tipp: Besucher sollten sich für den Besuch die Tageslichtstunden einplanen, um die Open-Air-Architektur und die kunstvollen Yogini-Statuen in vollem Umfang zu würdigen. Aufgrund der historischen und rituellen Bedeutung können geführte Touren helfen, die tantrischen Symbole besser zu verstehen. Die Tickets können begrenzt sein – daher empfiehlt sich eine Vorausbuchung oder das Bestätigen der Öffnungszeiten. Am besten ist der Tempel in den kühleren Monaten zu besuchen, um der in Zentralindien typischen starken Hitze zu entgehen. Für den Besuch wird zurückhaltende, respektvolle Kleidung an religiösen Stätten empfohlen.

Interessante Fakten

  • Yogini-Tempel sind besonders, weil sie zum Himmel offen sind (hypäthral) – im Unterschied zu den meisten indischen Tempeln, die ein Dach haben.
  • Die Statuen zeigen Yoginis häufig mit Tierköpfen; das symbolisiert ihre Fähigkeit zur Gestaltwandlung und ihre Verbindung zu tantrischen Kräften.
  • Yoginis gelten als mächtig, unrein und gefährlich und praktizieren auf den Scheiterhügeln und in den „schwellenhaften“ Zonen.
  • Der Chausath Yogini Tempel steht für ein tantrisches Mandala aus 64 Mantra-Göttinnen, die Shiva oder Bhairava umgeben.
  • Trotz ihrer Bedeutung blieben viele Yogini-Tempel bis ins späte 20. Jahrhundert hinein unbekannt und unzugänglich.

Geschichte

Der Chausath Yogini Tempel in Jabalpur wurde zwischen dem 9.

und 12.

700

Jahrhundert erbaut – zur Blütezeit des Shaiva-Yogini-Kults, der ungefähr von 700 bis 1200 n.

Chr.

florierte.

Diese Tempel wurden als hypäthrale Heiligtümer errichtet, die Gruppen von Yoginis gewidmet sind: weiblichen tantrischen Gottheiten, die mit esoterischen Shaiva-Praktiken verbunden waren.

Im Laufe der Jahrhunderte geriet der Tempel in Vergessenheit und wurde weitgehend nicht mehr beachtet, bis er im 20.

Jahrhundert zusammen mit anderen Yogini-Schreinen in Zentralindien wiederentdeckt wurde.

Sein architektonischer Stil und seine Bildsprache spiegeln die in der Region zur mittelalterlichen Zeit verbreiteten tantrischen Traditionen wider – mit Fokus auf die spirituelle Kraft und Eigenständigkeit der Yoginis.

Ortsführer

1
Kreisförmige Einfassung und Nischen9th-12th century

Der Tempel hat einen markanten kreisförmigen Grundriss mit 64 Nischen rund um den Perimeter, in denen jeweils eine Statue einer Yogini untergebracht ist. Dieses Open-Air-Design symbolisiert das tantrische Yogini-Chakra-Mandala und steht für spirituelle Vollständigkeit sowie esoterisches Wissen.

2
Yogini-Statuen9th-12th century

Jede Nische beherbergt eine Statue einer Yogini, die oft mit Tierköpfen dargestellt wird sowie entweder im Stand oder im Sitzen gezeigt ist. Diese Figuren verkörpern tantrische Kräfte wie Gestaltwandlung und Flug und sind mit Bhairava sowie Ritualen auf den Verbrennungsplätzen verbunden.