Große Sultan-der-Riau-Moschee

Große Sultan-der-Riau-Moschee

Riau Islands Region

70/10090 min

Die Große Moschee des Sultans von Riau auf der Insel Penyengat in der Provinz der Riau-Inseln in Indonesien ist eine bemerkenswerte historische Moschee, die bis ins späte 18. und frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. Berühmt ist sie für ihre einzigartigen Baumaterialien: Besonders hervorzuheben ist die Verwendung von Eiklar, das mit Sand und Kalk als Bindemittel vermischt wurde. Diese Mischung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Moschee bis heute ihre bemerkenswerte Stabilität bewahrt hat. Die Moschee hat besonders dicke Wände von bis zu 50 cm und einen Boden aus Tonziegeln, der auf vier Säulen ruht. Architektonisch verfügt sie über dreizehn Kuppeln und vier spitz zulaufende Minarette, die fast 19 Meter hoch sind – als Symbol für die 17 Einheiten der täglichen islamischen Gebete (rakaat). Der Moscheekomplex erstreckt sich über etwa 54,4 mal 32,2 Meter und umfasst Nebengebäude wie zwei Gästehäuser sowie Hallen für Zusammenkünfte der Gemeinde und religiöse Anlässe. Ursprünglich war die Moschee ein schlichter Holzbau. 1832 wurde sie unter Sultan Abdurrahman des Riau-Lingga-Königreichs erweitert und neu errichtet. Er rief die lokale Bevölkerung dazu auf, mit Arbeit und Materialien beizutragen – getragen von einem Geist der Hingabe. Heute ist sie weiterhin ein aktiver Ort des Gebets und zugleich eine vom indonesischen Staat geschützte Stätte des kulturellen Erbes. Sie spiegelt die reiche islamische und königliche Geschichte der Region wider.

Planen Sie Ihre Reise nach Indonesien mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besucher sollten ihren Besuch in den Tagesstunden einplanen, um die leuchtend gelbe Außenfassade und die kunstvollen Details der Architektur in voller Pracht zu erleben. Um den lokalen Gepflogenheiten zu entsprechen, empfiehlt es sich, sich angemessen (bescheiden) zu kleiden und vor dem Betreten die Schuhe auszuziehen. Da die Moschee nach wie vor für das Gebet genutzt wird, sollten nicht-muslimische Besucher die Besuchszeiten prüfen, um Gebetsphasen – besonders die Freitagsgebete am Mittag – zu vermeiden. In der Regel sind Tickets im Voraus nicht erforderlich, doch geführte Touren können das Verständnis für die historische und kulturelle Bedeutung der Moschee deutlich vertiefen. Die beste Zeit für einen Besuch ist außerhalb großer islamischer Feiertage, um Menschenmengen zu vermeiden. Besuche während des Ramadan bieten jedoch ganz besondere kulturelle Erlebnisse rund um die gemeinsamen Iftars.

Interessante Fakten

  • Die Konstruktion der Moschee griff einzigartig auf Eiklar zurück, das mit Sand und Kalk als Bindemittel gemischt wurde – eine seltene Technik, die dazu beitrug, dass das Gebäude fast zwei Jahrhunderte lang stabil blieb.
  • Die dreizehn Kuppeln und vier Minarette der Moschee stehen symbolisch für die 17 rakaat (Einheiten) der täglichen islamischen Gebete.
  • Der Moscheekomplex umfasst zwei traditionelle Gästehäuser sowie Hallen für Veranstaltungen der Gemeinde – ein Hinweis darauf, dass sie mehr ist als nur ein Ort des Gebets.
  • Im Inneren der Moschee wird ein handschriftliches Quran-Manuskript von Abdurrahman Stambul aufbewahrt – einem gebürtigen Sohn von Penyengat Island und Gesandten nach Ägypten im Jahr 1867.
  • Seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1832 wurde an der Moschee weder renoviert noch baulich etwas verändert – so bleibt ihre ursprüngliche Form erhalten.

Geschichte

1771

Ursprünglich wurde die Moschee zwischen 1771 und 1815 als eher schlichter Holzbau errichtet – mit einem Ziegelboden und nur einem kurzen Minarett.

Anfang des 19.

Jahrhunderts machte die wachsende Zahl der Gemeindemitglieder eine Erweiterung nötig.

1831

Sultan Abdurrahman, Herrscher des Riau-Lingga-Königreichs von 1831 bis 1844, startete 1832 eine größere Rekonstruktion und forderte die lokale Bevölkerung dazu auf, Materialien und Arbeitskraft beizusteuern.

Aus dieser gemeinsamen Anstrengung entstand die heutige Gestalt der Moschee – errichtet mit einer besonderen Mischung, in der Eiklar als Bindemittel verwendet wurde.

Seitdem hat sich an der Bausubstanz nichts grundlegend verändert, und sie ist bis heute das einzige erhaltene Zeugnis des architektonischen Erbes des Riau-Lingga-Königreichs.

Ortsführer

1
Haupthalle für das Gebet1832
Sultan Abdurrahman (Initiator)

Die zentrale Gebetsanlage der Moschee mit etwa 29,3 mal 19,5 Metern wird von vier kräftigen Pfeilern getragen und besitzt dreizehn Kuppeln. Hier finden die gemeinsamen Gebete der Gemeinde statt; die Anlage zeigt den traditionellen malayisch-islamischen Architekturstil.

2
Minarette1832
Sultan Abdurrahman (Initiator)

Vier spitz zulaufende Minarette, die 18,9 Meter hoch sind. Historisch wurden sie vom Muezzin genutzt, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen. Ihre Höhe und Gestaltung tragen zu dem beeindruckenden, fast schon majestätischen Erscheinungsbild der Moschee bei.

3
Gästehäuser (Rumah Sotoh)1832

Zwei traditionelle Häuser im Innenhof der Moschee. Sie dienten dazu, Reisende unterzubringen, und waren zugleich Orte für Beratungen der Gemeinde sowie religiöse Zusammenkünfte.

4
Ausstellung: handschriftliches Quran-Manuskript1867
Abdurrahman Stambul

Ein in Glas gerahmtes handschriftliches Quran von Abdurrahman Stambul, einem gebürtigen Sohn der Region, der 1867 nach Ägypten geschickt wurde, um islamische Gelehrsamkeit zu studieren. Dieses Exponat unterstreicht die historische und religiöse Bedeutung der Moschee.