Lóczy-Höhle

Lóczy-Höhle

Veszprém

55/10030 min

Die Lóczy-Höhle liegt am Fuße des Tamás-Hügels nahe Balatonfüred in Ungarn, im Nationalpark Balaton-Uplands. Sie ist eine besonders geschützte natürliche Kalksteinhöhle, die vor allem für ihre geologischen Besonderheiten berühmt ist: Durch warme Gewässer entstanden die Formationen im Zeitraum des Pleistozäns. Charakteristisch sind schräg gelagerte, dünne Gesteinsschichten, kugelförmige Nischen, die durch thermale Gewässer aufgelöst wurden, sowie seltene Aragonitkristallgruppen in der Crystal Chamber. Obwohl die Höhle einst viele Aragonit-Rosetten und Stalaktiten hatte, wurden die meisten ursprünglichen Bildungen im Laufe der Zeit entfernt. Der künstlich angelegte Eingang, ursprünglich Teil eines alten Steinbruchs, führt Besucher durch einen 120 Meter langen, beleuchteten Abschnitt, der im Rahmen einer geführten Tour von etwa 20 bis 30 Minuten erreichbar ist. Die Höhle ist nach Lajos Lóczy benannt, einem Geologen, der die Höhlenforschung in der Region maßgeblich mitgeprägt hat. Sie bietet einen einzigartigen Einblick in Karstphänomene und die Aktivität von Thermalquellen – ein spannendes Ziel für Geologie-Interessierte und Touristen gleichermaßen.

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Tipp: Besucher sollten geführte Touren möglichst im Voraus buchen, vor allem in der Hochsaison, da die Höhle nur mit einem Guide zugänglich ist. Die beste Zeit für einen Besuch sind die wärmeren Monate, wenn rund um Balatonfüred viel los ist – die Höhle selbst kann aber das ganze Jahr über besichtigt werden. Wegen unebenem Untergrund innerhalb der Höhle werden bequeme Wanderschuhe empfohlen. Für Gruppen, Schüler und Senioren können Ermäßigungen verfügbar sein. Das nahe gelegene Besucherzentrum, das 2021 eröffnet wurde, bietet zusätzliche Informationen und Einrichtungen.

Interessante Fakten

  • Die Höhle entstand durch warme Gewässer während der Epoche des Pleistozäns an der Grenze zwischen Kalkstein- und Mergelschichten des Mitteltrias.
  • Sie enthält seltene Aragonitkristallgruppen in der Crystal Chamber – eine von nur wenigen derartigen Fundstellen in Ungarn.
  • Ursprünglich schmückten viele Aragonit-Rosetten die Höhle, doch die meisten wurden im Laufe der Zeit entfernt oder gingen verloren.
  • Der Name der Höhle ehrt Lajos Lóczy, einen bedeutenden ungarischen Geologen und Pionier der organisierten Höhlenforschung.
  • Die Höhle wurde erstmals 1930 von Ottokár Kadić wissenschaftlich erforscht und benannt; er setzte sich für ihre touristische Entwicklung ein.

Geschichte

1882

Die Lóczy-Höhle wurde Ende Oktober 1882 bei Abbauarbeiten im Steinbruch entdeckt.

Anfangs machten ein schmaler Eingang und ein senkrechter Schacht den Zugang schwierig und gefährlich, weshalb sie Anfang des 20.

Jahrhunderts aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde.

1930

1930 führte der Geologe Ottokár Kadić wissenschaftliche Erkundungen durch und schlug die Erschließung als Touristenattraktion vor; dabei benannte er sie nach Lajos Lóczy.

Weitere Maßnahmen umfassten das Beseitigen von Schutt, das Anlegen eines neuen Eingangs und die Installation von elektrischem Licht.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden die mineralischen Formationen leider von Besuchern entfernt, sodass heute nur noch wenige ursprüngliche Sinterbildungen vorhanden sind.

2021

Seit 2021 betreten Besucher die Höhle über ein modernes Besucherzentrum – das verbessert die Zugänglichkeit und den Erhalt.

Ortsführer

1
Besucherzentrum2021

Das im Juli 2021 eröffnete Besucherzentrum ermöglicht den Zugang zum Inneren der Höhle und bietet Bildungs-Ausstellungen zur Geologie und Geschichte der Höhle.

2
Crystal Chamber

Ein Raum innerhalb der Höhle, in dem Aragonitkristallgruppen noch gefunden werden können – er zeigt seltene mineralische Formationen.

3
Water Chamber (Vizes-üreg)

Am Ende der Höhle gelegen, enthält diese Kammer manchmal Wasser – bedingt durch schwankende Wasserstände im Karstsystem – außerdem sind erhöhte Kohlendioxidwerte zu beobachten.

Map