
Schloss Simontornya
Tolna
Das Schloss Simontornya im Komitat Tolna, Ungarn, ist ein historisch bedeutendes Renaissance-Schloss, das ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut wurde – von Simon, dem Sohn von Salamon. Der Name des Schlosses lässt sich als „Simons Turm“ übersetzen und verweist damit auf seinen Gründer. Über Jahrhunderte wurde das Schloss von verschiedenen Adelsfamilien immer wieder umgebaut: So ergänzte die Familie Lackfi im 14. Jahrhundert einen gotischen Flügel, und die Familie Buzlay verwandelte es Anfang des 16. Jahrhunderts mit italienischem Handwerk in einen Renaissancepalast. Während der Besetzung durch die Osmanen spielte das Schloss eine entscheidende Rolle und diente fast 150 Jahre lang als Zentrum eines osmanischen Sandjaks. 1686 wurde es zurückerobert und im frühen 18. Jahrhundert weiter befestigt. Im Verlauf von Rákóczis Unabhängigkeitskrieg diente es den Kuruc-Aufständischen als Festung. Nach dem Ende seiner militärischen Nutzung wurde das Schloss als Scheune verwendet, bis 1960 mit archäologischen Ausgrabungen begonnen wurde. Heute ist es ein Kulturdenkmal, das architektonische Stilrichtungen von der Gotik bis zur Renaissance zeigt – mit noch sichtbaren Resten der Verteidigungsmauern, die es zu einer besonderen historischen Attraktion in Ungarn machen.
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Tipp: Besucher sollten vor dem Besuch die Öffnungszeiten auf der offiziellen Website prüfen. Die beste Zeit, um das Schloss Simontornya zu erkunden, ist im Frühling und Herbst, wenn das Wetter mild ist. Tickets können vor Ort gekauft werden, und es kann Ermäßigungen für Schüler, Senioren oder Gruppen geben. Das Schloss ist mit dem Zug ab Budapest erreichbar (auf der Linie nach Pécs) oder mit dem Auto über die Hauptstraßen 61, 63 und 64. Es wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen, um die reiche Geschichte und Architektur des Schlosses in vollem Umfang zu erleben.
Interessante Fakten
- •Der Name des Schlosses Simontornya bedeutet „Simons Turm“ und geht auf den Gründer Simon, den Sohn von Salamon, zurück.
- •Es war während fast 150 Jahren osmanischer Besetzung das Zentrum eines osmanischen Sandjaks.
- •Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Schloss mit Hilfe italienischer Meister unter Mózes Buzlay in einen Renaissancepalast umgewandelt.
- •Während von Rákóczis Unabhängigkeitskrieg war es eine Festung der Kuruc-Aufständischen im Südwesten Ungarns.
- •Nachdem es militärisch an Bedeutung verloren hatte, wurde das Schloss bis zum Beginn der archäologischen Ausgrabungen 1960 als Scheune genutzt.
Geschichte
Das Schloss wurde in den 1270er-Jahren von Simon, dem Sohn von Salamon, gegründet – ursprünglich als gotischer Turm, der inmitten der Sümpfe des Flusses Sió errichtet wurde.
Es ging durch mehrere Adelsfamilien, darunter die Lackfi- und Garai-Familie, die es im Laufe der Jahrhunderte vergrößerten und befestigten.
Anfang des 16.
Jahrhunderts machte Mózes Buzlay das Schloss zu einem Renaissancepalast.
Das Osmanische Reich eroberte es 1543 und machte es fast 150 Jahre lang zu einer militärischen Festung.
1686 wurde es von Louis William, Markgraf von Baden-Baden, zurückerobert und zwischen 1702 und 1704 weiter befestigt.
Während von Rákóczis Unabhängigkeitskrieg war es eine Aufständischen-Festung, bevor es 1709 von österreichischen Truppen eingenommen wurde.
Danach verlor es an militärischer Bedeutung und wurde bis zum Beginn der archäologischen Ausgrabungen 1960 als Scheune genutzt.
Ortsführer
Gotischer Flügel14. Jahrhundert
Im 14. Jahrhundert von der Familie Lackfi errichtet, zeichnet sich dieser Flügel durch gotische Gestaltungselemente aus und war Teil der mittelalterlichen Erweiterung des Schlosses.
Renissancepalast – Renovierung1508
Mózes Buzlay ließ das Schloss Anfang des 16. Jahrhunderts umgestalten: Italienische Handwerker verwandelten es in einen Renaissancepalast, der mit feinen Schnitzereien, Arkadenloggias und einer Kapelle mit spätgotischen Merkmalen geschmückt ist.
Festungsmauern und Zinnen1702–1704
Zwischen 1702 und 1704 hinzugefügte große Befestigungsanlagen machten das Schloss zu einer Festung: mit unregelmäßig geformten, ringförmigen äußeren Verteidigungsmauern und Zinnen – ein Spiegel der Militärarchitektur des frühen 18. Jahrhunderts.
SchlosskapelleAnfang des 16. Jahrhunderts
In dem nördlichen Flügel gelegen, weist die Kapelle spätgotische Bauelemente auf, die denen ähneln, die man in der Kapelle des Siklós-Schlosses findet.
Kontakt
Telefon: (06 74) 486 354