
Gelöbniskirche von Szeged
Csongrád
Die Gelöbniskirche und Kathedrale Unserer Lieben Frau von Ungarn, lokal bekannt als Szegedi dóm oder Fogadalmi templom, ist eine bedeutende römisch-katholische Kathedrale in Szeged (Ungarn). Sie liegt prominent auf dem Dóm-Platz neben dem historischen Turm Dömötör. Der Bau begann 1913, nachdem die verheerende Flut von 1879 große Teile der Stadt zerstört hatte und die Bürger von Szeged den Bau dieser Kathedrale gelobten. Die Kirche wurde zunächst von Frederick Schulek entworfen und später von Ernő Foerk umgeplant. Fertiggestellt wurde sie 1930, nachdem es durch den Ersten Weltkrieg zu Unterbrechungen gekommen war. Sie ist die viertgrößte Kirche in Ungarn und besitzt zwei Türme mit einer Höhe von jeweils 91 Metern sowie eine Kuppel mit 54 Metern Durchmesser. Die Außenfassade zeigt den neoromanischen Stil mit Backsteinbauweise, ein griechisches Kreuz, Rosenfenster und eine 3 Meter hohe Statue der Madonna, Schutzpatronin von Ungarn. Im Inneren warten prächtige Fresken: darunter „Unsere Liebe Frau von Ungarn“ hinter dem Hochaltar und das Kuppelfresko, das die Prozession des Heiligen Geistes zeigt, gemalt von László Patay. Die Kirche beherbergt eine der größten Orgeln Europas mit 9.740 Pfeifen und fünf Glocken; die größte ist die Helden-Glocke, die über 8.500 Kilogramm wiegt. Außerdem gibt es mehrere Altäre und Seitenkapellen, die Heiligen gewidmet sind, die in der ungarischen Kirchengeschichte von Bedeutung sind. Der umliegende Dóm-Platz, entworfen von Béla Rerrich, ergänzt die Pracht der Kirche und ist architektonisch auf die Universitätsgebäude von Szeged sowie das Bischofspalais ausgerichtet. Heute ist die Gelöbniskirche nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein kulturelles und touristisches Wahrzeichen – ein Spiegel von Szegeds Widerstandskraft und seinem reichen kirchlichen Erbe.
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Tipp: Besucher sollten die Gelöbniskirche am besten im Frühling und im frühen Herbst besuchen, wenn das Wetter angenehm ist und man die Atmosphäre auf dem Platz genießen kann. Es wird empfohlen, geführte Touren oder Tickets im Voraus zu buchen, vor allem an religiösen Feiertagen und bei lokalen Festen, um Menschenmengen zu vermeiden. Die Kirche bietet Besuchereinrichtungen, darunter ein Besucherzentrum. Für Studierende, Senioren und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Die Kirche ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und stellt auf der offiziellen Website ausführliche Informationen bereit.
Interessante Fakten
- •Die Gelöbniskirche ist die viertgrößte Kirche in Ungarn.
- •Ihre beiden Zwillingstürme ragen jeweils 91 Meter in die Höhe und gehören damit zu den höchsten Kirchtürmen des Landes.
- •Die Helden-Glocke in der Kirche wiegt 8.537 Kilogramm und wurde 1927 gegossen.
- •Die Orgel der Kirche gehört zu den größten in Europa: Sie hat 9.740 Pfeifen und 134 Register.
- •Der Dóm-Platz, auf dem die Kirche steht, ist exakt genauso groß wie Venedigs Piazza San Marco.
- •Die Kirche wurde als Gelübde der Bewohner von Szeged nach der verheerenden Flut von 1879 erbaut.
- •Der Turm Dömötör neben der Kirche ist das älteste Gebäude in Szeged und stammt aus der mittelalterlichen Zeit.
Geschichte
Der Standort der Gelöbniskirche ist seit dem 11.
Jahrhundert für Szeged von zentraler Bedeutung: Ursprünglich beherbergte er die mittelalterliche St.-Demetrius-Kirche.
Nach der katastrophalen Flut von 1879, die weite Teile von Szeged zerstörte, gelobten die Bürger den Bau einer neuen Kathedrale als Symbol der Erneuerung.
Der Bau der heutigen Kirche begann 1913 auf Grundlage von Plänen von Frederick Schulek und wurde später von Ernő Foerk abgeändert.
Die Arbeiten wurden während des Ersten Weltkriegs unterbrochen und in den 1920er-Jahren wieder aufgenommen; 1930 erfolgte die Weihe der Kirche.
Die Kirche wurde nach den kirchlichen Neuordnungen in der Region zur Kathedrale des römisch-katholischen Bistums Szeged–Csanád.
Über die Jahrzehnte hinweg wurde die Kirche renoviert, darunter eine große Restaurierung in den 2010er-Jahren, wodurch ihre Rolle als religiöses und kulturelles Wahrzeichen weiter gestärkt wurde.
Ortsführer
Hauptfassade und Eingang1930
Die Vorderseite der Kirche zeigt ein griechisches Kreuz und Rosenfenster. Über dem Haupteingang steht eine weithin sichtbare 3 Meter hohe Statue der Madonna, Schutzpatronin von Ungarn, flankiert von Gemälden der 12 Apostel. Die Seitenportale sind mit „Frieden“ (rechts) und „Krieg“ (links) beschriftet und stehen sinnbildlich für gegensätzliche Themen.
Innenfresken und Altäre1920er-1930er
Im Inneren ist die Kirche mit zahlreichen Fresken geschmückt, darunter das zentrale „Unsere Liebe Frau von Ungarn“ hinter dem Hochaltar: Es zeigt die Madonna mit der ungarischen Krone sowie symbolischen Insignien. Das Kuppelfresko von László Patay stellt die Prozession des Heiligen Geistes dar – gemeinsam mit Heiligen, die für Ungarn von Bedeutung sind. Das Hauptquerschiff beherbergt den Altar des Hl. Antonius sowie den Altar des Herzens Jesu, während die Seitenkapellen dem Hl. László, der Hl. Elisabeth, dem Hl. Stephan und der Hl. Margarete gewidmet sind.
Glocken und Orgel1927 (Helden-Glocke)
Die Kirche besitzt fünf Glocken; die größte, die Helden-Glocke, wiegt über 8.500 Kilogramm und ist auf F0 gestimmt. Die Orgel gehört zu den größten Europas und umfasst 9.740 Pfeifen sowie 134 Register – ein wichtiger Beitrag zum musikalischen Reichtum der Kirche.
Kontakt
Telefon: (06 62) 420 157