Ungarisches Nationalmuseum

Ungarisches Nationalmuseum

Budapest

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Das Ungarische Nationalmuseum wurde 1802 gegründet und ist die führende Institution für Geschichte, Kunst und Archäologie in Ungarn – und zwar mit Blick über das heutige Staatsgebiet hinaus, etwa auch auf Siebenbürgen. Untergebracht ist es in einem neoklassizistischen Gebäude, das der Architekt Mihály Pollack zwischen 1837 und 1847 entwarf. Das Museum liegt im VIII. Bezirk von Budapest. Seine Sammlungen zeichnen die ungarische Geschichte von der Urzeit über das Mittelalter bis hin zur Zeit der Türkenherrschaft und zur modernen Geschichte – einschließlich der kommunistischen Ära – nach. Das Museum beherbergt sieben ständige Ausstellungen, darunter Archäologie, mittelalterliche steinerne Inschriften und die römische Lapidariums-Sammlung. Zudem bewahrt es bedeutende nationale Symbole wie den mittelalterlichen ungarischen Krönungsmantel. Die vorderen Treppen des Museums sind historisch besonders wichtig: Hier wurde mit der Vorlesung des Gedichts „Nemzeti dal“ von Sándor Petőfi die Ungarische Revolution von 1848 ausgelöst. Heute ist dieser Ort weiterhin ein Symbol der nationalen Identität und wird jährlich in Gedenkveranstaltungen aufgegriffen. Das Gebäude zeigt allegorische Fresken von Lotz Károly und Than Mór sowie Statuen, die wichtige Persönlichkeiten wie János Arany und Sándor Petőfi ehren. Das Museumsensemble wurde im Laufe der Zeit erweitert und umfasst heute auch angeschlossene Einrichtungen wie das Ungarische Museum für Naturgeschichte und das Ethnographische Museum sowie das Schlossmuseum in Esztergom.

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Tipp: Besucher sollten die offizielle Website prüfen, um sich über aktuelle Ausstellungen und mögliche temporäre Schließungen zu informieren – etwa zur Präsentation des Krönungsmantels, die nicht immer zugänglich ist. Am besten lässt sich das Museum unter der Woche besuchen, um Menschenmengen zu vermeiden; ein Vorausbuchen der Tickets oder geführte Touren können das Erlebnis noch verbessern. Besondere Sonderausstellungen wie das kommende „Attila“ (2026) bieten einzigartige Einblicke und lohnen sich – planen Sie am besten entsprechend. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Schüler, Senioren und Gruppen. Das Museum ist in Budapest sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Interessante Fakten

  • Das Ungarische Nationalmuseum war das dritte nationale Museum, das in Europa gegründet wurde – nach dem British Museum und dem Louvre.
  • Die vorderen Treppen des Museums waren der Ort, an dem Sándor Petőfi das Gedicht „Nemzeti dal“ vortrug und damit die Ungarische Revolution von 1848 auslöste.
  • Die Fassade des Museums zeigt allegorische Skulpturen, die Pannonien sowie Wissenschaft, Kunst, Geschichte, Ruhm und die Flüsse Donau und Drava symbolisieren.
  • Die Haupttreppe und die Decke sind seit 1875 mit Fresken berühmter Künstler von Lotz Károly und Than Mór verziert.
  • Im Sitzungssaal des Oberhauses des Ungarischen Parlaments fanden bis zur Fertigstellung des heutigen Parlamentsgebäudes Tagungen im Festsaal des Museums statt.

Geschichte

1802

Das Ungarische Nationalmuseum wurde 1802 von Graf Ferenc Széchényi gegründet.

Ausgangspunkt war seine Schenkung einer umfangreichen Sammlung, darunter Bücher, Manuskripte, Karten, Münzen und Antiquitäten.

1807

Das Institut wurde 1807 vom Ungarischen Parlament offiziell anerkannt – und zugleich zu öffentlichen Spenden ermutigt.

1837

Das neoklassizistische Gebäude wurde zwischen 1837 und 1847 erbaut und von Mihály Pollack entworfen.

1848

Das Museum spielte eine entscheidende Rolle in der Revolution von 1848 und wurde nach dem Vorlesen von „Nemzeti dal“ auf seinen Stufen zu einem nationalen Symbol.

1949

1949 trennten sich ethnografische und naturgeschichtliche Sammlungen ab und bildeten eigene Museen; außerdem wurde die Ungarische Nationalbibliothek Széchényi als eigenständige Einrichtung gegründet.

Im Laufe der Zeit haben sich angeschlossene Museen und Sammlungen weiterentwickelt und den Umfang des Instituts erweitert.

Ortsführer

1
Hauptgebäude und Fassade1837–1847
Mihály Pollack (Architekt), Rafael Monti (Bildhauer)

Das neoklassizistische Hauptgebäude, entworfen von Mihály Pollack, bietet eine prachtvolle Fassade mit allegorischen Skulpturen von Rafael Monti. Sie stehen sinnbildlich für ungarisches Kulturerbe und natürliche Wahrzeichen. Die zentrale Figur verkörpert Pannonien, flankiert von Personifikationen für Wissenschaft, Kunst, Geschichte sowie Flüsse.

2
Ständige historische Ausstellungen

Das Museum zeigt sieben ständige Ausstellungen: zur ungarischen Archäologie von der Vorgeschichte bis zur Avar-Zeit, zur mittelalterlichen und modernen Geschichte – einschließlich der Zeit der Türkenherrschaft – sowie zur Zeitgeschichte bis zum Ende der kommunistischen Herrschaft. Zu den besonderen Exponaten zählen die Militärbekleidung aus dem Rákóczi-Unabhängigkeitskrieg sowie der mittelalterliche ungarische Krönungsmantel.

3
Festsaal19. Jahrhundert

Dieser Saal diente als Treffpunkt für das Oberhaus des Ungarischen Parlaments, bis das neue Parlamentsgebäude fertiggestellt war. Historisch bedeutsam ist er als politisches Zentrum im 19. Jahrhundert.

4
Statuen nationaler Persönlichkeiten1883 (Arany-Statue), 1890 (Petőfi-Gedenken)

Statuen zu Ehren von János Arany sowie eine Gedenktafel für Sándor Petőfi stehen nahe den Treppen des Museums. Sie würdigen ihren Beitrag zum ungarischen Nationalbewusstsein und zur Revolution von 1848.

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