Dohány-Straßen-Synagoge

Dohány-Straßen-Synagoge

Budapest

90/10090 min

Die Dohány-Straßen-Synagoge, auch als Große Synagoge bekannt, liegt im Budapester Stadtteil Erzsébetváros und ist die größte Synagoge Europas. Sie bietet etwa 3.000 Menschen Platz. Sie wurde zwischen 1854 und 1859 errichtet und vom Wiener Architekten Ludwig Förster in den Stilrichtungen Neumaurischer Stil und romantischer Historismus entworfen – inspiriert von islamischer Architektur aus Nordafrika und vom mittelalterlichen Spanien. Das Innere, das teilweise von Frigyes Feszl gestaltet wurde, zeichnet sich durch reich dekorierte Seitenschiffe, eine Orgel und einen Toraschrein aus, in dem Torarollen aufbewahrt werden, die aus Synagogen stammen, welche während des Holocaust zerstört wurden. Zum Synagogenkomplex gehören außerdem das Tempel der Helden (Heroes' Temple), ein jüdisches Museum, das an der Stelle von Theodor Herzls Geburtshaus errichtet wurde, ein Friedhof sowie ein Gedenkort. Über die gesamte Geschichte hinweg war die Synagoge ein zentrales Symbol der ungarisch-jüdischen Kultur und wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt – unter anderem durch Bombenangriffe und durch die Nutzung als Pferdestall. Nach einer umfangreichen Restaurierung, die 1998 abgeschlossen wurde, ist sie weiterhin ein aktiver Ort des Gebets und ein bedeutender Kulturort – mit Konzerten und Festivals. Die Fassade wird durch zwei Zwiebelturm-Paare geprägt und durch reich verzierte Ornamentik im orientalischen Stil, darunter der Davidstern und ein Rosenfenster. Die Dohány-Straße selbst ist eng mit dem Holocaust verbunden, denn sie markierte während der Nazi-Okkupation die Grenze des Budapester Ghettos.

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Tipp: Besucher sollten dringend empfehlen, Tickets im Voraus zu kaufen – besonders bei Konzertveranstaltungen und Festivals in der Synagoge. Die beste Zeit für einen Besuch ist im Frühling und Herbst, wenn das Wetter angenehm ist und die Synagoge kulturelle Programme anbietet. Ermäßigungen können für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen verfügbar sein. Geführte Touren vermitteln einen tieferen Einblick in die reiche Geschichte und Architektur der Synagoge. Fotografieren kann während der Gottesdienste eingeschränkt sein – daher vorher informieren.

Interessante Fakten

  • Die Dohány-Straßen-Synagoge ist die größte Synagoge Europas und die zweitgrößte der Welt nach New Yorks Temple Emanu-El.
  • Ihr architektonischer Stil ist vom Neumaurischen Stil inspiriert und vereint Elemente des Byzantinischen, Romanischen und des Neugotischen Stils.
  • Die Synagoge beherbergt als Besonderheit eine Orgel über Pfeifen – unüblich in jüdischen Gotteshäusern.
  • Das jüdische Museum vor Ort ist an der Stelle gebaut, an der Theodor Herzl, der Begründer des modernen politischen Zionismus, geboren wurde.
  • Die beiden Zwillings­türme ragen 43 Meter in die Höhe und sind mit Zwiebeldomen gekrönt.

Geschichte

1854

Die Dohány-Straßen-Synagoge wurde zwischen 1854 und 1859 als monumentales Symbol für die jüdische Präsenz in Pest errichtet, entworfen von Ludwig Förster.

Am 6.

1859

September 1859 wurde sie geweiht; ursprünglich fanden nahezu 3.000 Gläubige Platz, womit sie zu den größten Synagogen weltweit zählte.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt sie schwere Schäden durch Bombenangriffe und wurde als Pferdestall sowie als deutscher Funkstützpunkt genutzt.

Die Synagoge lag am Rand des Budapester Ghettos, in dem Zehntausende Juden eingesperrt waren.

1991

Nach dem Krieg geriet das Gebäude in Verfall, wurde jedoch zwischen 1991 und 1998 durch staatliche und private Mittel wiederhergestellt.

Heute steht sie als Zeugnis jüdischer Widerstandskraft und als Teil des kulturellen Erbes in Ungarn.

Ortsführer

1
Große Synagoge: Hauptsaal1854-1859
Ludwig Förster (Architekt), Frigyes Feszl (Innengestaltung)

Der weitläufige Hauptsaal verfügt über ein 12 Meter breites Mittelschiff, das von einer einzigen Spannweite aus Gusseisen getragen wird. Dazu kommen reich dekorierte Seitengänge und Balkone. Die Sitzplätze für Männer befinden sich im Erdgeschoss, während die Frauenempore darüber liegt und von schmuckvollen Stahlstangen getragen wird. Die im Inneren angebrachten Fresken und der von Frigyes Feszl gestaltete Toraschrein sind mit farbenfrohen geometrischen Motiven und goldenen Akzenten verziert.

2
Zwillings­türme und Fassade1854-1859
Ludwig Förster

Die Fassade ist geprägt von zwei achteckigen Türmen, die mit Zwiebeldomen gekrönt sind und 43 Meter Höhe erreichen. Außen wechseln sich gelbe und rote Backsteinbereiche ab; zudem sind zinnenartige Elemente im orientalischen Stil zu sehen. Jüdische Symbole wie der Davidstern und die Steintafeln sind in die Ornamentik integriert. Über dem Haupteingang ist ein Rosenfenster platziert.

3
Jüdisches Museum und Heroes' Temple1929-1931

Das jüdische Museum, das sich an der Stelle von Theodor Herzls Geburtshaus befindet, beherbergt eine Sammlung jüdischer Kunstgegenstände (Judaica) sowie historische Exponate, die das jüdische Leben und die Kultur in Ungarn dokumentieren. Daneben liegt der Heroes' Temple, ein Gedenkort, der den jüdischen Soldaten gewidmet ist, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen.

4
Gedenkort und FriedhofPost-World War II

Zum Synagogenkomplex gehören ein Gedenkort und ein Friedhof, die als letzte Ruhestätte für die Opfer des Holocaust und des Budapester Ghettos dienen. Viele Überreste wurden während des Zweiten Weltkriegs ursprünglich hier beigesetzt und später auf andere Friedhöfe umgebettet – dennoch befinden sich tausende weiterhin vor Ort.

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