
Hollóháza Porzellanmuseum
Borsod-Abaúj-Zemplén
Das Hollóháza Porzellanmuseum befindet sich im Ort Hollóháza im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén in Ungarn und würdigt die langjährige Tradition der Porzellanherstellung in der Region. Der Ort selbst ist vor allem für sein Porzellan bekannt: Die Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als zunächst eine Glashütte gegründet wurde. Später entwickelte sie sich zu einer Steingutfabrik und spezialisierte sich schließlich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts auf die Produktion von Porzellan. Das Museum zeigt die Kunstfertigkeit und Geschichte der Hollóházi Porzellanfabrik, einem der bedeutendsten Porzellanproduzenten Ungarns. Besucher können sich an erlesenen Porzellanstücken erfreuen, die sowohl traditionelle als auch moderne Designs widerspiegeln – und damit die Handwerkskunst sowie die kulturelle Bedeutung des Porzellans in Ungarn hervorheben. Das Museum ist in einer idyllischen Gegend im Tal der Zemplén-Berge untergebracht und verleiht dem kulturellen Erlebnis eine zusätzliche natürliche Schönheit. Fabrikführungen sind derzeit zwar nicht möglich, doch das Museum vermittelt einen tiefen Einblick in die Geschichte der Porzellanindustrie und in die künstlerischen Errungenschaften. In der Nähe liegt die katholische Kirche Sankt Ladislaus, entworfen vom Architekten László Csaba, die dem Ort auch architektonisch einen besonderen Reiz verleiht. Das Museum ist ein lohnendes Ziel für alle, die sich für ungarische Volkskunst, industrielles Erbe und feine Keramik interessieren.
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Tipp: Das Museum ist dienstags bis samstags von 8:30 bis 16:30 Uhr geöffnet und an Sonntagen sowie montags geschlossen, außer an gesetzlichen Feiertagen, wenn es öffnet. Besucher werden gebeten, das Museum im Voraus telefonisch oder per E-Mail zu kontaktieren, um ihren Besuch zu planen. Auch wenn derzeit keine Fabrikführungen angeboten werden, bietet das Museum während der Öffnungszeiten Porzellanmal-Workshops an – ein besonderes Mitmach-Erlebnis. Für Gruppen oder während besonderer Ausstellungen wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Monate vom Frühjahr bis in den frühen Herbst, um die umliegende Naturlandschaft in vollen Zügen genießen zu können.
Interessante Fakten
- •Hollóháza ist nach der Fläche Ungarns zweitkleinste Verwaltungseinheit und umfasst nur 236 Hektar.
- •Der Name des Ortes leitet sich vom Raben ab – dem emblematischen Tier des Paulinerordens – und wurde historisch auch als Felsőkomlós bezeichnet.
- •Der östliche Ausgangspunkt des Nationalen Blauen Wanderwegs (Országos Kéktúra), einer berühmten ungarischen Weitwanderroute, befindet sich in Hollóháza.
- •2010 wurde eine bedeutende Straßeninvestition umgesetzt, die Hollóháza mit dem benachbarten slowakischen Ort Eszkáros verband und die Erreichbarkeit verbesserte.
- •Die Porzellanfabrik arbeitet seit dem 18. Jahrhundert ununterbrochen: von der Glashütte über das Steingut bis hin zur Porzellanproduktion ab Mitte des 20. Jahrhunderts.
Geschichte
Das Gebiet von Hollóháza ist seit der ungarischen Landnahme bewohnt; die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1270.
Ursprünglich gehörte der Ort zum Gut der Burg Füzér.
Im 17.
Jahrhundert wurde das Dorf jedoch entvölkert, später erneut besiedelt durch slowakische Kolonisten unter der Familie Károlyi.
1777 wurde eine Glashütte eingerichtet, die sich später im 19.
Jahrhundert zu einer Steingutfabrik wandelte.
Bis 1956 hatte die Fabrik ihre Ausrichtung vollständig auf die Porzellanherstellung verlagert, was zur Gründung der Hollóházi Porzellanfabrik führte – die bis heute aktiv ist.
Bemerkenswert ist, dass das Dorf nach dem Vertrag von Trianon kurzzeitig zu der Tschechoslowakei gehörte, mit Ausnahme der Porzellanfabrik, die aufgrund von Grenzbereinigungen, die von der Familie Károlyi beeinflusst wurden, ungarisch blieb.
Ortsführer
Saal der Porzellan-Ausstellung
Dieser Saal zeigt eine Sammlung historischer und zeitgenössischer Porzellanobjekte, die von der Hollóházi Porzellanfabrik hergestellt wurden. Zu sehen sind traditionelle Motive und moderne Designs, die die Entwicklung der ungarischen Porzellankunst widerspiegeln.
Porzellanmal-Workshop
Besucher können an Porzellanmal-Sessions teilnehmen und den künstlerischen Prozess so hautnah erleben. Auf Wunsch können die bemalten Stücke gebrannt werden, sodass ein persönliches Souvenir entsteht.
Katholische Kirche Sankt Ladislaus1964-1967
Entworfen vom Architekten László Csaba und erbaut zwischen 1964 und 1967 ist diese Kirche ein bemerkenswertes architektonisches Wahrzeichen in Hollóháza. Sie ergänzt das kulturelle Erbe des Ortes.
Kontakt
Telefon: 06 20 466 3632