Ungarische orthodoxe Synagoge von Miskolc

Ungarische orthodoxe Synagoge von Miskolc

Borsod-Abaúj-Zemplén

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Die ungarische orthodoxe Synagoge von Miskolc, auch bekannt als Synagoge in der Kazinczy Street oder Große Synagoge von Miskolc, ist eine bedeutende orthodox-jüdische Stätte des Gottesdienstes in Miskolc, Ungarn. Sie wurde zwischen 1856 und 1862 auf Entwürfe von Ludwig Förster hin erbaut und vereint die Architekturstile Romanik-Revival und Rundbogenstil. Hinzu kommen dekorative Elemente im Stil des Gothic Revival und des Byzantinischen Revival. Die Synagoge zeichnet sich durch ein dreischiffiges Inneres aus, ein Rosettenfenster an der Fassade sowie schlanke Eisensäulen, die die Empore der Frauen tragen. Diese ist mit ornamentalen Wandmalereien im östlichen Stil von M. Horowitz verziert. Ursprünglich führte Förster Neuerungen wie eine Orgel und eine Verlegung der Kanzel für den Toravortrag vor der Lade ein – das sorgte in der orthodoxen Gemeinde für Kontroversen. In der Folge wurden die Orgel entfernt und die Kanzel wieder an den traditionellen Mittelpunkt verlegt. Heute ist die Synagoge die einzige noch erhaltene und weiterhin aktive Synagoge im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén. Sie dient einer deutlich kleineren jüdischen Bevölkerung, nachdem der Holocaust verheerende Folgen hatte. Auf dem Gelände befinden sich außerdem Gedenktafeln für Opfer des Holocaust, die die kulturelle und historische Bedeutung des Bauwerks unterstreichen. Obwohl die Synagoge 2013 vorübergehend wegen baulicher Bedenken geschlossen werden musste, begannen 2017 die Renovierungsarbeiten, um dieses architektonische und religiöse Wahrzeichen zu erhalten.

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Tipp: Besucher werden gebeten, den aktuellen Öffnungsstatus der Synagoge zu prüfen, da es in der Vergangenheit Schließungen wegen Renovierungsarbeiten gab. Die beste Zeit für einen Besuch sind Kultur- oder religiöse Veranstaltungen, wenn möglicherweise geführte Touren angeboten werden. Eine vorherige Anfrage oder Reservierung kann das Erlebnis verbessern, und Besucher sollten die religiöse Bedeutung des Ortes respektieren. Je nach Situation können Ermäßigungen für Gruppen oder an besonderen Anlässen verfügbar sein.

Interessante Fakten

  • Die Gestaltung der Synagoge wurde von Ludwig Försters früherem Werk an der Leopoldstadt-Synagoge in Wien inspiriert.
  • Sie gehörte zu den wenigen Synagogen in Ungarn, die anfangs eine Orgel vorsahen – ungewöhnlich für orthodoxe jüdische Synagogen.
  • Im Inneren finden sich ornamentale Motive im östlichen Stil, die der Künstler M. Horowitz gemalt hat.
  • Miskolc hatte 1920 eine jüdische Bevölkerung von etwa 10.000 Menschen; das entsprach 16,5% der Bevölkerung der Stadt. Die meisten von ihnen waren Opfer des Holocaust.
  • Marmortafeln an der Eingangsstelle in der Déryné-Straße erinnern an Holocaust-Opfer.
  • Die Synagoge wurde 2013 vorübergehend wegen Sicherheitsbedenken an der Bausubstanz geschlossen, die Renovierung startete jedoch 2017, um das Bauwerk zu erhalten.

Geschichte

1856

Die Synagoge wurde zwischen 1856 und 1862 errichtet.

Entworfen wurde sie von Ludwig Förster in einem neo-romanisch-maurischen Stil.

Förster hatte zunächst moderne Elemente wie eine Orgel sowie die Verlegung der Kanzel für das Tora-Lesen integriert.

Das führte zu erheblichem Widerstand der orthodoxen Mehrheit und zur Exkommunikation des örtlichen Rabbiners.

Diese Kontroverse führte zu einer Spaltung in der jüdischen Gemeinde: Die chassidische (sefardische) Gruppe schuf einen eigenen Ort des Gottesdienstes.

Die jüdische Bevölkerung von Miskolc war im frühen 20.

Jahrhundert relativ groß, wurde jedoch im Holocaust drastisch reduziert.

Seitdem ist die Synagoge die einzige überlebende Synagoge im Komitat und wurde zuletzt renoviert, um die fortschreitende Bauschäden zu beheben.

Ortsführer

1
Kazinczy-Straße-Fassade1856-1862
Ludwig Förster

Die Hauptfassade der Synagoge in der Kazinczy Street zeigt ein großes arabesques Rosettenfenster sowie schmale Rundbogenfenster im Stil des Gothic Revival. Das symbolisiert die gelungene Mischung der Architekturstile.

2
Innenraum und Empore der Frauen1856-1862
Ludwig Förster; M. Horowitz (Wandmalereien)

Im Inneren besitzt die Synagoge einen dreischiffigen Grundriss, getragen von schlanken Eisensäulen, die mit Motiven im Stil des Gothic Revival und des Byzantinischen Revival verziert sind. Besonders bemerkenswert ist die Empore der Frauen: Sie besticht durch ihr filigranes Eisengitter und durch ornamentale Wandmalereien im östlichen Stil von M. Horowitz.

3
Podium für den Toravortrag und die Lade1862
Ludwig Förster

Ursprünglich, gemäß Försters Entwurf, wurde das Podium für den Toravortrag vor der Lade platziert. Nach dem Widerstand aus der Gemeinde wurde es in die Mitte verlegt, um die orthodoxe Tradition zu wahren.

4
Gedenktafeln zum HolocaustPost-World War II

Die Marmortafeln am Eingang in der Déryné-Straße erinnern an die Opfer des Holocaust aus der jüdischen Gemeinde von Miskolc. Sie sind ein eindrückliches Zeichen für die tragische Geschichte der Stadt.

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