
Avasi Reformationskirche
Borsod-Abaúj-Zemplén
Die Avasi Reformationskirche in Miskolc ist das älteste Gebäude der Stadt. Ursprünglich wurde sie im 13. Jahrhundert als römisch-katholische Kirche errichtet und dem heiligen Stephanus gewidmet. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte sie bedeutende bauliche Veränderungen – darunter ein großer Ausbau im späten 15. Jahrhundert zu einer spätgotischen Hallenkirche mit drei Schiffen, einem umlaufenden Umgang und reich verzierten Fenstern. 1544 wurde die Kirche beschädigt, als die Türken sie in Brand setzten; dabei zerstörten sie die gotischen Rippengewölbe, das Dach und den Turm. Die Kirche blieb über zwei Jahrzehnte ohne Dach. Zwischen 1563 und 1569 wurde sie wiederaufgebaut, um dem reformierten Gottesdienst zu dienen: Dazu wurden unter anderem die Pfeiler zu quadratischen Basen umgearbeitet und eine flache hölzerne Decke eingebaut. Der separate Glockenturm wurde abseits vom Hauptgebäude errichtet – anders als beim ursprünglichen Turm, der an anderer Stelle stand. Die Kirche besitzt dreizehn gotische Fenster mit jeweils einzigartigen Maßwerkdesigns, zwei Rosettenfenster an der Nord- und Westfassade sowie einen Renaissance-Pfarrstuhl, der wahrscheinlich aus der nahegelegenen Kapelle der Burg Diósgyőr stammt. In der Kirche sind zwei Orgeln vorhanden: eine historische Angster-Orgel von 1895 sowie ein modernes Instrument, das 2008 installiert wurde. Berühmt ist die Kirche vor allem wegen ihrer hervorragenden Akustik; regelmäßig finden Orgelkonzerte und Musikfestivals statt. Rund um die Kirche liegt der älteste Friedhof von Miskolc, unter anderem mit Gedenktafeln wie der Adolf-Kühne-Gedenkbank. Kirche, Glockenturm und Friedhof sind eingetragene Denkmäler und bilden zusammen ein bedeutendes historisches Ensemble, das von mehreren Stadtplätzen aus sichtbar ist.
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Tipp: Besuche der Avasi Reformationskirche sind außerhalb von Gottesdiensten und Veranstaltungen nur nach vorheriger Absprache möglich. Besucher sollten die Kirche daher per E-Mail oder Telefon kontaktieren, um Führungen zu planen. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Sommermonate, wenn Orgelkonzerte und Musikfestivals stattfinden – dann erwartet Sie ein besonders reiches kulturelles Erlebnis. Sowohl Gruppen als auch Einzelpersonen sind willkommen, und eine vorherige Anmeldung wird empfohlen, um die Verfügbarkeit zu sichern. Aufgrund des historischen Status kann es zudem nur eingeschränkte Besuchszeiten geben – daher lohnt sich die Planung im Voraus.
Interessante Fakten
- •Die dreizehn gotischen Fenster der Kirche haben jeweils einzigartig gestaltetes Maßwerk – nur die Rippenprofile sind identisch.
- •Zwei Rosettenfenster zieren die Nord- und Westfassade der Kirche.
- •Die 1895 installierte Angster-Orgel ist die 240. Orgel, die von der Firma Angster gebaut wurde.
- •Die Kirche veranstaltet regelmäßig Orgelkonzerte, darunter die langjährige Sommerreihe Collegium Musicum seit 1965 sowie das Opernfestival seit 2001.
- •Der Renaissance-Pfarrstuhl der Kirche stammt vermutlich aus der Kapelle der Burg Diósgyőr.
Geschichte
Mit dem Bau der Avasi-Kirche wurde im 13.
Jahrhundert im romanischen Stil begonnen, zunächst als kleine einschiffige Kirche.
Unter der Herrschaft von König Ludwig I.
wurde sie nach Westen erweitert und später 1489 in eine spätgotische Hallenkirche mit drei Schiffen umgestaltet, mit Umgang und unterschiedlich gestaltetem Maßwerk in den Fenstern.
1544 wurde die Kirche von den Türken in Brand gesetzt, wodurch es zu großen strukturellen Schäden kam und Turm sowie Dach verloren gingen.
Über zwanzig Jahre blieb sie ohne Dach.
Zwischen 1563 und 1569 wurde sie wiederaufgebaut, um dem reformierten protestantischen Gottesdienst Platz zu bieten; dabei gab es wesentliche bauliche Änderungen, unter anderem den Bau eines separaten Glockenturms.
Die Kirche erfuhr mehrere Restaurierungen, die letzte große Maßnahme wurde 1982 abgeschlossen.
Ortsführer
Hauptschiff und Umgang1489
Der zentrale Kirchenraum für den Gottesdienst mit spätgotischen Gestaltungselementen – darunter Rippengewölbe, die bei der reformierten Rekonstruktion durch eine flache hölzerne Decke ersetzt wurden. Der Umgang umschließt das Hauptschiff, ermöglicht Prozessionen und unterstreicht die räumliche Komplexität der Kirche.
Separater Glockenturm16. Jahrhundert (nach 1544)
Der Glockenturm wurde nach der Zerstörung durch die Türken errichtet und steht abseits vom Hauptgebäude – damit weicht er von der Lage des ursprünglichen Turms ab. Er ist Teil des historischen Denkmalensembles, zu dem auch die Kirche und der Friedhof gehören.
Angster-Orgel1895
Diese zweimanualige mechanische Orgel wurde 1895 auf der westlichen Empore installiert. Es handelt sich dabei um das 240. Instrument, das von der Firma Angster hergestellt wurde. 1971 wurde sie modernisiert und ist bis heute ein bedeutendes historisches Instrument.
Moderne Orgel2008
2008 installiert, um die historische Orgel zu ergänzen. Sie befindet sich an der Ostseite in der Nähe des Altarraums. So sind vielfältige Orgelaufführungen möglich, und die Kirche profitiert von ihrer bekannten, herausragenden Akustik.
Renaissance-PfarrstuhlRenaissancezeit
Ein Renaissance-Pfarrsitz, der entlang der Achse der Kirche platziert ist. Er stammt vermutlich aus der Kapelle der Burg Diósgyőr und steht damit symbolisch für die historischen Verbindungen zum regionalen Adel.
Kontakt
Telefon: (06 46) 358 677