
Szarvas Arboretum
Békés
Das Szarvas Arboretum, das auch als Pepi-kert bekannt ist, ist ein weitläufiger und national geschützter botanischer Garten am Altwasser des Flusses Hármas-Körös in Szarvas, Ungarn. Auf 82 Hektar Fläche, von denen 65 für Besucher zugänglich sind, beherbergt es eine der reichsten lebenden Baumkollektionen des Landes – darunter jahrhundertealte Sumpfzypressen und Riesensequoias. Das Arboretum umfasst fünf Hauptbereiche: den Pepikert, die Klonplantage und Baumschule, den Parkwald, den Mitrowssky-Garten und den Küchengarten. Entstanden wurde die Anlage durch die Familie Bolza in den späten 18. und 19. Jahrhunderten. Sie wurde sorgfältig so geplant, dass sowohl exotische als auch heimische Baumarten vor rauen Winden und extremen klimatischen Bedingungen geschützt sind – und so ein günstiges Mikroklima geschaffen, das es vielen fremden Arten aus Amerika, Afrika, Asien und anderen Regionen ermöglicht hat, sich erfolgreich an die Bedingungen anzupassen. Heute unterstützt das Arboretum ein vielfältiges Ökosystem mit über 1.600 Baum- und Straucharten, 250 krautigen Pflanzenarten, 211 Pilzarten, 415 Insektenarten und etwa 150 Vogelarten – darunter auch bunte Indische Blaupeafasane. Besucher können Rundgänge zu Fuß oder mit dem Fahrrad unternehmen, Eco-Trails erkunden, einen Heilkräutergarten besichtigen, ein riesiges Schachbrett entdecken sowie verschiedene Ausstellungen. Das Arboretum wird von der Ungarischen Universität für Landwirtschaft und Lebenswissenschaften verwaltet und ist nicht nur ein botanischer Schatz, sondern auch eine natürliche Zufluchtsstätte – mit Erlebnissen und Bildungsangeboten das ganze Jahr über.
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Tipp: Das Arboretum ist ganzjährig geöffnet – die schönsten Besuche sind im Frühling und im Herbst, wenn das Laub besonders farbenfroh ist und viele Pflanzen blühen. Empfohlen wird, Tickets am besten im Voraus online zu kaufen, um vor allem an Wochenenden und Feiertagen Wartezeiten zu vermeiden. Geführte Touren gibt es sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad – das bereichert den Lerneffekt. Unterwegs lassen sich auch Themenrouten erkunden, etwa der Eco-Game Park, der Meditationsbereich sowie verschiedene Naturpfade. Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Da am Standort zudem Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden, lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website für die aktuellsten Programme.
Interessante Fakten
- •Im Arboretum wachsen jahrhundertealte Sumpfzypressen und Riesensequoias, darunter einige mit über 150 Jahren.
- •Es beherbergt rund 1.600 Arten von Bäumen und Sträuchern – damit die größte lebende Baumkollektion Ungarns.
- •Das Arboretum unterstützt eine artenreiche Biodiversität: 150 Vogelarten und 415 Insektenarten.
- •Indische Blaupeafasane mit über 40 farbenprächtigen Tieren sind ein besonderes Merkmal des Arboretums.
- •Auf dem Gelände gibt es einen Mini-Ungarn-Modellpark, der 2013 eingerichtet wurde und verkleinerte Wahrzeichen Ungarns zeigt.
Geschichte
Die Ursprünge des Szarvas Arboretums gehen auf die Familie Bolza zurück – ein italienischstämmiges Adelsgeschlecht, das 1798 Land in Szarvas erwarb.
Bolza József und seine Ehefrau, Gräfin Anna Batthyány, begannen mit der Anlage des Anna-Groves und ließen die ersten Riesensequoias sowie Farnbäume von den kaiserlichen Gütern in Wien importieren.
Die Gestaltung des Arboretums entwickelte sich im späten 19.
Jahrhundert weiter – besonders nach der Regulierung des Flusses Hármas-Körös.
Damit endeten die häufigen Überschwemmungen, und das Pflanzen auch in tieferen Lagen wurde möglich.
Bolza Pál, der die Arbeit seines Bruders fortsetzte, entwarf die schützenden Waldgürtel rund um den Garten, um exotische Arten vor rauen Winden zu bewahren und so ein einzigartiges Mikroklima zu schaffen.
1943 wurde das Gebiet unter staatlicher Verwaltung zum geschützten Naturreservat erklärt.
Nach der Verstaatlichung wechselte es durch verschiedene Institutionen, darunter die Horticultural and Food Industry University und später die Landschaftsarchitektur-Fakultät der Budapest Corvinus University.
Heute wird es von der Ungarischen Universität für Landwirtschaft und Lebenswissenschaften betreut und bewahrt seinen Status als eines der bedeutendsten Arboreten Ungarns.
Ortsführer
Pepikert (Hauptbereich des Arboretums)
Der zentrale Teil des Arboretums mit einer vielfältigen Sammlung exotischer und heimischer Bäume – darunter seltene Arten wie Sumpfzypressen und Riesensequoias. Besucher können entlang der Bolza Mariette-Promenade spazieren: ein 2.500 Meter langer Weg, umgeben von alten Bäumen, mit Blick auf malerische Aussichtspunkte.
Mitrowssky-Garten
Ein spezialisierter Gartenbereich, der nach einem herausragenden Förderer benannt ist. Er bietet einzigartige Pflanzenarten sowie gestaltete Bereiche – ideal für botanische Studien und zum Entdecken.
Klonplantage und Baumschule
Dieser Bereich dient als Vermehrungs- und Forschungszentrum für verschiedene Baumarten. Er unterstützt den Erhalt und die Bildungsarbeit im Arboretum.
Küchengarten (Konyhakert)
Ein thematischer Garten, der rund 100 Arten von Heilkräutern präsentiert. Besucher erhalten Einblicke in traditionelle sowie moderne Anwendungen von Kräutern.
Eco-Game Park und Naturlehrpfade
Interaktive Outdoor-Flächen – darunter ein Eco-Spielplatz, ein riesiges Schachbrett und thematische Naturpfade wie der Catfish Trail und Magic Cottage. Sie wurden so gestaltet, dass sie Besucher jeden Alters mit Naturerlebnissen und Umweltbildung ansprechen.
Kontakt
Telefon: (06 66) 312 344