Wenckheim-Schloss (Szabadkígyós)
Békés
Das Wenckheim-Schloss liegt in Szabadkígyós im Körös–Maros-Nationalpark in Ungarn und ist ein herausragendes Beispiel für Neo-Renaissance- und eklektische Architektur, die Miklós Ybl zwischen 1875 und 1879 entworfen hat. In Auftrag gegeben von der aristokratischen Familie Wenckheim, sollte das Schloss sowohl für Pracht als auch für Einzigartigkeit stehen. So gibt es so viele Fenster wie Tage im Jahr, so viele Zimmer wie Wochen im Jahr und ebenso viele Eingänge wie es Jahreszeiten gibt. Das eingeschossige Hauptgebäude verfügt über Türme, Loggien und Terrassen, die über einen Loggien-Gang mit den Wirtschafts- und Küchengebäuden verbunden sind. Im Inneren beherbergte das Schloss ursprünglich vor allem elegante Räumlichkeiten wie eine Kapelle, ein Speisezimmer, den Wintergarten, die Bibliothek, Musiksalons sowie Schlafzimmer mit Nischenbetten; heute sind für Besucher jedoch nur die Bibliothek und einige der unteren Räume geöffnet. Der rund 23 Hektar große Schlosspark ist ein dendrologischer Landschaftsgarten mit See, Insel, Brücken, Fontänen und historischen Lampen – er steht seit 1954 unter Schutz. Möbel und Bibliothek des Schlosses vermitteln eindrucksvoll den Lebensstil und die Sitten des ungarischen Adels im späten 19. Jahrhundert. Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung begannen 2018 die Restaurierungsarbeiten – unterstützt durch bedeutende EU-Fördermittel im Rahmen des Nationalen Schloss- und Festungsprogramms. Auch kulturell hat das Schloss Bedeutung: Hier wurden 1970 der ungarische Film „Szeressétek Odor Emiliát!“ gedreht. Das Wenckheim-Schloss gehört zu den am besten erhaltenen adligen Wohnsitzen im Komitat Békés und bietet Besuchern einen Blick auf Ungarns feudalkapitalistische Epoche sowie das edle Erbe.
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Tipp: Besucher sollten sich für die Öffnungszeiten und die Verfügbarkeit von Führungen auf der offiziellen Website informieren – besonders in den wärmeren Monaten, wenn der Schlosspark am schönsten ist. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen, um Warteschlangen zu vermeiden; unter Umständen gibt es auch Ermäßigungen für Gruppen. Die beste Zeit für einen Besuch ist der späte Frühling bis zum frühen Herbst, um die Schlossgärten und die Outdoor-Highlights voll auszukosten. Fotografieren ist in der Regel erlaubt, bitte aber vor Ort bestätigen. Aufgrund des weitläufigen Parkgeländes sind bequeme Wanderschuhe empfehlenswert.
Interessante Fakten
- •Das Schloss wurde mit symbolischen Zahlen entworfen: Es hat so viele Fenster wie Tage im Jahr, so viele Zimmer wie Wochen im Jahr und so viele Eingänge wie Jahreszeiten.
- •Der Schlosspark ist seit 1954 ein geschütztes Naturschutzgebiet und unterstreicht seine botanische und ökologische Bedeutung.
- •Der ungarische Film „Szeressétek Odor Emiliát!“ aus dem Jahr 1970 wurde vor Ort im Wenckheim-Schloss und in seinem Park gedreht.
- •Das Design des Schlosses spiegelt den eklektischen Stil wider und steht für den Übergang von Feudalismus zu Kapitalismus in Ungarn im späten 19. Jahrhundert.
- •1894 wurde gegenüber der Kapelle eine künstliche Quelle namens Zsigmond-Quelle gebohrt, die heute jedoch nicht mehr in Betrieb ist.
Geschichte
Das Wenckheim-Gut in Szabadkígyós entstand nach der Teilung des großen Harruckern-Gutes im Jahr 1798, als Graf József Wenckheim das Land erwarb.
Sein Sohn, Graf József Antal Wenckheim, entwickelte dort ein großes Herrenhaus und verwaltete das Anwesen von hier aus.
Das Schloss selbst wurde von Graf Krisztina Wenckheim und ihrem Ehemann, Graf Frigyes Wenckheim, in Auftrag gegeben und zwischen 1875 und 1879 nach Plänen von Miklós Ybl errichtet, einem der bedeutendsten Architekten Ungarns.
Die feierliche Eröffnung erfolgte 1882.
Die Familie Wenckheim lebte hier bis 1944, als sie aufgrund des Zweiten Weltkriegs ins Ausland floh.
Der Schlosspark ist seit 1954 ein geschütztes Naturgebiet.
2018 begann die Restaurierung, nachdem die ungarische Regierung umfangreiche Fördermittel der Europäischen Union gesichert hatte, um das Erbe des Schlosses zu bewahren.
Ortsführer
Schlossbibliothek1879
Der einzige vollständig zugängliche Innenraum, der für Besucher geöffnet ist, zeigt in der Bibliothek das aristokratische Leben: durch die elegante Ausstattung und eine umfangreiche Sammlung wunderschöner Bände.
Schlosspark19. Jahrhundert (Parkgestaltung)
Ein dendrologischer Landschaftsgarten mit 23 Hektar Fläche: mit einem See, auf dem sich eine Insel befindet, verschiedenen Brücken, historischen Lampen und einer Fontäne. Der Park steht seit 1954 unter Schutz als Naturschutzgebiet und bietet abwechslungsreiche Spazierwege sowie Blickachsen auf das Schloss.
Kontakt
Telefon: 06 30 430 1810