
Széchenyi-Platz
Baranya
Der Széchenyi-Platz im historischen Zentrum von Pécs in Ungarn ist ein lebendiger kultureller und administrativer Mittelpunkt voller Geschichte und architektonischer Sehenswürdigkeiten. Ursprünglich diente er im Mittelalter als Marktplatz – mit dem Rathaus und der Pfarrkirche – und hat sich zu einem zentralen Platz entwickelt, in dem zwölf Straßen in einer speichenartigen Anordnung zusammenlaufen. Das auffälligste Element des Platzes ist die Moschee des Pascha Qasim. Sie wurde im Osmanischen Reich aus den Steinen der ehemaligen gotischen Kirche Saint Bertalan errichtet und zeigt eine einzigartige Mischung aus östlichen und westlichen Architektur-Einflüssen. Um die Moschee herum stehen bedeutende Denkmäler wie die bronzene Reiterstatue von János Hunyadi, die Trinitätsstatue als Gedenken an das Ende der Pest sowie der Zsolnay-Brunnen mit Wappenverzierungen. Die Fatebenefratelli-Kirche mit ihrer eklektischen Fassade und dem künstlerischen barocken Innenraum verleiht dem Platz zusätzliche historische Tiefe. Im Rahmen des Projekts „Pécs2010 – Europäische Kulturhauptstadt“ renoviert, bietet der Platz lebhafte Veranstaltungen – darunter das jährliche Festival Pécs Days, Weinfeiern und weihnachtliche Festlichkeiten. So ist er ein lebendiger Ort, der die reiche Vergangenheit der Stadt mit ihrem heutigen kulturellen Leben verbindet.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Széchenyi-Platzes ist während des jährlichen Festivals Pécs Days im September, wenn der Platz mit Weinproben, Ernteumzügen und kulturellen Programmpunkten regelrecht zum Leben erwacht. Besucher sollten den Platz zu Fuß erkunden, um die Denkmäler und die Architektur in ihrer ganzen Vielfalt zu erleben. Für alle Indoor-Attraktionen oder geführten Touren, die mit dem Platz verbunden sind, empfiehlt sich der Kauf von Tickets im Voraus. Saisonale Events wie der Weihnachtsmarkt sorgen für eine festliche Atmosphäre und für besondere lokale Handwerkskunst. Nach der Renovierung ist der Platz besonders fußgängerfreundlich – das verbessert das Erlebnis für Gäste spürbar.
Interessante Fakten
- •Die Moschee des Pascha Qasim wurde aus Steinen errichtet, die von der abgerissenen gotischen Kirche Saint Bertalan stammten.
- •Die bronzene Statue von János Hunyadi wurde 1956 enthüllt – anlässlich seines 500. Todestags.
- •Die Trinitätsstatue wurde ursprünglich 1714 errichtet, um das Ende der Pest zu gedenken, und später 1908 wegen Verwahrlosung bzw. Baufälligkeit ersetzt.
- •Zwölf Straßen münden in den Széchenyi-Platz und machen ihn zu einem zentralen städtischen Knotenpunkt.
- •Während der osmanischen Zeit hieß der Platz Bazár tér und hatte zwei türkische Brunnen.
- •Der Platz wurde im Rahmen des Projekts „Pécs2010 – Europäische Kulturhauptstadt“ zwischen 2008 und 2010 umfangreich renoviert.
Geschichte
Der Széchenyi-Platz liegt am nördlichen Rand der antiken römischen Stadt Sopianae; archäologische Funde belegen eine durchgehende Besiedlung seit dem 4.
Jahrhundert.
Im 13.
Jahrhundert wuchs seine Bedeutung durch den Bau der Pfarrkirche Saint Bertalan – und machte ihn zu einem wichtigen mittelalterlichen Stadtraum.
Im 15.
Jahrhundert war der Platz Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse, darunter königliche Versammlungen und Verträge.
Die osmanische Eroberung im Jahr 1543 veränderte den Platz: Die Kirche wurde durch die Moschee des Pascha Qasim ersetzt, und der Platz wurde unter türkischer Herrschaft zu einem belebten Markt.
Nach der Rückeroberung der Stadt wurde der Platz wiederhergestellt; zu den wichtigen Monumenten gehört die Trinitätsstatue, die errichtet wurde, um das Ende der Pest zu feiern.
Der Platz hat sich kontinuierlich weiterentwickelt – und spiegelt die Schichten der Geschichte von Pécs wider.
Ortsführer
Moschee des Pascha Qasim16. Jahrhundert
Dieses zentrale Gebäude am Széchenyi-Platz wurde während der osmanischen Besatzungszeit aus den Steinen der ehemaligen Kirche Saint Bertalan errichtet. Es besitzt einen Mihrab, der die Richtung nach Mekka anzeigt, und spiegelt eine einzigartige Verbindung von gotischer und islamischer Architektur wider. Das Minarett der Moschee wurde im 18. Jahrhundert teilweise abgetragen; erhalten blieb nur das Fundament.
Bronzestatue von János Hunyadi1956
Eine bronzene Reiterstatue des ungarischen Nationalhelden János Hunyadi, geschaffen von Pál Pátzy, steht weithin sichtbar auf einem schlichten steinernen Sockel. Sie wurde am 12. August 1956 eingeweiht – als Zeichen des 500. Jahrestags von Hunyadis Tod.
Trinitätsstatue1908 (aktuelle Statue)
Ursprünglich 1714 fertiggestellt, um das Ende einer Pest zu feiern, wurde die barocke Trinitätsstatue 1908 aufgrund von Schäden/Verfall durch eine neue Version ersetzt, die von György Kiss geschaffen wurde. Sie steht in der Mitte des Platzes als Symbol für Erleichterung und Dankbarkeit.
Zsolnay-BrunnenFrühes 20. Jahrhundert
Im südlichen Teil des Platzes gelegen: Dieser vier Meter hohe Brunnen wurde von Andor Pilch entworfen und von Miklós Zsolnay gestiftet. Wasser fließt durch Ochsenköpfe in ein bogenförmiges Becken, und der Brunnen ist mit den Wappen der Stadt sowie der Familie Zsolnay verziert.
Fatebenefratelli-Kirche1727-1731
Zwischen 1727 und 1731 mit einer eklektischen Fassade erbaut, zeigt die Kirche einen barocken italienischen Hauptaltar mit einem Gemälde, das das Martyrium des Heiligen Sebastian darstellt, sowie Fresken von Endre Graits. Das Innere wurde 1908 renoviert und dabei die künstlerischen Holzaltäre und Skulpturen bewahrt.