
Szabadkígyós Schloss
Bács-Kiskun
Das Szabadkígyós Schloss, auch bekannt als Wenckheim-kastély, ist ein Herrenhaus im Stil der Neorenaissance und Eklektik im Körös–Maros-Nationalpark im Komitat Bács-Kiskun, Ungarn. Es wurde zwischen 1875 und 1879 nach den Plänen des renommierten Architekten Miklós Ybl erbaut und gehört zu den am besten erhaltenen Schlössern der Region. In Auftrag gegeben wurde es von Gräfin Krisztina Wenckheim und ihrem Ehemann, Graf Frigyes Wenckheim, und spiegelt damit den Reichtum sowie den gesellschaftlichen Status des ungarischen Hochadels im späten 19. Jahrhundert wider. Die Gestaltung zeichnet sich durch eine besondere architektonische Harmonie aus: zahlreiche Fenster, Zimmer und Eingänge stehen symbolisch für Tage, Wochen und Jahreszeiten – so, wie es sich sein Auftraggeber wünschte. Zu der Residenz gehören historisch bedeutende Räume wie eine Kapelle, ein Speisezimmer, ein Wintergarten, eine Bibliothek, Musiksalons und private Zimmer. Heute sind jedoch nur die Bibliothek und einige der unteren Räume für Besucher zugänglich. Umgeben von einer 23 Hektar großen dendrologischen Landschaftspark-Anlage mit See, Insel, Brücken, Springbrunnen und Lampen im Stil der jeweiligen Epoche bietet das Schloss einen Blick auf den adeligen Lebensstil und die Gartenästhetik – inspiriert von französischen und englischen Einflüssen. Das Schloss wurde im Rahmen des ungarischen Nationalen Schloss- und Festungsprogramms mit Unterstützung aus Mitteln der Europäischen Union kürzlich restauriert, um das architektonische und kulturelle Erbe zu bewahren. Außerdem diente es als Drehort für den ungarischen Film von 1970 „Szeressétek Odor Emiliát!“. Die Familie Wenckheim lebte hier bis 1944, bevor sie im Zuge des Zweiten Weltkriegs ins Exil gezwungen wurde – ein berührender historischer Aspekt für die Geschichte des Schlosses.
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Tipp: Besucher sollten ihren Besuch in den wärmeren Monaten planen, um den Schlosspark und seine natürliche Schönheit in vollen Zügen genießen zu können. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen – besonders während kultureller Veranstaltungen oder geführter Touren. Das Schloss liegt in einem geschützten Naturgebiet, daher sind bequeme Wanderschuhe ratsam. Ermäßigungen können für Studierende, Senioren und Gruppen verfügbar sein. Für aktuelle Öffnungszeiten und besondere Programme informieren Sie sich bitte auf der offiziellen Website oder in der lokalen Tourist-Information.
Interessante Fakten
- •Das Schloss wurde von Miklós Ybl entworfen, einem der bekanntesten Architekten Ungarns, der für seinen neorenaissanceartigen Stil berühmt ist.
- •Das Schloss hat so viele Fenster wie es Tage im Jahr gibt, die Zimmer entsprechen den Wochen eines Jahres und die Eingänge passen zu den Jahreszeiten – damit erfüllt es die einzigartige Bitte seines Auftraggebers.
- •Der Schlosspark ist seit 1954 als geschütztes Naturgebiet ausgewiesen und bietet einen dendrologischen Landschaftsgarten mit See, Insel und Brücken.
- •Der ungarische Film „Szeressétek Odor Emiliát!“ aus dem Jahr 1970 wurde im Szabadkígyós Schloss und in seinem Park gedreht.
- •Die künstliche Zsigmond-Quelle des Schlosses, die 1894 angelegt wurde, ist heute zwar nicht mehr in Betrieb, bleibt aber ein bemerkenswertes historisches Merkmal.
Geschichte
Das Szabadkígyós Schloss wurde zwischen 1875 und 1879 von der Familie Wenckheim errichtet, einer bedeutenden ungarischen Adelslinie.
Der Grundbesitz entstand aus der Teilung des weitläufigen Harruckern-Guts im Jahr 1798, das die Familie Wenckheim erwarb.
Graf József Antal Wenckheim, ein Vorfahre, ließ ab dem 19.
Jahrhundert ein großes Herrenhaus errichten und verwaltete das Anwesen.
Das Schloss wurde gebaut, nachdem die Familie beschlossen hatte, ihren früheren Palast in Gyula nicht zurückzukaufen, sondern stattdessen eine neue Residenz in Szabadkígyós zu beziehen.
Das Gebäude steht beispielhaft für den Wandel der ungarischen Herrenhausarchitektur im späten 19.
Jahrhundert und verbindet Neorenaissance- und eklektische Stile.
Die Familie Wenckheim lebte bis 1944 im Schloss, als der Zweite Weltkrieg sie ins Exil zwang.
Seitdem wird das Schloss als bedeutendes Kulturdenkmal erhalten und restauriert.
Ortsführer
Hauptgebäude1875-1879
Das eingeschossige Hauptgebäude mit Turm, Loggia und Terrassen ist in einem harmonischen neorenaissance- und eklektischen Stil angelegt. Es beherbergt historisch bedeutende Räume wie die Kapelle, das Speisezimmer, den Wintergarten, die Bibliothek, die Musiksalons und die Schlafzimmer und spiegelt damit das adlige Leben im späten 19. Jahrhundert wider.
Bibliothek1875-1879
Die Bibliothek des Schlosses ist heute eines der wenigen Innenräume, die für Besucher zugänglich sind. Sie zeigt eine Sammlung wunderschöner Bände und veranschaulicht die kulturellen Interessen sowie den Lebensstil des ungarischen Adels.
Schlosspark19. Jahrhundert
Der 23 Hektar große Park rund um das Schloss ist ein dendrologischer Landschaftsgarten mit See (inklusive Insel), Brücken, Springbrunnen und historischen Laternen. Die Gestaltung des Gartens greift naturbezogene Trends aus dem 19. Jahrhundert auf, die von englischen Landschaftsgärten inspiriert wurden.