
Steintor
Grad Zagreb
Das Steintor, lokal als Kamenita vrata bekannt, ist ein bedeutendes mittelalterliches Bauwerk in Zagrebs Oberstadt (Gornji Grad). Im 13. Jahrhundert errichtet, gehörte es zu den Befestigungsanlagen der Stadt. Es ist das einzige noch erhaltene Tor von den ursprünglich vier, die die Siedlung einst sicherten. Das Tor ist in Form eines rechteckigen Turms mit einem Durchfahrtsbogen gestaltet und beherbergt heute eine Kapelle mit dem Bild der Jungfrau Maria vom Steintor. Es gilt als wundersam erhalten, nachdem 1731 ein verheerendes Feuer weite Teile der Umgebung zerstörte. Das reich geschmückte und anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums 1931 gekrönte Bild ist ein spirituelles Symbol und Beschützer der Stadt. Außerdem bewahrt das Steintor einen mittelalterlichen Laden namens Pod boltom, der das historische Handelsleben Zagrebs veranschaulicht. Das Steintor ist ein bedeutendes kulturelles und religiöses Wahrzeichen, tief in der Identität der Stadt verwurzelt, und wird als Kulturerbe in Kroatien geschützt. Zudem ist es über August Šenoas Roman „Zlatarovo zlato“ mit der kroatischen Literatur verknüpft: Eine Skulptur, die an die Heldin der Geschichte erinnert, ziert seine Fassade.
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Tipp: Besuchen Sie das Steintor morgens oder am frühen Nachmittag, um die ruhige Atmosphäre zu genießen und die stillen Momente in der Kapelle mitzuerleben. Der Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Steintor am 31. Mai ist ein besonderes Ereignis, das mit lokalen Feiern begangen wird und einen inspirierenden Besuch verspricht. Für den Eintritt ins Tor oder in die Kapelle sind in der Regel keine Tickets erforderlich, jedoch sind Spenden gern gesehen. Werfen Sie auch einen Blick auf die nahegelegene historische Oberstadt – am besten zu Fuß –, um das mittelalterliche Flair ganz zu erleben. Eine Reservierung im Voraus ist nicht nötig, doch geführte Rundgänge durch Gornji Grad beinhalten das Steintor häufig und können Ihren Besuch bereichern.
Interessante Fakten
- •Das Steintor ist das einzige erhaltene mittelalterliche Tor der ursprünglichen vier Tore von Gradec, erbaut im 13. Jahrhundert.
- •Das Bild der Jungfrau Maria in der Kapelle überstand das verheerende Feuer von 1731 unversehrt – bis auf den hölzernen Rahmen.
- •Der Altar der Kapelle weist barocke Elemente auf, die Meister Ivan Korta 1778 anfertigen ließ.
- •Das Steintor ist in August Šenoas berühmtem kroatischem Roman „Zlatarovo zlato“ zu sehen und wird durch eine Skulptur an seiner Fassade erinnert.
- •Die Jungfrau Maria vom Steintor erhielt 1931 bei der zweihundertjährigen Feier der wundersamen Erhaltung des Bildes eine goldene Krone.
Geschichte
Das Steintor wurde im 13.
Jahrhundert als Teil der Befestigungsanlagen von Gradec errichtet, des mittelalterlichen Kerns von Zagreb.
Es gehörte zu vier großen Stadttoren, die den Zugang zur Stadt ermöglichten, doch nur eines ist bis heute erhalten geblieben.
Seine heutige Gestalt erhielt das Tor 1760 nach mehreren Umbauten.
Ein wichtiges Ereignis in seiner Geschichte war das Feuer von 1731, das weite Teile der Oberstadt und auch das Tor selbst zerstörte.
Die wundersame Erhaltung des Bildes der Jungfrau Maria in der Kapelle des Tores führte dazu, dass die Kapelle als Ort des Gebets und des Schutzes eingerichtet wurde.
Mit der Zeit wurde das Tor zu einem Symbol der Stadt und blieb dank des Engagements kultureller Vereine erhalten.
1991 wurde die Jungfrau Maria vom Steintor vom Kardinal Franjo Kuharić zur Stadtpatronin von Zagreb erklärt.
Ortsführer
Kapelle Unserer Lieben Frau vom Steintor18th century
Diese kleine Kapelle im Inneren des Tores beherbergt das wundersame Bild der Jungfrau Maria – das spirituelle Herz des Ortes. Das Bild zeigt Maria als Königin mit Zepter sowie das Jesuskind, das eine Weltkugel hält. Der Altar ist mit barocken Skulpturen der Heiligen Petrus und Paulus geschmückt, flankiert von zwei weißen Engeln. Die Kapelle ist durch ein kunstvolles barockes Geländer geschützt, das Ivan Korta 1778 gefertigt hat.
Mittelalterlicher Laden „Pod boltom“Medieval period
Der Laden befindet sich im Durchgang des Tores und zeigt als erhaltenes mittelalterliches Geschäft die historische Handelstätigkeit Zagrebs. Der Eingang des Ladens war unter einer Hälfte des steinernen Torbogens platziert, während die andere Hälfte zugemauert und als Schaufenster genutzt wurde – ein einzigartiges Merkmal des mittelalterlichen städtischen Handels.
Skulptur von Dora Krupić20th century
Diese moderne Skulptur des kroatischen Künstlers Ivo Kerdić erinnert an die Heldin aus August Šenoas Roman „Zlatarovo zlato“, der im Bereich des Steintors spielt. Sie steht in einer Nische an der westlichen Fassade des Tores und verbindet so Literatur und lokales Kulturerbe.
Kontakt
Telefon: 01 4851 611