
Grič-Tunnel
Grad Zagreb
Der Grič-Tunnel ist ein 350 Meter langer Fußgängertunnel unter dem historischen Stadtteil Grič im Zentrum von Zagreb, Kroatien. Er wurde während des Zweiten Weltkriegs von der Ustaše-Regierung als öffentliche Bombenschutzanlage und Promenade gebaut. Der Tunnel verfügt über eine zentrale Halle von etwa 100 Metern Länge und 5,5 Metern Breite, die an sechs Ausgänge angeschlossen ist. Diese führen zu verschiedenen Straßen, darunter die Mesnička- und Radić-Straßen. Nachdem der Tunnel nach dem Krieg in Vergessenheit geraten war, wurde er über die Jahrzehnte hinweg renoviert und umgenutzt – unter anderem als Lager und als Schutzraum während des Kroatischen Unabhängigkeitskriegs. 2016 wurde der Tunnel umgestaltet und der Öffentlichkeit als kulturelle und touristische Attraktion zugänglich gemacht, mit Veranstaltungen im Programm; außerdem sind weitere Erweiterungen geplant, etwa ein Museum und ein Aufzug. Im Inneren sind noch Teile der ursprünglichen Beschilderung zu erkennen, außerdem gibt es moderne Annehmlichkeiten wie öffentliche Toiletten. Die gelungene Mischung aus historischer Bedeutung, architektonischen Merkmalen und heutiger kultureller Nutzung macht den Grič-Tunnel zu einem markanten Wahrzeichen in der urbanen Landschaft von Zagreb.
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Tipp: Besuchen Sie den Grič-Tunnel tagsüber, von 9:00 bis 21:00 Uhr, um die historische Atmosphäre und die Kulturveranstaltungen in vollen Zügen zu erleben. Der Eintritt ist frei, aber es empfiehlt sich, im Voraus für besondere Events zu planen. Öffentliche Toiletten befinden sich in der Nähe einiger Ausgänge. Durch seine zentrale Lage in Zagreb ist der Tunnel gut zu Fuß von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt erreichbar.
Interessante Fakten
- •Der Tunnel wurde größtenteils mit lokal beschafften Materialien gebaut, darunter Kies aus dem Raum Zagreb und Holz aus Bosnien.
- •Ursprünglich sollte das Projekt in 90 Arbeitstagen umgesetzt werden, doch es kam zu Verzögerungen und die Kostenüberschreitungen erhöhten das Budget von 141,2 Millionen auf 490 Millionen NDH-Kuna.
- •Teile der ursprünglichen Beschilderung im Tunnel sind trotz Renovierungen noch sichtbar.
- •In den 1990er-Jahren bot der Tunnel eine der ersten Rave-Partys in Kroatien.
- •Vom Tunnel aus gibt es sechs Ausgänge, darunter vier Abzweigungen nach Süden zu den Hinterhöfen der Ilica- und Tomić-Straßen.
Geschichte
Der Bau des Grič-Tunnels begann 1943 während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen des Unabhängigen Staates Kroatien, um als Bombenschutzunterkunft zu dienen – angesichts der Befürchtung von alliierten Luftangriffen.
Anfangs war ein großer unterirdischer Hallenbau geplant, der über einen Ost-West-Korridor verbunden sein sollte.
Kostenüberschreitungen und Einwände in der Stadtplanung führten jedoch zu einer verkleinerten Ausführung, die 1944 fertiggestellt wurde.
Nach dem Krieg wurde der Tunnel renoviert und für verschiedene Zwecke genutzt, unter anderem als Lager.
In der Zeit des Kalten Krieges gab es geheime Erweiterungen, und in den 1990er-Jahren diente der Tunnel als Schutzraum während des Kroatischen Unabhängigkeitskriegs.
Bis zu seiner Wiedereröffnung 2016 als öffentliche Kulturstätte blieb er weitgehend ungenutzt.
Ortsführer
Zentrale Halle1940s
Die Haupthalle erstreckt sich über etwa 100 Meter Länge und 5,5 Meter Breite, bildet den Mittelpunkt des Tunnels und weist einige originale Beschilderungen aus der Zeit des Krieges auf.
Westlicher Ausgang zur Mesnička-Straße1944
Einer von zwei Haupteingängen/-ausgängen, der den Tunnel mit der belebten Mesnička-Straße im Zentrum von Zagreb verbindet.
Östlicher Ausgang zum Hof an der Radić-Straße1944
Der östliche Ausgang führt zu einem Hof an der Radić-Straße 19 und bietet Zugang zum östlichen Teil des Tunnels.
Südlicher Abzweig zur Tomić-Straße 5a (Art Park)1944
Einer der vier südlichen Durchgänge: Dieser Ausgang führt zur Tomić-Straße 5a in der Nähe des Art Park und bindet den Tunnel in die lokalen Kulturorte ein.
Südlicher Abzweig zur Ilica 81944
Ein weiterer südlicher Abzweig, der Zugang zur Ilica-Straße bietet – einer bedeutenden Einkaufs- und Fußgängerzone in Zagreb.