Nationalmuseum von Grönland

Nationalmuseum von Grönland

Kommuneqarfik Sermersooq

70/10090 min

Das Nationalmuseum von Grönland im Zentrum von Nuuk, der Hauptstadt des Landes, ist eines der ältesten Museen Grönlands und wurde Mitte der 1960er-Jahre gegründet. Das Museum ist in einem historischen Lagerhaus untergebracht, das 1936 nahe dem alten kolonialen Hafen erbaut wurde. Es bewahrt eine umfangreiche Sammlung von Fundstücken zur Archäologie, Geschichte, Kunst und zu traditionellen Handarbeiten Grönlands auf und stellt sie aus. Ein besonderes Highlight ist die Ausstellung der Qilakitsoq-Mumien – drei Frauen und ein sechs Monate altes Kind aus der Mitte des 15. Jahrhunderts –, die einen seltenen Einblick in das Leben der Inuit vor Jahrhunderten geben. Außerdem finden sich im Museum Ausstellungen zu den gesellschaftlichen Veränderungen in den 1950er-Jahren sowie zur Geologie Grönlands. Zusätzlich schützt das Haus mehrere nahegelegene historische Gebäude, darunter eine restaurierte Werkstatt eines Fassmachers, sowie Ausstellungsstücke zu traditionellen Tran-Tanks (Fettgewinnung) und Pressen. So spiegelt sich darin sowohl das kulturelle als auch das industrielle Erbe Grönlands wider. In den 1970er-Jahren konnte die Sammlung deutlich erweitert werden: Es kamen repatriierte inuitische Gegenstände aus dem National Museum of Denmark hinzu. Damit unterstreicht das Museum seine Rolle beim Erhalt der einheimischen Kultur Grönlands. Es bleibt eine wichtige Kultureinrichtung, die Einblicke in Grönlands Vergangenheit und Gegenwart bietet.

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Tipp: Besucher werden gebeten, auf der offiziellen Website des Museums die aktuellsten Öffnungszeiten und eventuelle Sonder-schließungen zu prüfen. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Sommermonate, wenn Nuuk milderes Wetter hat. In der Hochsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen. Das Museum bietet Ermäßigungen für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren. Gegebenenfalls werden geführte Touren angeboten, die das Besuchserlebnis durch detaillierten kulturellen und historischen Kontext bereichern.

Interessante Fakten

  • Das Museum beherbergt die Qilakitsoq-Mumien, die zu den bestbewahrten Mumien im Arktisraum gehören, und die etwa aus dem Jahr 1475 stammen.
  • Es schützt mehrere historische Gebäude in der Nähe des Hafens, darunter eine restaurierte Werkstatt eines Fassmachers sowie traditionelle Tran-Tanks und Pressen.
  • Die Sammlung des Museums wurde in den 1970er-Jahren deutlich erweitert, als repatriierte inuitische Kulturobjekte aus dem National Museum of Denmark zurückkamen.

Geschichte

1965

Das Greenland National Museum eröffnete seine Ausstellung erstmals 1965 im Haus der Brüdergemeinde (Moravian Brethren Mission House).

1936

Aufgrund der wachsenden Sammlung – insbesondere mit repatriierten inuitischen Fundstücken aus Dänemark – zog es in den 1970er-Jahren an seinen heutigen Standort in ein Lagerhaus, das 1936 im alten kolonialen Hafen von Nuuk erbaut wurde.

1991

1991 wurde es gemeinsam mit den National Archives reorganisiert und bildete so das Greenland National Museum & Archives, obwohl die Archive inzwischen nach Ilimmarfik umgezogen sind.

Das Museum spielte in seiner gesamten Geschichte eine zentrale Rolle bei der Bewahrung des grönländischen Erbes und der kulturellen Identität.

Ortsführer

1
Ausstellung der Qilakitsoq-Mumien15. Jahrhundert

Diese Ausstellung zeigt die Überreste von drei Frauen und eines sechs Monate alten Kindes aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die im Gebiet von Qilakitsoq entdeckt wurden. Die Mumien sind außergewöhnlich gut erhalten, was vor allem dem Klima der Arktis zu verdanken ist. So bieten sie einzigartige Einblicke in das Leben der Inuit und ihre Bestattungspraktiken vor Jahrhunderten.

2
Historisches Lagerhaus-Gebäude1936

Das Museum ist in einem ehemaligen Lagerhaus untergebracht, das 1936 gebaut wurde und im alten kolonialen Hafen von Nuuk liegt. Das Gebäude selbst spiegelt die koloniale Geschichte Grönlands und sein maritimes Erbe wider.

3
Restaurierte Werkstatt eines Fassmachers

Ein nahegelegenes historisches Gebäude, das unter dem Schutz des Museums steht und traditionelle Techniken der Fassmacherei zeigt, die in der maritimen Industrie Grönlands zum Einsatz kamen.

4
Ausstellung von Tran-Tanks und Pressen

Diese Ausstellung zeigt die traditionellen Methoden zur Verarbeitung von Walfett (Tran), das einen wichtigen Bestandteil der Subsistenzwirtschaft und der Ökonomie Grönlands darstellte.

Kontakt

Telefon: 32 26 11