
Princess Town Fort
Western
Princess Town Fort, ursprünglich als Fort Fredericksburg bekannt, ist eine bedeutende koloniale Festung aus dem 17. Jahrhundert in der Western Region von Ghana, nahe der Stadt Princes Town. Errichtet zwischen 1681 und 1683 von deutschen Brandenburgern, diente sie als Hauptquartier der brandenburgischen Goldküstenkolonie. Die Festung wurde aus Stein gebaut, der von Preußen herangeschafft wurde, und spielte eine zentrale Rolle im europäischen Kolonialhandel sowie im Atlantiksklaventransport: Schätzungsweise 300.000 Afrikaner passierten die Mauern. Historisch besonders bemerkenswert ist sie wegen des Widerstands, der vom Akan-Händler John Canoe angeführt wurde. Er konnte die Festung sieben Jahre lang erfolgreich gegen niederländische Kräfte verteidigen, bevor sie 1724 erobert wurde und in Hollandia umbenannt wurde. Später gelangte die Festung unter britische Kontrolle (1872) und wurde 1957 Teil von unabhängigem Ghana. Heute steht sie als Zeugnis für die komplexe Geschichte von Kolonialisierung, Handel und kulturellem Austausch – von der UNESCO anerkannt als Teil der Welterbeliste. Architektur, Kriegsspuren und Kanonen geben Besuchern einen eindrucksvollen Blick auf ihre turbulente Vergangenheit und das bis heute nachwirkende Erbe.
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Tipp: Besucher sollten die Festung tagsüber erkunden, damit die historischen Bauwerke und Fundstücke besser zu sehen sind. In der Hauptsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen. Vor Ort gibt es anschauliche Informationen zum Atlantiksklaventransport und zur Kolonialgeschichte – geführte Touren können das Erlebnis deutlich bereichern. Für Schüler und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Am besten ist die Reisezeit in der Trockenzeit: Dann ist das Wetter angenehmer und die Sicht ist klarer.
Interessante Fakten
- •Ungefähr 300.000 Afrikaner wurden während des Atlantiksklaventransports durch die Festung gebracht.
- •Die Festung hieß ursprünglich Fort Fredericksburg, benannt nach Prince Frederick William I, Kurfürst von Brandenburg.
- •Der Widerstand von John Canoe gegen die Niederländer dauerte etwa sieben Jahre, sodass er zu einer lokalen Legende wurde.
- •Die Festung ist eine von nur zwei in Deutschland gebauten Festungen in Ghana; die andere ist Fort Dorothea.
- •Die Festung wurde 1979 aufgrund ihrer historischen Bedeutung in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Geschichte
Fort Fredericksburg wurde zwischen 1681 und 1683 von den Brandenburgern als ihr afrikanisches Hauptquartier errichtet und nach Prinz Frederick William I von Brandenburg benannt.
Es gehörte bis 1721 zur Brandenburger Goldküstenkolonie.
1717 führte John Canoe einen bemerkenswerten Widerstand gegen den geplanten Verkauf der Festung an die Niederländer und konnte sie so sieben Jahre lang erfolgreich verteidigen.
Die Niederländer eroberten sie schließlich 1724 und benannten sie in Hollandia um.
Die Festung wurde 1872 an Großbritannien abgetreten und gehörte mit der Unabhängigkeit Ghanas 1957 zu Ghana.
Ihre Geschichte spiegelt den Wechsel der kolonialen Mächte wider und zeigt die Auswirkungen des Atlantiksklaventransports in Westafrika.
Ortsführer
Main Fort Structure1681-1683
Das aus Stein errichtete Fort verfügt über Zinnen, Kanonen und Reste von Kriegsschäden – ein anschauliches Beispiel für seine militärische Bedeutung in kolonialen Zeiten.
Prison CellsLate 17th century
Diese Zellen befinden sich innerhalb der Festung und wurden genutzt, um versklavte Afrikaner festzuhalten, bevor sie zwangsweise über den Atlantik verschifft wurden.
Cannons and Battlements1680s
Mehrere Kanonen sind noch vor Ort, was die Rolle der Festung bei der Verteidigung der Kolonie gegen rivalisierende europäische Mächte und lokalen Widerstand verdeutlicht.