
Lake Bosumtwi
Ashanti
Der Lake Bosumtwi in der Ashanti-Region von Ghana ist der einzige natürliche See des Landes. Er entstand in einem 10,5 Kilometer breiten Einschlagkrater eines Meteoriten, der auf etwa 1,07 Millionen Jahre zurückdatiert wird. Der See selbst erstreckt sich über etwa 8 Kilometer und liegt rund 30 Kilometer südöstlich von Kumasi, der regionalen Hauptstadt der Ashanti. Umgeben von üppigem Regenwald und etwa 30 Dörfern mit einer kombinierten Bevölkerungszahl von rund 70.000 Menschen ist der See sowohl ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel als auch ein kulturell bedeutender Ort. Die Ashanti betrachten Bosumtwi als heilig; sie glauben, dass es der Ort ist, an dem die Seelen der Verstorbenen sich von der Göttin Asase Ya verabschieden. Die traditionellen Fischereipraktiken spiegeln diese Verehrung wider: Es darf nur vom Holzplanken aus gefischt werden. Ökologisch beherbergt der See endemische Fischarten wie Hemichromis frempongi sowie nahezu endemische Buntbarsche wie Tilapia busumana und T. discolor. Der Krater wurde teilweise erodiert und ist von dichter Vegetation bedeckt, wodurch sich geologische Untersuchungen schwierig gestalten; Bohrungen unterhalb des Sees haben jedoch reichlich „geschocktes“ Material zutage gefördert, das den Einschlagsursprung bestätigt. Die Wasserstände des Sees haben sich historisch immer wieder verändert: Phasen mit starkem Regen führten zu Überläufen, während niedrige Wasserstände den Regenwald in das Becken eindringen ließen. Dieser Zyklus zeigt sich sowohl in Legenden als auch in Hinweisen aus der Paläoklimaforschung. Heute bietet der Lake Bosumtwi Besuchern eine einzigartige Mischung aus natürlicher Schönheit, wissenschaftlichem Interesse und einem reichen kulturellen Erbe.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Lake Bosumtwi ist die Trockenzeit, wenn die Wetterbedingungen für Aktivitäten im Freien und die Erkundung des Sees besonders günstig sind. Besucher sollten in Erwägung ziehen, in nahegelegenen Dörfern wie Abono zu übernachten, die kulturelle Begegnungen und lokale Gastfreundschaft bieten. Es empfiehlt sich, die lokalen Gepflogenheiten zu respektieren – insbesondere im Hinblick auf die Fischereipraktiken – und sich bei den örtlichen Gemeinschaften Orientierung zu holen. Während der Hochsaison wird empfohlen, Unterkünfte im Voraus zu buchen. Gegebenenfalls gibt es Rabatte für Gruppentouren oder für lokale Guides, doch Besucher sollten sich vor Ort nach den Preisen erkundigen, da diese variieren.
Interessante Fakten
- •Der Lake Bosumtwi ist Ghanas einziger natürlicher See und entstand in einem Meteoriten-Einschlagkrater, der etwa 1,07 Millionen Jahre alt ist.
- •Der Krater hat ungefähr 10,5 Kilometer Durchmesser, während der See selbst etwa 8 Kilometer breit ist.
- •Die Ashanti betrachten den See als heilig und glauben, dass dort die Seelen der Verstorbenen sich von der Göttin Asase Ya verabschieden.
- •Das Fischen im See ist traditionell nur von Holzplanken aus erlaubt, um die spirituellen Vorstellungen zu respektieren.
- •Durch Bohrungen unterhalb des Sees wurden „geschockte“ Materialien entdeckt, die den Einschlagsursprung bestätigen.
- •Mit dem Einschlag verbundene Tektite wurden in dem benachbarten Elfenbeinküste sowie in tiefseeischen Sedimenten westlich von Afrika gefunden.
- •Die Wasserstände haben historisch stark geschwankt; Hinweise auf Überläufe des Sees und Phasen, in denen der Regenwald im Becken wuchs, sind belegt.
Geschichte
Der Lake Bosumtwi entstand ungefähr vor 1,07 Millionen Jahren während der Pleistozän-Zeit durch den Einschlag eines Meteoriten, der einen 10,5 Kilometer breiten Krater schuf.
Über Jahrtausende füllte sich der Krater mit Wasser und bildete den heute bekannten See.
Die Ashanti betrachten den See seit langem als heilig und haben ihn in ihre spirituellen Vorstellungen integriert – als Ort, an dem die Seelen aufbrechen, um die Göttin Asase Ya zu treffen.
Geologische Untersuchungen haben ergeben, dass der Krater teilweise erodiert ist und von dichtem Regenwald umhüllt wird, was die wissenschaftliche Erforschung erschwert.
Fossile Hinweise und lokale Legenden deuten darauf hin, dass die Wasserstände des Sees stark schwankten: Phasen mit Überlauf und Trockenheit beeinflussten sowohl den umliegenden Lebensraum als auch die Muster menschlicher Besiedlung.