Kloster Jvari

Kloster Jvari

Mtskheta-Mtianeti

85/10090 min

Das Kloster Jvari liegt bei Mzcheta im östlichen Georgien und ist ein beeindruckendes Beispiel für die frühmittelalterliche georgisch-orthodoxe Architektur aus dem 6. Jahrhundert. Das Kloster thront auf dem Berg Jvari und blickt auf die Zusammenflüsse der Flüsse Mtkvari und Aragvi sowie auf die historische Stadt Mzcheta, das antike Zentrum des Königreichs Iberien. Besonders geschätzt wird die harmonische Einbindung in die Natur: Die Anlage wirkt, als wachse sie organisch aus der Felsklippe, auf der sie errichtet wurde. Die Kirche gilt als richtungsweisendes Beispiel des „vierapsigen Kirchenbaus mit vier Nischen“ im Stil der doppelkonchigen Tetrakonche mit Kuppel. Dieser Baustil wurde später sowohl in der georgischen als auch in der armenischen kirchlichen Architektur einflussreich. Die Bausubstanz zeigt einen kreuzförmigen Grundriss mit halbrunden Apsiden; die Kuppel ruht auf den umgebenden Mauern statt auf Säulen, wodurch ein großzügiger und zugleich einheitlicher Innenraum entsteht. Der Überlieferung nach wurde der Ort bereits im frühen 4. Jahrhundert geweiht, als der Heilige Nino hier ein hölzernes Kreuz errichtete und damit die Christianisierung der Region einleitete. Die heutige steinerne Kirche wurde zwischen 590 und 605 n. Chr. in der Regierungszeit von Stepanoz I oder möglicherweise Stepanoz II errichtet, wie Inschriften belegen, die die Bauherren nennen. Trotz Schäden durch eine arabische Invasion im Jahr 914 und den Auswirkungen der Verwitterung über die Jahrhunderte hinweg konnte das Kloster erhalten und restauriert werden. Es ist bis heute ein aktiver Ort des Glaubens und zugleich ein Symbol des georgischen kulturellen Erbes. 1994 wurde es gemeinsam mit weiteren Monumenten in Mzcheta als UNESCO-Welterbestätte eingetragen – ein Hinweis auf seine herausragende historische und architektonische Bedeutung.

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Tipp: Besucher sollten das Kloster Jvari am besten im Frühling oder im Herbst einplanen: Dann sind die Temperaturen angenehm und von der Höhe aus sind die Aussichten oft klarer. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, die Tickets im Voraus zu kaufen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Die Eintrittspreise sind in der Regel moderat und beinhalten häufig Ermäßigungen für Studierende, Senioren und Gruppen. Aufgrund des steilen Zugangs sind bequeme Schuhe empfehlenswert. Geführte Touren helfen dabei, den Besuch durch historische Hintergründe und architektonische Einblicke noch zu bereichern.

Interessante Fakten

  • Das Kloster Jvari zählt zu den seltenen frühmittelalterlichen georgischen Kirchen, die bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben sind.
  • Die Kirche gilt als „Gründungsbau“ des „Jvari-Typs“ der Kirchenarchitektur und prägte viele georgische und armenische Kirchen.
  • Das ursprüngliche hölzerne Kreuz-Postament des Heiligen Nino befindet sich noch immer in der Kirche.
  • Die Kuppel des Jvari ruht direkt auf den Mauern ohne Säulen – eine architektonische Innovation für ihre Zeit.
  • Das Kloster wurde 1994 gemeinsam mit anderen historischen Monumenten von Mzcheta in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Geschichte

Die Ursprünge des Klosters Jvari reichen bis ins frühe 4.

Jahrhundert zurück, als der Heilige Nino an diesem Ort ein hölzernes Kreuz errichtete und damit Georgiens Hinwendung zum Christentum markierte.

545

Die erste kleine Kirche entstand um 545 n.

Chr.

590

unter Guaram I; die heutige steinerne Kirche wurde jedoch zwischen 590 und 605 n.

Chr.

von Guarams Sohn Stepanoz I oder II erbaut – so lassen es die Inschriften erkennen.

914

Das Kloster überstand eine arabische Invasion im Jahr 914 und erlitt dabei nur geringe Schäden.

Im späten Mittelalter wurde der gesamte Komplex mit Steinmauern befestigt.

In der Sowjetzeit blieb die Anlage zwar als nationales Denkmal erhalten, der Zugang war jedoch eingeschränkt.

1994

Nach der Unabhängigkeit Georgiens wurde das Kloster wieder für den aktiven religiösen Betrieb hergerichtet und 1994 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

In jüngerer Zeit wurden am Kloster konservatorische Maßnahmen durchgeführt, um Erosion entgegenzuwirken und die bauliche Substanz zu erhalten.

Ortsführer

1
Große Kirche von Jvari590-605 AD
Stepanos der Patricius, Demetrius der Hypatos und Adarnase der Hypatos (zugeschrieben)

Die Hauptkirche aus Stein, die zwischen 590 und 605 n. Chr. erbaut wurde und das Tetrakonch-Design mit vier Apsiden und einer zentralen Kuppel zeigt. Sie steht exemplarisch für die harmonische Verbindung von Architektur und Natur – auf einer Klippe gelegen, mit Blick auf den Zusammenfluss zweier Flüsse.

2
Kleine Kirche von Jvaric. 545 AD
Guaram I

Eine kleinere benachbarte Kirche, die um 545 n. Chr. über den Resten von Ninos hölzernem Kreuz erbaut wurde. Sie diente den frühen Pilgern, bevor die Große Kirche entstand, und steht noch heute nördlich des Hauptbaus.

Kontakt

Telefon: 555 34 64 38

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