
Nationalpark Mercantour
Provence-Alpes-Côte d'Azur
Der 1979 gegründete Nationalpark Mercantour ist ein großes Schutzgebiet in den französischen Départements Alpes-de-Haute-Provence und Alpes-Maritimes im Südosten Frankreichs. Auf rund 679 Quadratkilometern erstreckt sich das Gebiet über sieben Haupttäler: Roya, Bévéra, Vésubie, Tinée, Haut Var, Cians, Verdon und Ubaye – dazu kommt eine Randzone mit 28 Ortschaften. Bekannt ist der Park vor allem für seine dramatische Hochgebirgslandschaft mit Gipfeln wie der Cime du Gélas, dem dritthöchsten Berg der Seealpen auf 3.143 Metern. Mehr als 600 Kilometer markierte Wanderwege ziehen jährlich rund 800.000 Besucher an. Ein besonderes Highlight ist die Vallée des Merveilles mit etwa 37.000 Felsbildern aus der Bronzezeit, die Waffen, Rinder und menschliche Figuren zeigen – sie sind als Monument historique geschützt. Die Flora ist besonders abwechslungsreich: Mehr als 2.000 Arten blühender Pflanzen, darunter seltene Arten wie Edelweiß und die Martagon-Lilie. Zur Tierwelt gehören Chamois, Murmeltiere, Steinböcke, Mufflons, Rot- und Rehwild, Steinadler sowie eine bemerkenswerte Population von etwa 50 italienischen Wölfen, die sich in den frühen 1990er-Jahren auf natürliche Weise im Park wieder angesiedelt haben. Der Park wird gemeinsam mit dem angrenzenden italienischen Parco Naturale Alpi Marittime verwaltet und fördert so grenzüberschreitende Naturschutzmaßnahmen. Besucher können außerdem idyllische, hoch gelegene Dörfer entdecken, die reich an architektonischem Erbe sind, sowie Seen wie Allos, Lauzanier und Vens besuchen. Der Park vereint Einflüsse des Mittelmeers und der Alpen und bietet so ein einzigartiges Wildnis-Erlebnis ganz nah an der Französischen Riviera.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch im Nationalpark Mercantour ist die Zeit vom späten Frühjahr bis zum frühen Herbst – ideal zum Wandern und für die Beobachtung von Wildtieren. Für geführte Touren, besonders zur Vallée des Merveilles und zum Wolves Centre in Saint-Martin-Vésubie, wird eine frühzeitige Buchung empfohlen. Man sollte sich auf wechselhaftes Bergwetter einstellen und passende Ausrüstung mitbringen. Für Gruppen, Studierende und Senioren sind unter Umständen Ermäßigungen verfügbar. Für Updates zu Veranstaltungen, Bedingungen der Wanderwege und Naturschutzprojekten lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website des Parks.
Interessante Fakten
- •Die Vallée des Merveilles enthält etwa 37.000 Felsbilder aus der Bronzezeit.
- •Im Mercantour leben rund 50 italienische Wölfe, die sich Anfang der 1990er-Jahre auf natürliche Weise wieder angesiedelt haben.
- •Der Park beherbergt über 2.000 Arten blühender Pflanzen, darunter seltene Arten wie Edelweiß und die Martagon-Lilie.
- •Die Cime du Gélas ist mit 3.143 Metern der dritthöchste Gipfel in den Seealpen und liegt im Parkgebiet.
- •Der Nationalpark Mercantour ist Teil eines grenzüberschreitenden Naturparks mit Italiens Parco Naturale Alpi Marittime und fördert die internationale Zusammenarbeit im Naturschutz.
Geschichte
Der Kern des Nationalparks Mercantour war ursprünglich 1859 vom König Victor-Emmanuel II.
als königliches Jagdrevier ausgewiesen.
Später wurde daraus 1946 ein Jagdrevier und 1953 ein Naturschutzgebiet.
Der Park wurde 1979 offiziell ins Leben gerufen, um seine einzigartige Biodiversität und Landschaften zu schützen.
Seit 1987 ist er mit dem italienischen Parco Naturale Alpi Marittime partnerschaftlich verbunden, teilt sich eine 33 km lange Grenze und führt gemeinsame Naturschutzprogramme durch.
Die Rückkehr des Wolfs im Jahr 1992 war ein bedeutendes ökologisches Ereignis.
2013 wurden der Park und sein italienisches Pendant auf die UNESCO-Vorbeliste für den Status als Weltkulturerbe gesetzt – ein Zeichen für ihren außergewöhnlichen natürlichen Wert.
Ortsführer
Vallée des Merveilles (Tal der Wunder)Bronzezeit (ca. 3000–1200 v. Chr.)
Ein geschütztes Tal, das vor allem für seine umfangreiche Sammlung von Felsbildern aus der Bronzezeit bekannt ist. Diese wurden in Granit- und Schieferfelsen eingraviert. Die alten Gravuren zeigen Waffen, Tiere und menschliche Figuren und geben Einblicke in prähistorische Kulturen.
Seen des Mercantour
Mehrere hoch gelegene Seen wie der Lac d’Allos (der größte natürliche Hochgebirgssee Europas), der Lac Lauzanier sowie die Seen von Vens und Morgon bieten eine malerische Kulisse zum Wandern und für Naturbeobachtungen.
Wolves Centre in Saint-Martin-Vésubie
Ein Bildungszentrum, das sich dem Schutz und der Erforschung der italienischen Wolfspopulation im Mercantour widmet. Es bietet Ausstellungen und geführte Besuche, um mehr über die Wolfsökologie und ihre Rolle im Ökosystem zu lernen.
Hoch gelegene Dörfer und architektonisches Erbe
Der Park umfasst 28 Dörfer, viele davon an Hanglagen wie Belvédère. Dort sind unter anderem Kirchen zu finden, die mit Wandmalereien und Altartafeln von primitiven Niçois-Malern geschmückt sind – das spiegelt die kulturelle Vielfalt der Region wider.
Kontakt
Telefon: 04 93 16 78 88