Palast der Päpste

Palast der Päpste

Provence-Alpes-Côte d'Azur

90/10090 min

Der Palast der Päpste in Avignon, im Süden Frankreichs, gehört zu den größten und bedeutendsten mittelalterlichen gotischen Bauwerken Europas. Er wurde in zwei Hauptbauphasen errichtet und vereint den strengen Alten Palast, den Papst Benedikt XII. bauen ließ, mit dem prachtvollen Neuen Palast von Papst Clemens VI. Zusammen bilden sie den größten gotischen Palast des Mittelalters und ein Paradebeispiel für die Architektur des internationalen Gotikstils. Entworfen von den Architekten Pierre Poisson und Jean de Louvres und mit Werken renommierter sienesischer Künstler wie Simone Martini und Matteo Giovanetti verziert, diente der Palast im 14. Jahrhundert als päpstliche Residenz während der Avignonesischen Papstzeit. Er beherbergte sechs päpstliche Konklaven und prägte damit bedeutende Kapitel der Kirchengeschichte. Doch nicht nur architektonisch ist der Palast beeindruckend: Er war ein kultureller Mittelpunkt, beherbergte damals die größte Bibliothek Europas und zog Gelehrte wie Petrarca an – ebenso Musiker wie Guillaume de Machaut und Philippe de Vitry. Der Palast zentralisierte außerdem die päpstliche Verwaltung und erleichterte so die organisatorische Weiterentwicklung der Kirche. Auch wenn der Papstsitz später wieder nach Rom verlegt wurde, ist der Palais des Papes bis heute ein monumentales Symbol mittelalterlicher Macht der Kirche und gotischer Kunst – seit 1995 als UNESCO-Welterbestätte anerkannt.

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Tipp: Besucher sollten in Erwägung ziehen, Tickets im Voraus zu kaufen – besonders in der Hochsaison –, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Der Palast bietet Kombitickets an, die den Zugang zur Pont d'Avignon und zu den Päpstlichen Gärten einschließen, für ein umfassendes Erlebnis. Sonntags gibt es freien Eintritt für Ortsansässige. Die beste Zeit für einen Besuch sind der Frühling und die frühe Herbstzeit, wenn weniger los ist und das Wetter angenehm ist. Audioguides und interaktive Histopad-Geräte bereichern die Tour, indem sie detaillierten historischen Kontext liefern.

Interessante Fakten

  • Der Palast beherbergte im 14. Jahrhundert sechs päpstliche Konklaven und wählte Päpste wie Benedikt XII. und Clemens VI.
  • Zur Blütezeit umfasste die päpstliche Bibliothek im Palast über 2.000 Bände – damit war sie zur damaligen Zeit die größte in Europa.
  • Die Große Kapelle des Palasts war ein Zentrum mittelalterlicher Musik, in dem Komponisten wie Guillaume de Machaut und Philippe de Vitry auftraten.
  • Der Palast erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 11.000 Quadratmetern und ist damit der größte gotische Palast des Mittelalters.
  • Berühmte italienische Künstler aus der Schule von Siena, Simone Martini und Matteo Giovanetti, trugen zu den prunkvollen Dekorationen des Palasts bei.

Geschichte

1252

Der Bau des Palasts der Päpste begann 1252 auf dem felsigen Vorsprung, der als Rocher des Doms in Avignon bekannt ist.

1309

1309 wurde der Palast zur päpstlichen Residenz, als Papst Clemens V.

wegen politischer Instabilität den päpstlichen Hof von Rom nach Avignon verlegte.

Papst Benedikt XII.

begann mit dem Bau des Alten Palasts, einer befestigten Anlage, die später von Papst Clemens VI.

mit dem Hinzufügen des noch weitaus prunkvolleren Neuen Palasts erweitert wurde.

1370

Der Palast diente während der Avignonesischen Papstzeit bis zur Rückkehr nach Rom im Jahr 1370 unter Papst Gregor XI.

als Sitz der Papstschaft.

Trotz der Abreise der Papstschaft blieb der Palast während des Westlichen Schismas bedeutend und beherbergte Kardinäle und Gegenpäpste.

Über Jahrhunderte hinweg verlor er zwar viel von seinem ursprünglichen Glanz, behielt jedoch seine architektonische Großartigkeit und seinen historischen Stellenwert.

Ortsführer

1
Alter Palast (Palais Vieux)1334-1342
Pierre Poisson

Der unter Papst Benedikt XII. errichtete Alte Palast ist eine befestigte gotische Anlage mit vier Flügeln und hohen Türmen. Sie wurde als Bollwerk und Residenz konzipiert. Sehenswert ist der zentrale Kreuzgang sowie der strenge architektonische Stil, der die Veranlagung von Benedikt XII. widerspiegelt.

2
Neuer Palast (Palais Neuf)1342-1364
Jean de Louvres

Der von Papst Clemens VI. in Auftrag gegebene Neue Palast ist deutlich prächtiger und üppiger gestaltet und zeigt den Stil der internationalen Gotik. Er umfasst reich verzierte Kapellen, große Säle und Fresken von Simone Martini und Matteo Giovanetti.

3
Große Kapelle1342-1364

Die Große Kapelle diente als Hauptgebäude für religiöse und repräsentative Anlässe innerhalb des Palasts. Sie bot Raum für wichtige liturgische Zeremonien und zog bekannte mittelalterliche Komponisten und Musiker an.

4
Päpstliche Bibliothek14. Jahrhundert

Die Päpstliche Bibliothek war einst die größte Bibliothek Europas. Sie umfasste über 2.000 Bände und war ein Zentrum für Gelehrte und Humanisten – darunter auch Petrarca.

5
Päpstliche Gärten

Die Päpstlichen Gärten rund um den Palast bieten malerische Ausblicke auf den Fluss Rhône und auf die Stadt Avignon. So entstehen ruhige Rückzugsorte, die das architektonische Gesamterlebnis des Palasts wunderbar ergänzen.

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